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Argentinien: Verbindung zwischen Diktatur und Mercedes-Benz im Falklandkrieg

Los 14 obreros desaparecidos de Mercedes Benz y los tres que fueron liberados habían participado en 1975 en una huelga.„Am 2. April hat sich der Beginn des Falklandkrieges zum 44. Mal gejährt. (…) Anlässlich des Jahrestags und der Verschränkung zwischen der argentinischen Diktatur und dem Falklandkrieg berichtet Journalist Esteban Viu über die Verbindung zwischen dem deutschen Autobauer Mercedes-Benz und der Militärdiktatur, die bis heute nicht aufgearbeitet ist. „Die Gefangenen wurden in einen Mercedes-Benz LKW gebracht, den wir ironisch ‚Menéndez-Benz‘ nannten, in Anlehnung an den Nachnamen des Generals, der das III. Korps befehligte.“ (….) Die Verbindung zwischen dem Unternehmen und der argentinischen Diktatur war so eng und funktional, dass Mercedes-Benz hohe Gewinne erwirtschaftete, während die von ihnen produzierten Lastwagen Leichen zu Massengräbern und Soldaten auf den Falklandinseln transportierten…“ Beitrag von Bastian Greshake Tzovaras vom 9. April 2026 in amerika21 externer Link – siehe mehr daraus und dazu:

  • Weiter aus dem Beitrag von Bastian Greshake Tzovaras vom 9. April 2026 in amerika21 externer Link mit Texten von Esteban Viu: „… Die Geschichte begann nicht auf den Straßen von Córdoba, sondern im Herzen des nationalsozialistischen Deutschlands, wo Mercedes-Benz nicht nur Zulieferer, sondern Täter war: Das Unternehmen betrieb ein Lager, in dem etwa 800 Juden und Jüdinnen unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiteten, um die Rentabilität des LKW-Werks zu sichern. Innerhalb weniger Monate starben 300 von ihnen an Hunger und Erschöpfung. Die Zahlen jener Zeit sprechen für sich: Von den 63.000 Angestellten des Unternehmens waren schätzungsweise 32.000 Zwangsarbeiter:innen. 1942 ging die Geschäftsleitung sogar so weit, die SS aufzufordern, „2.000 erschöpfte polnische Arbeiter“ durch „frische, neue Kontingente“ zu ersetzen. Die Einsparungen bei den Löhnen – das Unternehmen zahlte keine Gehälter, sondern lediglich eine geringe „Miete“ für Zwangsarbeiter an die SS – sicherten den Aktionären weiterhin Dividendenzahlungen. Die Verbindung zwischen dem Unternehmen und der SS war so eng, dass Adolf Eichmann unter falscher Identität aus Deutschland nach Argentinien floh und später als Ricardo Klement bei Mercedes-Benz im Werk in González Catán arbeitete. 30 Jahre später ähnelte die Situation in Argentinien in mancher Hinsicht: Mercedes-Benz war dort strategischer Partner und wichtiger Lieferant der Militärdiktatur. Hauptkunde war die Armee, wodurch das Unternehmen zu den 20 umsatzstärksten Firmen des Landes wurde. Das Unternehmen übergab den Repressionskräften der Diktatur die Privatadressen seiner Gewerkschaftsvertreter, um so die Entführungen im Werk zu verschleiern. Die Ausnahme davon bildete Héctor Ratto, der als Einziger an seinem Arbeitsplatz entführt wurde und vermutlich nur überlebte, weil seine Kollegen die Entführung direkt miterlebt hatten. Mercedes-Benz verkaufte dem Staat nicht nur seine Fahrzeuge, sondern garantierte auch ein stilles Werk, das auf Kosten der verschwundenen Arbeiter Profit machte. Innerhalb des Werksgeländes der deutschen Marke befand sich ein militärischer Überwachungsposten. Die Involvierung von Mercedes-Benz und seiner Mitarbeiter ist bis heute nicht abschließend aufgearbeitet. Bis heute gelten 14 Arbeiter des Werks als vermisst. Der Deutschen Welle gegenüber erklärte Mercedes-Benz hingegen, dass ihre eigene unabhängige Kommission keine Beweise für entsprechendes Verhalten unter den ehemaligen Mitarbeitern gefunden habe. Eine Klage, die das Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte in Deutschland vorgebracht hatte, wurde 2003 eingestellt. In Argentinien wurde erst 2023 ein Gerichtsverfahren gegen Vorgesetzte wegen der Verbindung zu der Entführung von sieben Arbeitern vorgebracht. Im Januar 2026 wurde bemängelt, dass der Prozess noch immer keinen Termin hat…“ Siehe dazu umfangreicher
  • Diktatur und die Falklandinseln: Der Mercedes-Benz-Faktor
    Die Geschichte, wie der deutsche Automobilhersteller sich an der „Bürokratie des Todes“ während der Diktatur beteiligte und zum unverzichtbaren logistischen Rückgrat der Falklandinseln wurde…“ span. Artikel von Esteban Viu vom 1. April 2026 in La tinta externer Link („Dictadura y Malvinas: el factor Mercedes-Benz „) mit Fotos und Dokumenten

Siehe zum Thema Daimler in Argentinien und die Dokumentation des Falles im LabourNet-Archiv: Die „verschwundenen“ Gewerkschafter von Mercedes Benz (deutsch)

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=234876
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