Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026: „Nicht nur ackern, auch entscheiden!“

Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 / International Year of the Woman FarmerAnlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 hat sich ein breites Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und Ländlichem Raum zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Das Bündnis fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in ihrer ganzen Vielfalt in allen Bereichen der Landwirtschaft. Frauen sind zentral für die Zukunft der Landwirtschaft, als Betriebsleiterinnen, mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmerinnen, Saisonarbeiterinnen, Hausfrauen, Mütter, Pflegende oder Ehrenamtliche. Obwohl sie in vielen Betrieben an strategischen Entscheidungen beteiligt sind und elementare Aufgaben übernehmen bleiben ihre Leistungen häufig unsichtbar und rechtlich ungleich anerkannt…“ Pressemitteilung der IG BAU vom 14.01.2026 externer Link und die Erklärung:

  • Organisierte Bäuerinnen: Ausbau der Solidarität: Frauen in der Landwirtschaft kämpfen für ihre Rechte. Sie fordern die gleichberechtigte Teilhabe in dem Sektor New
    „Frauen fahren Mähdrescher, Frauen treiben Kühe auf die Alm, Frauen verarbeiten Feldfrüchte. Das alles ist nicht neu. Neu ist, dass sich weibliche Beschäftigte rund um die Landwirtschaft zusammentun und für ihre Rechte streiten. Anlass dafür ist das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft, das 2026 zum ersten Mal stattfindet.
    In Deutschland haben sich verschiedene Organisationen, von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft über Bioverbände und katholische Vereine bis hin zur Gewerkschaft IG BAU, zu einem Verbändebündnis zusammengeschlossen, das die »gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in ihrer ganzen Vielfalt in allen Bereichen der Landwirtschaft« fordert. (…)
    Die Mehrheit der im Agrarsektor arbeitenden Frauen ist abhängig beschäftigt. »Fast 60 Prozent der Frauen, die in der Landwirtschaft tätig sind, sind Arbeitnehmerinnen«, weiß Dagmar Heyens, selbst als Industriefachwirtin in einem großen Putenvermehrungsbetrieb angestellt und stellvertretende Bundesfachgruppenvorsitzende Landwirtschaft in der IG BAU. Damit spielten Frauen eine wichtige Rolle in der Lebensmittelerzeugung, in der Gestaltung ländlicher Räume und im betrieblichen Alltag. »Unsere Forderungen zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft sind klar: Lohngerechtigkeit verankern – unabhängig von Geschlecht und Herkunft –, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen gewährleisten, soziale Absicherung garantieren.« Dabei gehe es weiblichen abhängig Beschäftigten in mancher Hinsicht besser als Selbständigen. »Für uns gelten Tarifverträge, Mutterschutz ist selbstverständlich, und in dem Betrieb, in dem ich arbeite, ist gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit obligatorisch«, sagt sie gegenüber jW. Etwa 45 Prozent beträgt der Frauenanteil bei Kartzfehn, dem europaweit größten unabhängigen Putenvermehrungsbetrieb mit Niederlassungen in Niedersachsen und Brandenburg. Dass hier gleiche Bedingungen und Tarife gelten, sei auch der Gewerkschaft zu verdanken, die für alle Beschäftigten gleichermaßen gekämpft habe.
    Für selbständige Landwirtinnen bleibt es schwieriger, den Schulterschluss mit Kolleginnen hinzubekommen. Das Verbändebündnis soll so auch der besseren Vernetzung dienen
    …“ Artikel von Gudrun Giese in der jungen Welt vom 23.01.2026 externer Link
  • ERKLÄRUNG ZUM  INTERNATIONALEN JAHR DER FRAUEN IN DER LANDWIRTSCHAFT
    „… Obwohl Frauen in vielen Betrieben an strategischen Entscheidungen beteiligt sind und elementare Aufgaben übernehmen, von Buchhaltung bis zu vielfältiger Hofarbeit, bleiben ihre Leistungen häufig unsichtbar und rechtlich ungleich anerkannt. Fast 90 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden derzeit von Männern geführt, und die rechtliche Beteiligung von Frauen an Betrieben ist noch längst nicht selbstverständlich. Die Studie „Frauen.Leben.Landwirtschaft.” gibt einen umfassenden Einblick in die Situation.
    Wir sind überzeugt: Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und Selbstbestimmung sind unverhandelbare Grundrechte. Frauen sind zentral für die Zukunft der Landwirtschaft, als Betriebsleiterinnen, mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmerinnen, Saisonarbeiterinnen, Hausfrauen, Mütter, Pflegende oder Ehrenamtliche. Obwohl Frauen in vielen Betrieben an strategischen Entscheidungen beteiligt sind und elementare Aufgaben übernehmen, von Buchhaltung bis zu vielfältiger Hofarbeit, bleiben ihre Leistungen häufig unsichtbar und rechtlich ungleich anerkannt. Fast 90 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden derzeit von Männern geführt, und die rechtliche Beteiligung von Frauen an Betrieben ist noch längst nicht selbstverständlich.
    Selbstbestimmung und Anerkennung hängen nicht nur von individuellen Entscheidungen ab, sondern vor allem von den gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die Chancen eröffnen oder einschränken. Angesichts weltweiter Rückschritte bei Selbstbestimmung und Gleichberechtigung ist Solidarität wichtiger denn je. Mit dieser Erklärung setzen wir ein klares Zeichen für den Schutz und die Stärkung aller Frauen in ihrer Vielfalt. Zu dieser Vielfalt gehören für uns selbstverständlich auch trans und genderqueere Menschen, da sie oft dieselben Diskriminierungen erfahren. Im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft werden wir daher verbandsübergreifend zur gleichberechtigten Teilhabe in der Landwirtschaft beitragen. Wir laden zur Diskussion ein und betonen: die Leistungen aller Frauen müssen gesehen, gewürdigt und rechtlich anerkannt werden…“ Erklärung vom Januar 2026 externer Link bei der IG BAU und darin 8 Handlungsfelder:
    1. Frauen als Eigentümerinnen und Betriebsleiterinnen fördern
      2. Soziale Absicherung garantieren
    2. Care-Arbeit anerkennen und gerecht umverteilen
    3. Lohngerechtigkeit vera
    4. Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen gewährleisten
    5. Politische Teilhabe und Repräsentation stärken
    6. Bildung, Forschung und Beratung geschlechtergerecht gest
    7. Daseinsfürsorge in ländlichen Räumen sichern

Grundinfos:

Siehe von 2018: Der Unternehmerterror gegen marokkanische Landarbeiterinnen in Andalusien ruft wachsenden Protest hervor – der alltägliche Terror sexueller Gewalt auch und Vergewaltigt auf Europas Feldern

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=233594
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