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Die chinesischen Feuerwehrleute, die Opfer der Explosion von Tianjin wurden, waren Migranten. Die Menschen, die in illegal kurzer Entfernung leben mussten – auch…

Protest der wegen der Chemieexplosion evakuierten AnwohnerInnen von Tianjin am 16. August 2015Wenig ist in der Mainstream-Berichterstattung zu erfahren über die Rolle, die nahezu alle großen Unternehmen aus USA und Europa spielen, die in der wirtschaftlichen Boomstadt Tianjin präsent sind – und mit den diversen Logistikfirmen im Hafen der Riesenstadt problemlos zusammenarbeiten. Die unternehmerische Freiheit der Firmen wie Rui Hai International Logistics ist es, die dazu führt, dass in Pressekonferenzen Behördenvertreter zugeben müssen, keine Ahnung davon zu haben, was in den Containern im Hafen alles so gelagert ist: “Wer mit dem Auto von der Innenstadt der 15-Millionen-Metropole Tianjin über die Autobahn nach Binhai kommt, stößt auf ein Industriegebiet, das selbst chinesischen Stadtplanern den Atem raubt. Und sie sind Gigantonomie eigentlich gewohnt. Lebten hier vor wenigen Jahren noch Fischer, reiht sich nun auf einer Fläche, das fast der halben Fläche der Schweiz entspricht, eine moderne Fabrikanlage neben der anderen. 121 der weltweiten Top-500-Unternehmen haben sich mit Fabriken in dieser Wirtschaftszone mit dem Namen Binhai New Area angesiedelt, darunter auch Firmen wie Airbus, Volkswagen und Nestlé. Dahinter erstreckt sich der ebenfalls erst vor wenigen Jahren modernisierte Hafen. Gemessen am Containerumschlag ist er der zehntgrösste der Welt” – so ist die Ausgangslage in dem Beitrag “Niemand hat die Feuerwehrkräfte über die Gefahren informiert” von Felix Lee am 17. August 2015 in den Blogs der Zeit-Online externer Link umrissen. Siehe dazu auch weitere aktuelle Artikel und Hintergrundbeiträge:

  • “China’s Communist-Capitalist Ecological Apocalypse” von Richard Smith bereits am 21. Juni 2015 bei Truthout externer Link ist ein Beitrag dessen Lektüre dazu dient, Ereignisse wie die Explosion in Tianjin in ihren gesellschaftlichen Zusammenhang zu verstehen. Obwohl auch hier so getan wird, als wäre – Beispiel Luftverschmutzung – China schlimmer als Indien (das Gegenteil ist der Fall, siehe dazu auch…) bietet der Beitrag einen Überblick über die sozialen Kosten (eben inklusive Gesundheitsprobleme aus der Umwelt) der Explosion des Kapitalismus in China – und erwähnt eben auch die Debatten um alternative Entwicklungswege, die in der politischen Entscheidung nicht beschritten wurden.
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=85416
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