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Der letzte Aufmarsch der griechischen Rechtsregierung gegen alternatives Stadtviertel Athens?

Demonstration gegen Räumung in Athen vom 5. Dezember 2019„… Also, ich glaube bisher gibt es keinen Plan zwischen uns. Wir hoffen aber. Wir stehen für was wir haben und tun unser bestes. Wir wissen, das, selbst wenn sie alles Räumen, können sie uns nicht stoppen. Dieser Moment ist sehr groß in unserer Geschichte, weil alles darauf hin ausgerichtet war. Alles wurde die letzten 20 Jahre aufgebaut, um Solidarität zu zeigen durch Leute, die sich es nicht leisten können zu überleben. Es gab Gebäude die nicht benutzt wurden, ein Problem das ihr in Freiburg auch habt, wie ich gehört habe. Es gibt zu viele Leute die keine Bleibe haben, aber es gibt so viele leere Orte. Orte an denen Drogen waren, die Leer waren, die Zerfallen waren. Da sind Menschen rein und haben Orte geschaffen, um sich auszudrücken, in denen man Musik, Theater und Kunst machen konnte und auch Unterricht für Kinder gemacht wurde und wo man leben konnte. Als die Geflüchteten kamen, wurden viele dieser Orte um Solidarität auszudrücken zu Unterkünften gemacht, wo sie ihre ersten Schritte in ihrem neuen Leben machen konnten. In diesem Moment sind diese Orte Ziele, viele der besetzten Häuser waren Eigentum, auch von der Universität. Aber sie wurden nicht benutzt. Die Universitäten sollen jetzt verkauft werden, sie wollen die ganzen Häuser nehmen und an Unternehmen verkaufen. Sie wollen die ganzen Häuser nutzen, um Geld zu verdienen. Deswegen haben sie als erstes einiges von der Universität geräumt, da geht es nicht darum das es für die Studierenden gut wäre, sondern darum Geld zu machen…“ aus den Antworten eines Athener Aktivisten in dem Interview „”Sie werden uns nie die Straßen nehmen können”“ am 03. Dezember 2019 bei Radio Dreyeckland externer Link Audio Datei aus Anlass der Demonstration am 05. Dezember in Athen zur Verteidigung gegen die Angriffe der Regierung. Siehe dazu auch einen weiteren Beitrag zur Situation, sowie einen ersten Demonstrationsbericht vom Abend des 05. Dezember und den Hinweis auf unseren letzten Beitrag zum Thema:

  • “Die Neue Demokratie in Griechenland“ am 27. November 2019 ebenfalls bei Radio Dreyeckland externer Link Audio Datei fasst die aktuelle Situation unter anderem so zusammen: „… Die neue Linie der neuen Regierung wurde schnell offensichtlich: Am 26. August wurden vier besetzte Häuser im Athener Stadtviertel Exarchia mit einem Großeinsatz der Polizei geräumt. Einige dieser Häuser beherbergten Geflüchtete, welche nun wieder in den Lagern der griechischen Regierung eingesperrt sind. Die Autonomie der Universitäten wurde per Gesetz insoweit eingeschränkt, das die Polizei nun auf Universitätsgelände darf ohne Erlaubnis des jeweiligen Dekans. Den ersten vier Räumungen folgten weitere Häuser, unter anderem ein Haus am 24. September in dem 56 minderjährige Geflüchtete gewohnt hatten. Eben dieses Stadtviertel, Exarchia, ist derzeit das Hauptziel einer politischen Repressionskampagne unter Führung der Nea Dimokratie. Am letzten Freitag, den 22. November, setzte die Regierung den anderen besetzten Häusern eine Frist: Bis zum sechsten Dezember sollen sie entweder eine Einigung mit den Eigentümern finden, oder sie würden geräumt werden. Exarchia ist weltweit vielen bekannt als ein Zentrum für antiautoritäre, anarchistische Praxis. Über viele Jahre haben dort nun Anarchist*innen und geflüchtete zusammen gearbeitet, um Häuser zu besetzen, Wohnkollektive zu gründen und soziale Zentren zu schaffen, welche eine Vielzahl an Angeboten jenseits staatlicher Kontrolle anbieten...“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=158744
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