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Angekündigte Schließung des (subventionierten) Erfurter Logistik-Standortes von Zalando stößt nicht nur bei ver.di auf scharfe Kritik
„Die von Zalando angekündigte Schließung des Erfurter Logistik-Standortes stößt bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft auf scharfe Kritik. Für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil seit mehr als einem Jahrzehnt dem Standort trotz Niedriglöhnen die Treue halten, ist die Schließung ein Schlag ins Gesicht. (…) An Kapital, um in den Erhalt der Infrastruktur zu investieren, fehlt es jedenfalls nicht. Mehr als 500 Millionen Euro Vorsteuergewinn plante Zalando im Geschäftsjahr 2025 zu erwirtschaften. Es scheint einfach wirtschaftlich profitabler, den ältesten Standort des Netzwerkes zu schließen, während man in Gießen derzeit ein neues Logistikzentrum ans Netz nimmt. Die Schicksale der Beschäftigten interessieren nicht, wo es um das Geld der Aktionäre geht. Nirgendwo zeigt sich die hässliche Fratze des Kapitalismus deutlicher als im Versandhandel…“ Pressemitteilung vom 09.01.2026 von ver.di SAT
(„Ver.di kritisiert geplante Schließung des Zalando-Standortes“) und mehr dazu:
- Stellenabbau bei Zalando in Erfurt: Bestellt und nicht abgeholt. Es braucht wieder funktionierende Betriebsräte – und Solidarität
„2.700-Zalando-Mitarbeitende werden wegen kapitalistischer Konzerninteressen gekündigt. Es braucht wieder funktionierende Betriebsräte – und Solidarität.
Zunächst einmal habe es „ewig gedauert“, bis beim Erfurter Standort Zalando ein Betriebsrat aufgebaut war, so der Thüringer Linken-Politiker Julian Degen. Die Belegschaft ging dann letztes Jahr in einen Warnstreik für höhere Tarife. Letzte Woche folgte ein Schlag gegen sie, den man als nichts anderes als ein Spucken auf solidarische Bestrebungen der Mitarbeitenden und Gewerkschaften verstehen kann. Zalando schließt sein Logistikzentrum Ende September 2026. Rund 2.700 Beschäftigte verlieren ihre Jobs, während das Unternehmen parallel ein neues Werk in Gießen eröffnet – das noch keinen Betriebsrat hat.
Das ist mehr als ein schockierender Einzelfall, denn es zeigt, wie einfach Konzerne ihre wirtschaftlichen Interessen über die Belange von Mitarbeitenden stellen können. Sowohl der Zeitpunkt als auch die Art der Ankündigung, dass das Werk schließen wird, sind dabei perfide: Schön durften die Beschäftigten noch das stressige Weihnachtsgeschäft mitmachen. Im neuen Jahr soll dann laut der Gewerkschaft Verdi der Zalando-Vorstand nach Erfurt gereist sein und unter dem Motto „Neujahrsgrüße“ den Mitarbeitenden von der bevorstehenden Kündigung berichtet haben. (…)
„Auf allen Betriebsversammlungen der letzten Monate wurde die Zukunftsfähigkeit und das Bekenntnis Zalandos zum Standort Erfurt gepriesen. Kein Verdacht sollte aufkommen, dass die Kolleginnen und Kollegen bereits auf der Abschussliste standen“, sagt Matthias Adorf, Verdi-Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Handel. Die Beschäftigten wurden gezielt in Sicherheit gewogen, während die Entscheidung längst gefallen sein muss. (…)
2.700 Menschen stehen vor der Tür, mit noch unklarer Zukunft. Während gleichzeitig in Gießen eine neue Logistikhalle mit 1.700 Stellen entsteht. Das Mitbestimmungsrecht müssen sich die Mitarbeitenden hier erst aufbauen. Und wird es von Hessen wieder Subventionen für das Unternehmen geben? (…)
Gleichzeitig wird die Bedeutung von Betriebsräten und Gewerkschaften klar: Nur Organisation, Solidarität und kollektive Interessenvertretung können verhindern, dass solche Entscheidungen vollständig ungefiltert und unkontrolliert umgesetzt werden. Genau deswegen ist ein weiterer Betriebsrat für das neue Zentrum in Gießen unerlässlich…“ Kommentar von Ann-Kathrin Leclere vom 12.1.2026 in der taz online
- Verdi nach Zalando-Aus in Erfurt stinksauer – „Schäbig“. Das bevorstehende Aus des Zalando-Standorts in Erfurt hat die Mitarbeiter kalt erwischt. Die Gewerkschaft tobt.
„Das angekündigte Aus des Zalando-Standorts in Erfurt wird eine klaffende Lücke in der Thüringer Landeshauptstadt zurücklassen. Keine Frage. Der Berliner Modehändler verschwindet so schnell, wie er vor etwa vierzehn Jahren gekommen ist.
Im September soll Schluss sein für die rund 2.700 Beschäftigten (wir berichteten
). Die Thüringer Landespolitik hatte aber im Zusammenhang mit Zalando auf bis zu 4.000 Arbeitsplätze gehofft, die dadurch faktisch futsch sind. Kein Wunder, dass Verdi nach der plötzlichen Ankündigung vor Wut schnaubt. (…) Zalando hatte angekündigt, ab dem 8. Januar Verhandlungen mit dem Betriebsrat führen zu wollen. Für die Mitarbeiter, die von der Schließung betroffen sind, hat das Logistikunternehmen einen Sozialplan in Aussicht gestellt. Wie genau dieser aussehen wird, ist derzeit aber noch nicht klar.“ Beitrag von Benjamin Pogadl vom 10.01.2026 auf thueringen24.de 
- Modehändler Zalando schließt Standort in Erfurt: 2.700 Arbeitsplätze weg – Heftige Kritik
„Der Modehändler Zalando schließt seinen Standort in Erfurt Ende September 2026. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer europaweiten Neuordnung und Modernisierung seiner Logistik. Von der Schließung sind rund 2.700 Beschäftigte betroffen. Das Unternehmen will mit dem Betriebsrat nun einen Sozialplan verhandeln. Die Entscheidung von Zalando hat heftige Kritik ausgelöst. (…)
Das Versandunternehmen Zalando will seine Logistikstruktur zusammen mit dem im Vorjahr übernommenen Versandunternehmen „About You“ neu ausrichten. Unter anderem soll in diesem Jahr ein Logistikzentrum „der neuen Generation“ in Gießen mit 1.700 Mitarbeitern in Betrieb gehen. (…) Das angekündigte Aus für den Zalando-Standort hat in Erfurt und im Land heftige Kritik ausgelöst. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) sagte, das Land ist vor vollendete Tatsachen gestellt worden, das ist unüblich und „kein guter Stil“. Die Entscheidung sei umso unverständlicher, weil Umsatz und Gewinn zuletzt offenbar deutlich zugelegt hatten. Wäre die Landesregierung rechtzeitig einbezogen worden, hätte man möglicherweise Alternativen zur Schließung gefunden. (…) Laut Wirtschaftsministerium hatte der Konzern für den Aufbau des Standortes Erfurt gut 22 Millionen Euro Fördermittel erhalten. Zurückgefordert werden kann das Geld nach Angaben eines Sprechers nicht, dafür sei die Frist von zehn Jahren abgelaufen…“ Beitrag vom 08. Januar 2026 von MDR THÜRINGEN
Siehe zuletzt das Dossier: Erneute Streiks in Zalando-Logistik-Zentren für Anerkennungstarifvertrag – nun auch bundesweit in den Stores