- Automobilindustrie
- Bauindustrie und Handwerk
- Chemische Industrie
- Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst
- Elektrotechnik
- Energiewirtschaft (und -politik)
- Fahrzeugbau (Vom Fahrrad, über Trecker bis zum Flugzeug)
- Gewerkschaften als Arbeitgeber
- Holz, Papier, Glas und Kunststoffe
- Landwirtschaft und Gartenbau
- Lebens- und Genussmittelindustrie
- Maschinen- und Anlagenbau
- Medien und Informationstechnik
- Rüstungsindustrie und -exporte
- Sonstige Branchen
- Stahl-Industrie
- Stoffe und Bekleidung
Tarifrunde Metall und Elektro 2026: „Die Lage ist extrem differenziert … Was sollen wir fordern?“
Dossier
„Die Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie ist gestartet. Die Tarifkommissionen der IG Metall haben sich zusammengeschaltet, um die Lage und erste Forderungen zu diskutieren. Die Lage ist extrem differenziert: Viele Betriebe stecken in der Krise, andere wiederum machen gute Gewinne. Ab Oktober verhandelt die IG Metall wieder über höhere Entgelte für 3,8 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie. Zum Auftakt zur Tarifbewegung haben die Tarifkommissionen der IG Metall am Mittwoch die Kündigung der derzeitigen Entgelttarifverträge in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen – die Voraussetzung für Tarifverhandlungen – und die Diskussion über die wirtschaftliche Lage und mögliche Forderungen für die Tarifverhandlungen gestartet…“ Meldung der IG Metall vom 25. Juni 2026
und erste Beiträge dazu:
- Pforzheim lässt grüßen: IG Metall schon vor Beginn der Tarifrunde Metall und Elektro 2026 zu flexiblem Tarifabschluss bereit – (Flassbeck: „ein grandioser Irrweg“)
- Christiane Benner: IG Metall ist zu flexiblem Tarifabschluss bereit
„Die Gewerkschaftsvorsitzende Christiane Benner will bei der Lohnrunde stärker nach Geschäftslage und Region differenzieren. Einen reinen Inflationsausgleich lehnt sie aber ab.
Die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie spürbare Lohnzuwächse für die Beschäftigten durchsetzen. „Ein Inflationsausgleich wäre zu wenig“, sagte die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner im Interview mit der WirtschaftsWoche
[paywall]. Zugleich zeigte sich Benner angesichts der schwierigen Situation vieler Industriebetriebe offen für einen Tarifabschluss mit Öffnungsklauseln. „Wir wissen, dass die wirtschaftliche Lage bei vielen Betrieben angespannt ist. Eine solche Situation habe ich während meiner Zeit bei der IG Metall noch nie erlebt“, so Benner. „Flexible Instrumente, die die wirtschaftliche Situation berücksichtigen, sind keine Revolution. Sie sind Bestandteil einer differenzierten Tarifpolitik – und es hat sie in der Vergangenheit auch schon gegeben“, so Benner im WirtschaftsWoche-Interview. Sie verwies darauf, dass es in einigen Branchen sehr gut laufe, etwa in der Luftfahrt, Teilen des Energiesektors, der Medizintechnik und der Rüstungsindustrie. Auch geografisch bestünden große Unterschiede…“ Artikel von Bert Losse und Annina Reimann vom 31.08.2026 in der WirtschaftsWoche online 
- IG-Metall will mehr betriebliche Lohn-Flexibilität – Das ist ein grandioser Irrweg
„Nicht von den Arbeitgebern, nein, von der IG-Metall selbst kommt ein Vorstoß zur Flexibilisierung der Tarifabschlüsse. Das ist tragisch. Es zeigt jedoch die seit Anfang der 2000er Jahre um sich greifende Desorientierung der Gewerkschaftsfunktionäre. Jahrzehntelang war der Flächentarifvertrag das wichtigste Instrument gewerkschaftlicher Lohnpolitik. Doch das Wissen um die überragende Bedeutung des Flächentarifvertrages für die Arbeitnehmer und für die gesamte Volkswirtschaft ist verloren gegangen. Wer Produktivitätszuwächse und steigende Reallöhne für alle Beschäftigten will, muss auf der strikten Anwendung des Flächentarifvertrages beharren. Wer davon abweicht, führt die Volkswirtschaft auf die falsche Schiene der Rettung von Arbeitsplätzen um jeden Preis. (…) Die Mobilität der Arbeitskräfte, die von der klassischen Theorie unterstellt wird, gibt es (…) auf modernen Arbeitsmärkten nicht. Einerseits sind die Arbeitnehmer sesshaft geworden und können und wollen nicht alle paar Monate umziehen, um sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Andererseits ist auch den Unternehmen daran gelegen, gut eingearbeitete Fachkräfte zu halten, weil die Suchkosten auf ihrer Seite u.U. sehr hoch sind. Folglich haben die Gewerkschaften in einigen Ländern in den 1950er- und 1960er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts angefangen, Tarifverträge zu vereinbaren, die Gehaltsstrukturen und Lohnsteigerungen über ganze Branchen oder – via Zusammenarbeit verschiedener Gewerkschaften – gar über die Gesamtwirtschaft hinweg ähnlich regeln. Diese Flächentarifverträge sind nichts anderes als ein funktionales Äquivalent zur Mobilität der Arbeitskräfte in einer Welt, in der die Arbeitskräfte nicht mehr so mobil sind. (…) Trotz einer worauf auch immer zurückzuführenden Immobilität der Arbeitskräfte kann dem Gesetz des „gleichen Lohns für gleiche Arbeit“ Geltung verschafft werden. Am besten gewährleistet dies ein Flächentarifvertrag mit möglichst wenigen Ausnahmen. Nur in einem solchen System funktioniert die Steuerung der wirtschaftlichen Entwicklung über die Gewinne anstatt über Ersatzmechanismen wie betriebliche Vereinbarungen. Nicht anders als bei staatlichen Subventionen für notleidende Branchen muss eine Abweichung vom Prinzip des gleichen Preises für alle Produktionsfaktoren einschließlich Arbeit die Ausnahme sein. Etliche Fälle haben in der Vergangenheit gezeigt, dass derjenige, der die Ausnahme zur Regel macht, nicht nur die aus vielen guten Gründen bei uns gewachsenen Strukturen des sozialen Dialogs zerstört, sondern vor allem die marktwirtschaftliche Effizienz eines sich dynamisch entwickelnden Systems. (…) Lohnvereinbarungen, bei denen die einzelnen Branchen Lohnsteigerungen entsprechend der Produktivitätsentwicklung in ihrer jeweiligen Branche bzw. in ihrem Sektor zahlen, sind aus ähnlichen Gründen problematisch wie die betriebliche Differenzierung. Wenn der Wirtschaftszweig mit dem höchsten Produktivitätszuwachs die höchsten Lohnsteigerungen zu verkraften hat und der mit dem niedrigsten Produktivitätswachstum die geringsten, hemmt auch das den technischen Fortschritt und bringt auf diese Weise Einkommenseinbußen mit sich gegenüber einer Situation, in der sich alle Branchen am durchschnittlichen Produktivitätswachstum der gesamten Volkswirtschaft orientieren. Denn die Gewinne und damit die Investitionsmöglichkeiten der erfolgreicheren Branchen wachsen langsamer bzw. der Spielraum für relative Preissenkungen der erfolgreicheren Branchen gegenüber den weniger erfolgreichen nimmt bei rein branchenorientierten Lohnabschlüssen ab. (…) Der Versuch, die Branche durch unterdurchschnittlich wachsende Löhne von der Kostenseite her zu retten, ist mittel- bis langfristig zum Scheitern verurteilt, weil die Arbeitskräfte versuchen werden, die Branche zu wechseln. Je nach Qualifikation ist ein solcher Wechsel auch nicht generell unmöglich. Zwar mag ein Bergmann nicht ohne zeitintensive Umschulung in den Telekommunikationsbereich wechseln können, ein Elektriker aus dem Baugewerbe wird jedoch ohne allzu große Schwierigkeiten in der Industrie Arbeit finden. Das Law of One Price lässt sich eben nicht beliebig aushebeln. Spätestens bei der Frage, welche Ausbildungsrichtung unter Schulabgängern bevorzugt wird, spielen die Aussichten auf das spätere Arbeitseinkommen eine Rolle. Werden über Jahre hinweg in einer schwachen Branche unterdurchschnittliche Lohnsteigerungen vereinbart, zieht das keine neuen Talente unter den Arbeitskräften an. Dann gesellt sich zu der unterdurchschnittlichen Produktivitätsentwicklung auch noch eine Art Negativauslese am Arbeitsmarkt, was die langfristigen Aussichten der Branche weiter verdüstern dürfte.“ Artikel von Heiner Flassbeck vom 2. September 2026 auf seinem Blog Relevante Ökonomik
- „Tarifrevolution“ bei der IG Metall
„Im Herbst startet die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die Unternehmen haben wie stets „nichts zu verteilen“. Die Antwort der IG Metall: Verstehen wir, aber es gibt auch Firmen, die machen viel Gewinn. Also mehr Lohn dort und, klar, weniger bei dem großen Rest. Über eine fatale Logik. (…)
Mit einem Zuschlag für wenige den Abschlag für viele verkaufen
Denn die Idee der IG Metall passt nur auf den ersten Blick nicht in die aktuelle „Landschaft“, in der es bekanntlich wegen der Wirtschaftskrise nichts zu verteilen gibt. Am Ende bereitet sie nämlich den Weg für angemessen niedrige Tarifabschlüsse. Und das geht so: Den Aufschlag sollen nur jene Firmen der Metall- und Elektroindustrie zahlen, denen es entgegen der allgemein schlechteren Lage vergleichsweise gut geht. Dazu gehören die Luft- und Raumfahrtindustrie, Medizin- und Energietechnik, Rüstungsproduzenten und Teile des Maschinenbaus. Die Mehrheit der Unternehmen müsste keinen Aufschlag entrichten und erhielten ihren geforderten geringen Tarifabschluss. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen zahlt auf jeden Fall noch weniger. Denn das sogenannte „T-Geld“ entfällt automatisch für jene Betriebe, deren Umsatzrendite unter 2,3 Prozent sinkt.
So könnte die Gewerkschaft ihren Mitgliedern einen krisengerechten niedrigen Tarifabschluss verkaufen. Damit, schreibt die Süddeutsche Zeitung, muss sie „nicht befürchten, dass ihre Mitglieder in gutverdienenden Unternehmen der Rüstung oder Raumfahrt den generellen Abschluss ablehnen“ (SZ, ebenda).
Der Charme der Sonderzahlung: bei Bedarf jederzeit einstellbar
Willkommen im Tarifdschungel: Neben den Monatsentgelten, Eckentgelten, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, neben den zahllosen Lohngruppen und je nach Bundesland unterschiedlichen Entgelthöhen gibt es auch die Sonderzahlung „Tarifliches Zusatzgeld“ (T-Geld), in Höhe von 18,4 Prozent des Monatsgehalts. Sonderzahlungen haben laut IG Metall den Vorteil: „Sie können differenziert und in Zeit gewandelt werden, um in betrieblichen Krisen Arbeitsplätze zu sichern, ohne dass das Monatsgehalt gekürzt wird.“ Betriebe verfügen damit über ein bequemes Mittel, ihren Beschäftigten während eines gültigen Tarifvertrages weniger zu bezahlen – wenn sie weniger Gewinn machen als besagte 2,3 Prozent.
Die vermeintliche „Tarifrevolution“ besteht nun darin, dieses Instrument ausnahmsweise umzukehren: „Wir haben eine automatische Differenzierung von Teilen des Gehalts nach unten, wenn es einem Betrieb schlecht geht. Dann sollte es auch eine automatische Differenzierung nach oben geben, wenn die Geschäfte toll laufen. Denkbar wäre, das T-Geld zu erhöhen, wenn ein Betrieb eine bestimmte Umsatzrendite erwirtschaftet hat“, sagt Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall in Nordrhein-Westfalen (zit. nach SZ, ebenda)…“ Artikel von Björn Hendrig vom 29. August 2026 im Overton-Magazin
- IG-Metaller fordern „Flexibilität nach unten und oben“
„Zwei regionale IG-Metall-Chefs schlagen vor, das Tarifentgelt stärker an den Unternehmenserfolg zu koppeln. So würden Rüstungs- und Energiefirmen stärker zur Kasse gebeten und Autobauer geschont.
Berlin. Zwei Bezirksleiter der IG Metall haben im Vorfeld der großen Tarifrunde im Herbst einen Vorstoß gemacht, wie die Sozialpartner die enorme Kluft innerhalb der Branche überbrücken könnten: Sie schlagen vor, dass gut verdienende Betriebe ihren Mitarbeitern einen Aufschlag zahlen. Das könnte im Gegenzug einen niedrigeren allgemeinen Tarifabschluss für die rund vier Millionen Beschäftigten der gesamten Metall- und Elektroindustrie ermöglichen. Die Teile der Branche, denen es nicht gut geht, würden so geschont – vor allem die Autobauer und ihre Zulieferer. (…)
Benner beklagte daher: „Die Arbeitgeber missbrauchen die Krise als Vorwand, um Tabula rasa zu machen.“ Sie versuchten, „Errungenschaften zu schleifen, die von uns hart erkämpft und bezahlt wurden“, sagte sie mit Blick auf die Forderung von Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller
nach einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Volkswagen hat angekündigt, bis 2030 mindestens 50.000 Stellen abzubauen – darüber hinaus kursieren Pläne für bis zu vier Werksschließungen, die der Konzern bisher nicht offiziell bestätigt hat.
Entsprechend kompliziert wird die im Herbst anstehende Tarifrunde für Deutschlands größte Industriebranche. Vor allem im Arbeitgeberlager ist die Nervosität schon jetzt enorm hoch, berichten Insider. „Am Ende könnte mehr Differenzierung nötig sein“, kündigte Benner an.
Eine ganz konkrete Differenzierung haben nun bereits die beiden IG‑Metall-Bezirksleiter der Regionen Küste und NRW, Daniel Friedrich und Knut Giesler, ins Spiel gebracht. Sie wollen ein Instrument ausbauen, das bisher nur für Krisen gedacht ist: das „Transformationsgeld“ (T-Geld), das in Baden-Württemberg „Trafobaustein“ heißt.
Dabei handelt es sich um eine weitere, 2021 eingeführte jährliche Sonderzahlung neben dem Weihnachts- und dem Urlaubsgeld. Sie beträgt 18,4 Prozent eines Monatseinkommens. Wenn die Umsatzrendite eines Unternehmens jedoch unter 2,3 Prozent sinkt, kann es die Auszahlung erst verschieben und bei Bedarf auch ganz aussetzen. Dieses Instrument könnte man so umwidmen, dass boomende Betriebe ab einer gewissen Rendite mehr zahlen, schlagen die Gewerkschafter vor. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuerst darüber berichtet…“ Artikel von Barbara Gillmann vom 21.08.2026 im Handelsblatt online
- Wir erinnern an:
- Tarifverträge zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit?
Artikel von Wolfgang Schaumberg und Mag Wompel, erschienen in express 11-12/1997 - Siehe im LabourNetArchiv (bis 2012) unsere Rubrik Differenzierung und Flexibilisierung der Tarifpolitik und darin u.a. Wieviel Differenzierung verträgt Solidarität?
- Tarifverträge zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit?
- Christiane Benner: IG Metall ist zu flexiblem Tarifabschluss bereit
- Befragung der Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie startet. Kapitalisten klagen über Kosten und Krise: Achtung Lohndrücker!
„Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie beginnen zwar erst im Oktober, aber die Diskussionen in den Tarifkommissionen sind bereits angelaufen. Am 1. Juni startet die Beschäftigtenbefragung zu den Forderungen, mit denen die IG Metall in die Verhandlungen gehen will. (…) Die erste Frage in dem Bogen lautet: „Wie schätzt du die wirtschaftliche Situation bei dir im Betrieb ein?“ Erst danach werden Themen abgefragt, die die Kollegen bewegen: steigende Preise für Lebensmittel, Wohnkosten, Gesundheitskosten, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die Zukunft des Betriebes, Weiterbildungsangebote, Ausbildung und Übernahme junger Menschen sowie Rente. Anschließend gibt es die Möglichkeit, die jeweils eigene Vorstellung zur Entgeltforderung einzusortieren: „kräftig“, „moderat“, „klein“ oder „gar keine Entgelterhöhung“ – das sind die möglichen Antworten. Eine Lohnerhöhung in Euro oder Prozent anzugeben, ist nicht vorgesehen. Es bleibt also der Interpretation der Auswertenden überlassen, ob eine kräftige Erhöhung 3 oder 10 Prozent, 50 oder 500 Euro sind. Die letzte Frage ist zur Bereitschaft der Befragten, sich einzusetzen – also Mitglied zu werden, sich zu informieren, an Warnstreiks teilzunehmen beziehungsweise zu streiken, „wenn es nötig ist“. Dieser Fragebogen wird für die Forderungsfindung wenig hilfreich sein. Es hat den Anschein, dass die Erwartungen gedämpft werden sollen – auch weil die Abfrage zur wirtschaftlichen Lage als Einstieg gewählt wurde. (…) Die Reallöhne sind seit dem Jahr 2018 rückläufig. Dazu kommt, dass auch die Beschäftigungssicherungsvereinbarungen die Reallöhne gesenkt haben, da dort tarifliche Standards abgesenkt wurden. „Insbesondere werden übertarifliche Zulagen reduziert oder vollständig abgeschafft; in einzelnen Fällen kommt es darüber hinaus zur Aufkündigung bestehender Tarifverträge. Die tariflichen Eingriffe betreffen dabei nicht nur Entgeltbestandteile und Sonderzahlungen, sondern auch Arbeitszeitregelungen. (…) Sie bedeuten Reallohnverluste für einen Großteil der Beschäftigten in der Branche“, so das WSI. (…) Eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Das Gejammere der Kapitalisten wird groß sein. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), klagte bereits am 13. Mai in der Tagesschau über die hohen Lohnkosten sowie die gravierende und anhaltende Standortkrise. Je näher wir der Forderungsaufstellung kommen, desto lauter wird das Wehklagen der Kapitalisten. Davon dürfen sich die Kolleginnen und Kollegen aber nicht abschrecken lassen. Für das Kapital gibt es keinen richtigen Zeitpunkt für eine gute Lohnerhöhung. Es will immer – ob Krise oder Hochkonjunktur – die Löhne drücken, um die Gewinne zu steigern. Tatsache ist – und das zeigen auch die Zahlen des WSI –, dass in den meisten Unternehmen trotz sinkender Profitmargen weiterhin Gewinne erzielt werden. Sie sind nur niedriger als die Gewinne, die sie sich wünschen.“ Artikel von Christa Hourani in UZ vom 29. Mai 2026
Siehe zuletzt: Dossier: Tarifrunde Metall und Elektro 2024: „Wir wollen mehr Geld, weil wir es brauchen“ (7 Prozent mehr Lohn für 12 Monate)
Die Grafik zum Dossier ist von der Tarifrunde Metall und Elektro 2024: „Wir wollen mehr Geld, weil wir es brauchen“ (7 Prozent mehr Lohn für 12 Monate) (IG Metall)