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InRa-Studie belegt Rassismus als Behördenroutine: Diskriminierung ist in deutschen Jobcentern, Sozialämtern oder bei der Polizei verbreitet
„… Deutschland hat ein erhebliches Problem mit Rassismus. Ein 2024 vorgelegter Bericht der EU-Agentur für Grundrechte attestierte der Bundesrepublik die höchste Diskriminierungsrate aller 13 untersuchten Mitgliedsstaaten. Bekannt ist dabei, dass Menschen auch in Behörden wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe benachteiligt werden. Von den Fällen, die in einem 2024 erschienenen Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes geschildert wurden, bezogen sich 14 Prozent auf Ämter und Behörden. (…) Rassismusvorwürfe gegenüber Behörden, konstatiert die Untersuchung, würden bisher häufig als Einzelfälle abgetan, die in individuellen Einstellungen von Behördenmitarbeitern begründet seien. Dabei werde aber die »Möglichkeit« übersehen, dass auch Richtlinien, informelle Praktiken oder in Kollegien vermittelte Arbeitsabläufe rassistisch wirken könnten. In dem Fall ist von »institutionellem« Rassismus die Rede. Dieser sei, so ein zentraler Befund der Erhebungen, »in allen Institutionentypen nachweisbar«…“ Artikel von Hendrik Lasch vom 18.02.2026 in ND online
(„Nicht nur Einzelfälle“) und mehr Infos zu der InRa-Studie:
- InRa-Studie „Institutionen & Rassismus“
- Informationen zur Studie bei FGZ
(Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Leipzig) - Abschlussbericht
„Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland“
- Informationen zur Studie bei FGZ
- Studie: Rassismus in Ämtern und Behörden stark verbreitet
„Eine neue Großstudie zeigt, wie verbreitet Vorurteile und rassistische Vorstellungen in Ämtern und Behörden verbreitet ist. Routinen, Ermessensspielräumen und Behördenkultur entscheiden oft über Chancen. Wer weniger glaubwürdig erscheint, bekommt weniger Hilfe – und viele Betroffene schweigen, weil sie keine Konsequenzen erwarten. Rassismus ist einer Studie zufolge in Behörden mindestens so verbreitet wie in der Gesamtbevölkerung. Er zeige sich seltener in offenen Anfeindungen, sondern stecke in Routinen, Entscheidungsspielräumen und der Organisationskultur, wie das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt am Dienstag in Leipzig mitteilte. Das Institut koordinierte die vom Bundesinnenministerium mit sechs Millionen Euro geförderte Großstudie.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befragten dafür den Angaben zufolge rund 13.000 Mitarbeitende der vier Bundesbehörden Bundespolizei, Zoll, Bundesagentur für Arbeit und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, redeten mit Klienten der Behörden, beobachteten den Behördenalltag und verglichen Dokumente…“ Meldung vom 17.02.2026 im Migazin
Siehe zum Thema auch:
- das Dossier: Rassistischer Alltag (nicht nur) bei der Polizei: „Zielobjekt“ Sinti und Roma und das Dossier zum Racial Profiling
- aber auch das Dossier: Paritätischer warnt vor Rassismus in Jobcentern
- oder „Refugee Law Clinics“: „Geflüchtete brauchen unabhängige Rechtsberatung“
- und das Dossier: Verfassungsschutz-Lagebericht-Dauerschleife: Deutlich mehr Rechtsextreme in Sicherheitsbehörden erfasst
- sowie Keine Lehren aus NSU. Forscherin: Gerichte zeigen große Defizite, Rassismus zu erkennen