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Nachhaltiger Kakao aus der Elfenbeinküste. Von nachhaltig ausgebeuteten Bauern

Sieht so lange gut aus, bis man nicht auf die Ernte in der Elfenbeinküste schaut...„… Die Gewinner der Überproduktion waren 2018 die Schokoladen-Multis: Sie meldeten Rekordgewinne und ihre Sorge, die Versorgung mit Rohkakao sei unsicher, löste sich auf. Verlierer waren die Kakaobauern und ihre Gemeinden. Ivorische Kakao-Kleinbauern hatten 2018 einen Einkommensrückgang um ein Drittel gegenüber 2017 zu verzeichnen; Ghana musste seine Kakaobauern subventionieren, damit sie nicht in Armut abrutschten. Das war kein Einzelfall. Nachhaltigkeitsprogramme sind fast immer Schokoladenkonzernen und -konsumenten in den Industrieländern zugutegekommen, während Kakaobauern und landwirtschaftliche Genossenschaften den Kürzeren zogen. Ein Grund ist die Art des Kakaoanbaus in Westafrika: Die Regel war lange, dass Bauern ein Stück intakten Wald in Besitz nehmen, ihn mithilfe von Brandrodung beseitigen und Kakaobäume pflanzen. Sobald die zu alt werden – meist nach 20 bis 25 Jahren –, ziehen sie zum nächsten Waldgebiet weiter. (…) Für die Schokoladen-Multis sieht die Sache anders aus: Die Diversifizierung ist zwar im Interesse der Kakaobauern, aber nicht der Schokoladenhersteller, die auf Kakao als Rohstoff angewiesen sind. Darum sind sie umso besorgter, als gleichzeitig mit dem Verlust der Wälder in Westafrika die Nachfrage nach Schokoladenprodukten in asiatischen Schwellenländern sprunghaft gestiegen ist…“ – aus dem Beitrag „Nachhaltig in die Sackgasse“ von Michael Ehis Odiji am 12. Dezember 2019 in den Welt-Sichten externer Link über die soziale Realität hinter der „Modeform“ Nachhaltigkeit…

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=159231
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