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Nachhaltiger Kakao aus der Elfenbeinküste. Von nachhaltig ausgebeuteten Bauern

make chocolate fair„… Ivorische Kakao-Kleinbauern hatten 2018 einen Einkommensrückgang um ein Drittel gegenüber 2017 zu verzeichnen; Ghana musste seine Kakaobauern subventionieren, damit sie nicht in Armut abrutschten. Das war kein Einzelfall. Nachhaltigkeitsprogramme sind fast immer Schokoladenkonzernen und -konsumenten in den Industrieländern zugutegekommen, während Kakaobauern und landwirtschaftliche Genossenschaften den Kürzeren zogen. Ein Grund ist die Art des Kakaoanbaus in Westafrika: Die Regel war lange, dass Bauern ein Stück intakten Wald in Besitz nehmen, ihn mithilfe von Brandrodung beseitigen und Kakaobäume pflanzen. Sobald die zu alt werden – meist nach 20 bis 25 Jahren –, ziehen sie zum nächsten Waldgebiet weiter. (…) Für die Schokoladen-Multis sieht die Sache anders aus: Die Diversifizierung ist zwar im Interesse der Kakaobauern, aber nicht der Schokoladenhersteller, die auf Kakao als Rohstoff angewiesen sind…“ – aus dem Beitrag „Nachhaltig in die Sackgasse“ von Michael Ehis Odiji am 12. Dezember 2019 in den Welt-Sichten externer Link über die soziale Realität hinter der „Modeform“ Nachhaltigkeit… Siehe dazu:

  • Kakao-Krise in Westafrika: Teure Schokolade, arme Bauern New
    Schokolade bleibt in deutschen Supermärkten teuer, doch in Westafrika rutschen Kakaobauern unter ihre Produktionskosten. Der Preissturz zeigt brutal, wer in der globalen Lieferkette das Risiko trägt — und wer fast nie den Gewinn.
    Ein Preissturz mit existenziellen Folgen: Kakaobauern in der Elfenbeinküste (Côte d Ivoire) erhalten seit Anfang März ganze 60 Prozent weniger pro Kilogramm Kakao. Statt der bisherigen 2.800 CFA-Francs (knapp 4.30 Euro) bringt ein Kilo Kakao jetzt nur noch 1.200 CFA-Francs (etwa 1.80 Euro) ein. „Das deckt noch nicht mal die Produktionskosten“, sagt Katharina Wietler vom Inkota-Netzwerk externer Link. Die deutsche Organisation setzt sich für faire Handelsbedingungen und die Rechte von Produzentinnen und Produzenten im Globalen Süden ein. Eine Studie von Inkota und der ivorischen Organisation Inades Formation veranschlagt die Produktionskosten für Kakaobohnen in der Côte d Ivoire auf umgerechnet etwa 1,98 bis 2,28 Euro.
    Nachdem die Kakaopreise der Saison 2024/2025 historische Höchststände von über 12.000 Dollar pro Tonne erreichten, sind sie jetzt im Sinkflug. Die Gründe sind ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: „Zum einen ist eine bessere Ernte eingefahren worden“, erklärt Wietler. In der Saison 2023/2024 hatte es in der Côte d Ivoire und Ghana, den beiden wichtigsten Anbauländern weltweit externer Link, wetter- und krankheitsbedingte Ernteausfälle gegeben, was zu einer Verknappung des Rohstoffs führte und die Preise nach oben trieb. (…)
    Preise in Elfenbeinküste und Ghana von Behörden festgelegt
    In der Elfenbeinküste und Ghana werden Kakaobauern nicht direkt nach dem schwankenden Weltmarktpreis bezahlt, sondern erhalten einen staatlich festgelegten Mindestpreis pro Saison. Dieses System, organisiert durch die Behörden Conseil du Café-Cacao (CCC) und Ghana Cocoa Board (Cocobod), soll die Einkommen der Bauern stabilisieren und sie vor starken Preisschwankungen schützen. In der Praxis funktioniert dieser Schutz jedoch nur begrenzt: Fällt der Weltmarktpreis deutlich, müssen die Staaten die Differenz ausgleichen. So lag der von der ivorischen Behörde festgelegte Preis zuletzt mit rund 2.800 CFA etwa 75 Prozent über dem aktuellen Weltmarktpreis. Die daraus entstehenden Verluste müssen von den staatlichen Kakaobehörden getragen werden – in der aktuellen Marktlage summiert sich das auf Millionenbeträge, die kaum noch finanzierbar sind
    …“ Beitrag von Helena Kreiensiek vom 20.04.2026 im Migazin externer Link
  • Kakaobauer aus der Elfenbeinküste: Wer vom Rekordpreis bei Schokolade profitiert und wer nicht 
    Aus der Elfenbeinküste kommt ein Großteil des Kakaos, aus dem unsere Schokolade ist. Woran liegt es, dass die dortigen Bauern trotz Rekordpreisen arm bleiben? (…)
    Die europäische Schokolade, ein Ferrero Rocher, lehnt er dankend ab. “Wenn eine Schokolade mehr als zwei Zutaten hat, schmeißt sie weg“, lacht er, seiner Meinung nach braucht es nur Kakao und Zucker. Beides fair trade – idealerweise aus der Elfenbeinküste, so der Wunsch von Porquet. Dann würden nämlich auch die Bauern vor Ort mehr von dem Produkt profitieren, das sie anbauen. Darauf müssen Porquet und auch Kakaobauer Diakité gerade noch warten.
    Vom Rekordpreis beim Kakao und den hohen Schokopreisen ist bei Daouda Diakité und seinen Kollegen bislang nichts angekommen. Ob seine Kinder noch vom Kakao werden leben können, bezweifelt er.
    ZDF-Frontal-Reportage von Anne Höhn-Osterberg und Markus Reichert vom 26.12.2025 externer Link mit mehreren Videos

Siehe auch z.B. unser Dossier: Freie Fahrt für faire Schokolade: Schokoladenproduzenten, macht eure Schokolade fair!

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=159231
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