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Auch in Dänemark ist die Fleischindustrie kapitalistisch, wie in der BRD: Aber nicht so schweinisch…

"Fleischindustrie enteignen - Kapitalismus abschaffen!„… Neben Deutschland gehört Dänemark zu den größten Schweinefleischproduzenten Europas. „Die riesigen Schlachthöfe sind mit denen in Deutschland vergleichbar“, sagt Jim Jensen, Vizechef der Gewerkschaft NNF externer Link. Trotzdem gibt es in der dänischen Fleischindustrie keine vergleichbaren Corona-Ausbrüche wie beim deutschen Marktführer Tönnies. Jensens Einschätzung nach liegt das daran, dass Dänemarks Fleischindustrie die Beschäftigten besser behandelt, als es in Deutschland üblich ist. Die dänischen Stundenlöhne von 25 Euro etwa gehören zu den höchsten in Europa. „Wir haben Tarifverträge in der gesamten Schweinefleischindustrie, an denen sich fast 100 Prozent der Firmen orientieren. Im Vergleich zu Deutschland, wo die Lage viel schwieriger für Gewerkschaften ist, haben wir noch immer sehr gute Arbeitsbedingungen“, sagt Jensen. Schwarzarbeit, Scheinselbstständigkeit mit Werkverträgen und Subunternehmen in Osteuropa gebe es so gut wie gar nicht. „Die Arbeiter sind direkt bei den Fleischfirmen angestellt, und der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist relativ hoch“, erklärt Jensen. In Deutschland sei die Situation viel schlechter. „Unsere Kollegen von der deutschen Gewerkschaft kommen ja an die Mitarbeiter kaum ran. Die sind ja oft in Osteuropa angestellt und haben mehr oder weniger ein Verbot, mit der deutschen Gewerkschaft überhaupt zu sprechen. Wenn sie das tun, werden sie gefeuert.“ Ähnliches gelte im Krankheitsfall, und das sei der Knackpunkt im Vergleich zu Dänemark. „Ich glaube, die Kollegen, die in Deutschland arbeiten, haben große Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie sich krankschreiben lassen. Die wichtigste Anti-Corona-Maßnahme bei uns an den Schlachthöfen war, dass die Arbeitnehmer sich mit Lohnfortzahlung krankschreiben lassen können, ohne Angst vor der Kündigung haben zu müssen“, so Jensen. „Wir haben auch viele Nationalitäten, aber alle sind im Tarifvertrag. Die meisten sind Dänen, etwa 70 Prozent, gefolgt von Polen mit 15 Prozent, das sind aber nur grobe Schätzungen, und dann haben wir zwischen fünf und zehn Prozent deutsche Gastarbeiter. Auch Rumänen und Bulgaren gibt es.“...“ – aus dem Beitrag „Tarifverträge und Mindestlohn“ von André Anwar am 23. Juni 2020 in der FR online externer Link – aus dem deutlich wird, dass es auch im Kapitalismus (erkämpfte) Unterschiede gibt – und welch Horrorszenarien Agenda-Deutschland Europa zu bieten hat… Siehe zum Vergleich unsere Rubrik zur Fleischwirtschaft

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=174574
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