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Streiks beim Wellpappkonzern DS Smith an allen fünf Standorten in Deutschland gegen die Schließungen und für einen Sozialtarifvertrag
„… Im November wurden die Belegschaften in sechs Werken (neben den zwei OWL-Standorten sind auch Endingen am Kaiserstuhl, Donauwörth, Mannheim und Glinde betroffen) des zum US-Konzern International Paper (IP) gehörenden Verpackungsherstellers DS Smith über eine anstehende betriebsändernde Maßnahme informiert. Demnach sollten fünf dieser Standorte, darunter auch die in OWL, komplett geschlossen werden, Paderborn zum 30.09.2026 und Hövelhof zum 31.12.2026. (…) Deshalb sind die Belegschaften an allen fünf Standorten am heutigen 21. Mai in den Streik getreten. „Jahrzehnte geschuftet – heute nix mehr wert?“ oder „Ihr saniert euch auf unsere Kosten!“ war auf Schildern der Streikenden zu lesen. Parallel zu den Streiks laufen die Verhandlungen mit dem GBR am heutigen Tag am für Deutschland zentralen Standort der Gruppe in Erlensee weiter.“ Pressemitteilung vom 21.05.2026 von ver.di Bezirk Ostwestfalen-Lippe
– siehe mehr Informationen:
- Globale »Marktbereinigung« im Pappgeschäft: US-Papierhersteller schließt fünf Fabriken in Deutschland. Verdi fordert einen Sozialtarifvertrag. Beschäftigte streiken für angemessene Abfindungen
„… Der britische Verpackungshersteller DS Smith – seit Ende Januar 2025 Bestandteil des US-amerikanischen Konzerns International Paper (IP) – will in diesem Jahr fünf Fabriken in Deutschland schließen. Mit Streiks am Donnerstag vor Pfingsten untermauerten die Kollegen an den Standorten ihren Anspruch auf einen Sozialplan mit angemessenen Abfindungen. Bereits im vergangenen November wurden die Beschäftigten über die anstehenden Schließungen bzw. Teilschließungen informiert. Danach steht für den Standort Paderborn bereits zum 30. September, für die ebenfalls in Ostwestfalen gelegene Fabrik in Hövelhof zum Jahresende die vollständige Schließung an. Außerdem sollen die Werke Endingen am Kaiserstuhl, Donauwörth und Mannheim dichtgemacht werden. Für die Fabrik im schleswig-holsteinischen Glinde ist eine Teilschließung geplant. Insgesamt rund 500 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. (…)
Zeitgleich wurde vergangene Woche bekannt, dass DS Smith mehr als 14 Millionen Euro in die rumänischen Verpackungswerke in Timișoara und Ghimbav investieren will, um Produktionsabläufe zu modernisieren, Kapazitäten zu erweitern und Entwicklungen neuer Verpackungslösungen voranzutreiben, wie das Packaging Journal online am 22. Mai berichtete. Investitionen wären aus Sicht von Verdi, Betriebsräten und Belegschaften auch an den von Schließung betroffenen deutschen Standorten sinnvoll und machbar gewesen. Doch der global agierende IP-Konzern mit seiner Tochter DS Smith kalkuliert anders: Angesichts von mehr als 430 Papierfabriken und Verpackungswerken mit circa 65.000 Beschäftigten in über 30 Ländern werden fünf Standorte in Deutschland zur reinen Dispositionsmasse.“ Artikel von Gudrun Giese in der jungen Welt vom 26.05.2026
- DS-Smith-Werke retten: ver.di und Gesamtbetriebsrat erarbeiten Alternativkonzepte
„Die kleine Delegation besuchte alle Werke, die DS Smith schließen will: Hövelhof, Paderborn, Mannheim, Endingen, Donauwörth und die Produktion in Hamburg. Mitgereist: ein Rechtsanwalt, ein Wirtschaftssachverständiger, die Spitze des Gesamtbetriebsrats. Sie informierten sich bei den örtlichen Betriebsräten, um deren Sicht auf mögliche Probleme zu erfahren und Ideen zu sammeln, wie sich Produktivität und Auftragslage verbessern ließen. Auf dieser Basis entwickelt der Wirtschaftssachverständige Alternativkonzepte, die er in den Verhandlungen mit dem Konzern präsentieren wird. Ziel des Gesamtbetriebsrats ist es, die Standorte zu retten…“ Meldung vom 25. März 2026 bei ver.di Druck, Verlage, Papier und Industrie
- Keine Wertschätzung: DS Smith schließt Werk in Berlin | 85 Beschäftigte werden arbeitslos
„Fast wäre die Nachricht untergegangen. DS Smith kündigte Mitte Dezember 2022 Investitionen von fast 120 Millionen Euro in den Standorten Nördlingen, Arenshausen und Arnstadt an. Erst gegen Ende der Pressemitteilung informierte der britische Verpackungskonzern über die geplante Schließung des Werks in Berlin. Angeblich sei der Standort unwirtschaftlich. Das stimmte, sagt Betriebsratsmitglied Michael Kehrberg. Aber nur deshalb, weil über mehrere Monate große Produktionsmengen an Wellpappe aus dem Berliner Werk abgezogen und in andere DS-Smith-Werke verlagert worden seien. »Auf einmal hieß es, wir produzieren zu wenig. Das Werk würde sich nicht rentieren.«…“ Artikel vom 20. März 2023 in der ver.di-Branchenzeitung DRUCK+PAPIER
Siehe auch unser Dossier von 2016: Palm-Gruppe: Mahnwache am insolventen Wellpappe-Werk in Gelsenkirchen