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Protestierenden VW-Leiharbeitern die Netzseite gesperrt und gelöscht: Chinesische Behörden oder das Unternehmen als Täter?

VW China duldet illegale Leiharbeit – Arbeiter in Jilin streiken – Solidarität ist angezeigt!Die Proteste der Leiharbeiter von FAW Volkswagen stören enorm: Die chinesischen Behörden, das Unternehmen und seine Co-Manager in diversen Ländern und die ach so gute wirtschaftliche kapitalistische Zusammenarbeit insgesamt. Um ihren Protest öffentlich zu machen waren sie bisher im Wesentlichen auf zwei Mittel beschränkt: Auf die internationale Solidarität inklusive der Verbreitung von Informationen über die Vorgänge – und auf ihre eigene Seite beim chinesischen Weibo-Netzwerk, wie es viele Initiativen haben – und hatten. Die Seite wurde von einem Kollegen der Initiative der Leiharbeiter beim VW-Joint-Venture betrieben – nun wurde ihm nicht nur der Zugang gesperrt, sondern auch alle bisherigen Veröffentlichungen, alle Posts gelöscht, als ob damit die ganzen Proteste ausradiert werden sollten. Ob dies einer Initiative des (teil-staatlichen) Unternehmens oder der Behörden entsprang ist unklar – aber auch insofern unerheblich, als die gute Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten hinlänglich bekannt ist. Siehe dazu den kurzen Mailbericht, den LabourNet Germany am 1. November 2017 erhalten hat und den Verweis auf die letzten Berichte im LabourNet Germany:

  • Mailnachricht vom 1. November 2017
    Eine besorgniserregende Meldung zur Situation der kämpfenden FAW-Volkswagen Leiharbeiter in Changchun:
    Dem Sprecher der Arbeiter – dem in Haft befindlichen Fu Tianbo – wurde der Weibo-Account (eine Mischung aus facebook und twitter) gelöscht, den seine Frau weiter betrieben hatte, wie auch alle Postings auf dieser Plattform über den Verlauf der Proteste. Die Begründung des Providers: „Unangemessener Inhalt“. Es geschah ohne Ankündigung und wohl auf Druck von FAW-Volkswagen oder der Regierung. Es ist der deutliche Hinweis darauf, daß FAW-Volkswagen die Stimme der Arbeiter verstummen lassen will. Die Arbeiter haben ihre wichtigste Möglichkeit zur Publikation ihrer Situation und Aktivitäten verloren. Es war eine Verbindung zu anderen Arbeitern, zu NGOs, zu Unterstützern und Journalisten“.
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=123450
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