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Cloud, KI und koloniale Kontinuitäten: Chiles Wasser unter Druck

Chile: Wo ist das Wasser von Atacama geblieben?„Künstliche Intelligenz, Streaming und Cloud-Dienste gelten als immaterielle Technologien. Doch ihre Infrastruktur ist es nicht. Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Energie – und vor allem Wasser. (…) Chile gehört heute zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Rechenzentren in Lateinamerika – möglicherweise bald weltweit. Rund 60 Rechenzentren mittlerer Größe verbrauchen so viel Wasser wie eine Millionenstadt wie New York. Ganze Territorien werden zu Zonen der Wasserentnahme, oft unter schwach kontrollierten oder zunehmend deregulierten Rahmenbedingungen. (…) Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Gemeinde Cerrillos im Westen von Santiago. Dort erfuhren Anwohner*innen 2019 von Plänen des Konzerns Google, ein großes Rechenzentrum zu errichten. Die Region leidet bereits unter massiver Wasserknappheit. Aus dem lokalen Widerstand entstand die soziale und ökologische Bewegung Mosacat (Movimiento socioambiental comunitario por el agua y el territorio)…“ Beitrag von Radio Matraca und Tomás Matamala vom 21. Dezember 2025 beim Nachrichtenpool Lateinamerika externer Link und mehr daraus/dazu:

  • Weiter aus dem Beitrag von Radio Matraca und Tomás Matamala vom 21. Dezember 2025 beim Nachrichtenpool Lateinamerika externer Link: „… Mosacat machte öffentlich, dass das geplante Rechenzentrum ursprünglich rund 169 Liter Wasser pro Sekunde zur Kühlung verbrauchen sollte – nahezu das gesamte verfügbare Grundwasser des lokalen Aquifers. Durch Proteste, Nachbarschaftsversammlungen und politischen Druck erreichte die Bewegung, dass Google sein Kühlungssystem ändern musste. Auch in anderen Gemeinden wie Quilicura oder Maipú konnten Projekte gestoppt oder verändert werden, die Feuchtgebiete, Abwassersysteme und die Lebensqualität der Bevölkerung gefährdet hätten. (…) Doch diese Erfolge stehen unter Druck. Aktivist*innen wie Bryan Serraille von Moscat warnen vor einer zunehmend extraktivistischen Agenda der chilenischen Regierung. (…) Parallel zum lokalen Widerstand in Chile entstehen neue Formen internationaler Solidarität. In Berlin arbeitet das Kollektiv SoliSur an der Verbindung von migrantischen Kämpfen, Umweltgerechtigkeit und anti-extraktivistischen Bewegungen. (…) Aktivist*innen aus Ländern wie Chile, Ecuador, El Salvador oder Kolumbien kommen mit Initiativen in Berlin zusammen, um Erfahrungen zu teilen und Widerstand zu vernetzen. (…) Was in Cerrillos und Quilicura geschieht, ist kein Einzelfall. Es steht exemplarisch für eine globale Entwicklung: Digitale Zukunftsprojekte, deren ökologische Kosten ausgelagert werden. Gemeinden im globalen Süden zahlen den Preis für einen Lebensstil und eine technologische Entwicklung, die anderswo profitieren. Organisationen wie Mosacat und SoliSur zeigen, dass Widerstand Wirkung entfalten kann – lokal und international. Sie fordern Transparenz über Ressourcenverbrauch, den Einsatz bestverfügbarer Technologien und eine Stärkung von Umweltgesetzen auf nationaler wie globaler Ebene. Die Frage, die bleibt, ist grundlegend: Welche Zukunft wollen wir – und wer trägt ihre Kosten?“
  • Der Beitrag basiert auf dem Radio-Podcast externer Link Audio Datei von Radio Matraca, zu diesem gibt es auch eine deutsche Fassung externer Link Audio Datei
  • Siehe das Kollektiv SoliSur externer Link und Bewegung Mosacat externer Link (Movimiento socioambiental comunitario por el agua y el territorio)

Siehe zum Thema auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=233047
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