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Von Kenia bis Indien, von den USA bis Brasilien: Zehntausende Uber-Fahrer antworten auf die Frage „Was tun, wenn Dein Boss eine App ist?“ Und die Antwort heißt: Kämpfen!

J'ai (très) mal au travail. Ein 90minütiger Dokumentarfilm über die moderne Arbeitsorganisation und ihre GefahrenEs ist inzwischen zu einer Art weltweiter Bewegung geworden: Streiks und Proteste von Uber-Fahrern in einer wachsenden Anzahl von Ländern, streben nach gewerkschaftlicher Organisierung in anderen: Die angeblichen Partner (zwecks Einsparung von Sozialabgaben) rebellieren gegen das Unternehmen vor allem dann, wenn wieder einmal weitere Verschlechterungen der Bedingungen diktiert werden sollen. Und Uber ist eben nicht nur ein globales Großunternehmen (auch wenn das beispielsweise in der BRD nicht wirklich so aussieht) – sondern auch eine Art Musterbetrieb digital organisierter Ausbeutung. Weswegen nahe liegender Weise auch die Kämpfe der und Entwicklungen in den Belegschaften (ja, Belegschaften) eine Art Mustercharakter annehmen. Siehe dazu unsere aktuelle  Materialsammlung „Uber: Die Antwort heißt kämpfen!“ vom 15. Februar 2017:

„Uber: Die Antwort heißt kämpfen!“

Indien: „On Day 3 of Ola-Uber strike: Protesting drivers stop colleagues from completing trips, taking duties“ von Sweta Goswami am 12. Februar 2017 in der Hindustan Times externer Link ist der dritte Tagesbericht  über den gemeinsamen Streik von Ola und Uberfahrern in der indischen Hauptstadt. Die beiden Unternehmen haben in Delhi rund 150.000 Beschäftigte, die sie auch hier Geschäftspartner nennen. An den ersten beiden Streiktagen hatten sich die Fahrer darauf beschränkt, Demonstrationen und Kundgebungen, sowie einen Hungerstreik zu organisieren – am dritten Tag gingen sie dazu über, arbeitswillige Fahrer davon zu überzeugen, es sein zu lassen. Die jüngst gegründete Sarvodaya Fahrergewerkschaft von Delhi zeigt sich in den Gesprächen mit den Journalisten verhandlungsbereit – was weder Unternehmen noch Behörden bisher irgendwie beantwortet haben, die Unternehmen schon lange vor dem Streik nicht – ein wesentlicher Streikgrund

  • „Cab drivers with Ola & Uber strike work across Indian metros“ am 10. Februar 2017 bei money control externer Link ist ein Artikel zum Streikbeginn, in dem auch die Fragen und Probleme, um die es bei dem Streik geht berichtet werden: Vor allem – wie immer – finanzielle Probleme sind es, die dann entstehen, wenn man so wenig erhält, dass man bei Treibstoff fast schon draufzahlen muss. In dem Artikel wird auch deutlich gemacht, dass die streikaktion nicht auf Delhi beschränkt ist, sondern auch in anderen Großstädten stattfindet
  • „More trouble for Uber & Ola, B’luru & Hyd to join drivers’ strike“ von Shashwati Shankar am 13. Februar 2017 in der Economic Times externer Link ist ein Beitrag, der die Ausweitung der Streikbewegung schildert: 25.000 Fahrer in Hyderabad haben ebenso den Streik beschlossen wie noch mehr in Bengaluru und rund 5.000 in Chennai – beginnend am Mittwoch, 15. Februar 2017. Die Ola, TaxiForSure and Uber (OTU) Drivers’ Union in Bengaluru (im Westen öfters noch Bangalore genannt) hat für diesen Streikbeschluss mobilisiert – und da statt in Aussicht gestellter 100.000 Rupien im Monat im Durchschnitt nur knapp über 30.000 eingenommen werden, war dies nicht so schwer – zumal davon etwa die Hälfte an Abgaben entsteht.
  • „With few formal unions, Ola and Uber drivers draw on informal networks to enforce strike in Delhi“ am 14. Februar 2017 bei scroll.in externer Link ist ein Beitrag darüber, wie die Fahrer mit geringem gewerkschaftlichem Organisationsgrad Smartphones und soziale Netzwerke dazu einsetzen, den Streik zu organisieren. In dem Beitrag werden nicht nur verschiedene Fahrer zitiert, die ihre Erfahrungen konstanter Verschlechterung aus den letzten Jahren berichten, sondern darin wird auch berichtet, wie es gekommen, dass so viele Fahrer einander kennen. Und es werden die Reaktionen der Unternehmen dokumentiert, wobei es vom (indischen) Ola keine gibt, Uber aber sehr wohl Drohgebärden loslässt

Kenia (und USA): „Kenyan Uber Drivers Protest 35 Percent Fare Cut“ von Evan Popp am 12. August 2016 bei Think Progress externer Link ist ein Bericht über den ersten Streik der Kenya Digital Taxi Association in den ersten Augusttagen des letzten Jahres, inklusive einer Straßenblockade in Nairobi. Auch hier war eine Beschneidung der Einkommen Streikgrund – aber auch der hohe Prozentsatz, den Uber bei den Fahrern abkassiert (25%). Obwohl die Fahrer auch hier am Firmensitz nie jemand zu sprechen bekamen, behauptet Uber, Kommunikation sei jederzeit garantiert „wenn einer unserer Partner individuelle Probleme hat“…Der Artikel verweist auch noch auf andere Länder mit vergleichbaren Auseinandersetzungen, vor allem auf die USA

USA: „Drivers Turn On Uber, Demand $15 Minimum Wage“ ebenfalls von Ted Goodman am 28. November 2016 beim Daily Caller externer Link berichtet über die Beteiligung von Uber Fahrern am Kampf um einen Mindestlohn von 15 Dollar in rund zwei Dutzend größeren Städten der USA – etwa einem Zehntel der rund 250 Orte, an denen die Mindestlohnkampagne Aktionen organisierte, darunter an vielen Flughäfen

  • „It’s a New Game for Uber Drivers If New York Passes This Law“ von Josh Eidelson am 10. Januar 2017 in Bloomberg Business Week externer Link ist ein Beitrag über die Auseindersetzungen um eine neue Gesetzgebung im Staat New York, bei der es einerseits darum geht, dass solche Unternehmen wie Uber – im Bericht geht es vor allem um das neue Unternehmen Handy, das Handwerker und Haushaltshilfen zur Verfügung stellen will – einen Beitrag zur Sozialversicherung leisten, und damit das Recht erkaufen, ihre Beschäftigten weiterhin als Partner zu behandeln. Interessant hierbei auch die Tatsache, dass frühere Gewerkschaftsvorsitzende heute Berater solcher Unternehmen sind

USA und Kanada: „As 9-to-5 Jobs Vanish, Look Who’s Reinventing the Working World“ von Paul Hampton am 25. August 2016 im YES! Magazin externer Link ist ein Beitrag in dem – vor allem anhand Entwicklungen in den USA und in Kanada – ein Überblick gegeben wird über die wachsenden Bestrebungen von Beschäftigten der „Digitalen Ökoomie“ sich gewerkschaftlich oder selbstständig zu organisieren, wie etwa bei Uber, aber auch Amazon

Frankreich: „Uber Sets Up Fund To Curry Favor With Striking Workers“ von Ted Goodman am 21. Dezember 2016 im Daily Caller externer Link ist ein Bericht über den erfolgreichen Protest der Uber Fahrer in Paris, wo die Blockade beider großer Flughäfen Uber dazu zwang, zusätzliche Zahlungen zu bewilligen – nachdem das Unternehmen auch hier die Einnahmen der sogenannten Partner ganz unpartnerschaftliche per Dekret reduziert hatte

Katar: „Hundreds of Uber drivers in Qatar go on strike after price cuts“ am 13. Februar 2017 bei The Star externer Link ist ein Bericht über die erste große Protestaktion von Uber Fahrern in Katars Hauptstadt Doha, wo das Unternehmen seit 2014 tätig ist. Vor allem Fahrer aus Äthiopien, Indien und Nepal widersetzten sich der Preisreduzierung, die auf ihre Kosten geht und mit denen Uber den Konkurrenzkampf vor Ort gewinnen will. Da gleichzeitig seit 2014 auch in Katar die Benzinpreise deutlich gestiegen sind, wird es zunehmend enger

Brasilien: „Motoristas do Uber criam sindicato no Pernambuco e se filiam à CUT“ am 11. Januar 2017 bei Sul21 externer Link ist ein Bericht über die Gründung einer neuen Gewerkschaft in nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco. Die Gewerkschaft der Uber Fahrer Pernambucos trat dem größten brasilianischen Gewerkschaftsbund, der CUT bei. Die Gewerkschaft Sindicato dos Motoristas de Transporte Privado Individual de Passageiros por Aplicativo do Estado do Pernambuco (Simtrapli-PE) organisiert auch Beschäftigte anderer App-organisierter Unternehmen

Siehe dazu unter anderem auch: „Uber-Fahrer in Ahmedabad streiken: Auch in Indien war es keine App, die die Quoten erhöht hat…“ am 14. Dezember 2016 im LabourNet Germany

 

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=111803
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