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KollegInnen der Servicegesellschaften bei Charité und vivantes starten gemeinsam den AUFSTAND DER TÖCHTER – United we stand!

Dossier

Aufstand der TöchterAufstand der Töchter in Berlin: „Wir sind die VHS-Dozentin, der Lehrer an der Musikschule, der Therapeut und die Servicebeschäftigte bei Vivantes, die Gärtnerin und der Kassierer am Botanischen Garten, die Therapeutin in den Kinder- und Jugendambulanzen der Ki.D.T. gGmbH (VdK), der Besucherservicemitarbeiter am Technikmuseum, die Reinigungskraft und der Patientenbegleiter bei der Charité Facility Management GmbH, die freie Musikerin im Orchester … Wir sind viele – und haben uns gemeinsam organisiert in einem gewerkschaftschaftlichen Aktionsausschuss.“ Fratzebuch-Seite der Aktion „Aufstand der Töchter“ externer Link. Siehe dazu auch unser Dossier Ausgegliederte TherapeutInnen an der Charité und bei Vivantes: 2 Kliniken, gleiche Probleme und hier:

  • Der Erzwingungsstreik bei Vivantes-Töchtern am 15. bis 17. April in Berlin braucht unsere Solidarität und auch Spenden gegen ihre Lohndiskriminierung auch im Streik New
    • Gegen die Zwei-Klassen-Belegschaft: Auftakt zum Erzwingungsstreik bei Vivantes-Töchtern am 15.04.2026
      Am morgigen Mittwoch, den 15. April beginnt der Erzwingungsstreik für die Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft bei dem landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes. ver.di ruft zunächst von Mittwoch bis Freitag zum Streik auf. (…)
      Termine in den nächsten Tagen:
      15. April, 09:00 Uhr:  Kundgebung vor dem Urban Krankenhaus, anschließende Demonstration durch Kreuzberg (Dieffenbachstraße 1, 10967 Berlin)
      16. April,11:00 Uhr Kundgebung vor der CDU Landeszentrale (Steifensandstraße 8, 14057 Berlin)
      17. April: Streikposten vor den Vivantes Krankenhäusern
      20. April, 9:00 Uhr online- Pressekonferenz zum Stand der Verhandlungen und den aktuellen politischen Entwicklungen
      Für den 16. April und den 20. April sind Verhandlungstermine angesetzt
      .“ Pressemitteilung vom 14.04.2026 beim ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link
    • Ihr Kampf ist unser Kampf: Warum wir als Studierende den Streik bei den Vivantes-Töchtern unterstützen
      „Wir rufen Studierende dazu auf, sich mit dem Erzwingungsstreik der outgesourcten Beschäftigten bei den Vivantes-Töchtern zu solidarisieren und für die Streikkasse zu spenden. (…)
      Das gesamte Gesundheitssystem beruht auf der Reinigung, der Gastronomie, der Sterilisation und der Technik. Kein:e Ärzt:in oder Pflegekraft könnte arbeiten, kein:e Patient:in könnte ädaquat versorgt werden ohne die überwiegend migrantischen und weiblichen Beschäftigten, die systematisch benachteiligt werden. Ab 2002 gründete der Berliner Senat fünf Tochterfirmen, die sich zu 100 Prozent in seiner Hand befinden: Die Vivantes Service GmbH (VSG), VivaClean, Speise- und Versorgungslogistik (SVL), Vivantes Reha und Vivantes MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum). Insgesamt 2.500 Beschäftigte arbeiten dort. Dieses Outsourcing führt dazu, dass sie seit Jahren für die gleiche Arbeit deutlich schlechter bezahlt werden – teilweise über 800 Euro weniger im Monat. Ebenfalls dient es dazu, die Belegschaft zu spalten, indem durch die unterschiedlichen Tarifverträge Beschäftigte der Tochterfirmen nicht gemeinsam mit ihren Kolleg:innen, die direkt bei Vivantes angestellt sind, streiken können.
      Menschen, die von Rassismus und/oder Sexismus betroffen sind, sind in Deutschland überproportional oft von solchen prekären Arbeitsverhältnissen betroffen. Der Streik steht dafür, den Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen, zwischen Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, ein Ende zu setzen.
      Auch an der FU Berlin ist Outsourcing eine weit verbreitete Praktik. Nahezu alle Reinigungskräfte, Beschäftigte im Wach- und Sicherheitsdienst und in einzelnen Bereichen des Botanischen Gartens sind bei Tochterfirmen angestellt. (…)
      Um gewinnen zu können, brauchen die Streikenden dringend Unterstützung. Durch den Streik steht den Beschäftigten noch weniger als ihr normaler Lohn zur Verfügung. Eine Streikkasse wurde eingerichtet. Jeder Euro hilft, den Streik durchzuhalten und den Druck auf den Senat zu erhöhen
      .“ Aufruf vom 14.04.2026 bei Klasse gegen Klasse externer Link
    • Erzwingungsstreik beginnt!
      Am 26. und 27. März 2026 haben die Beschäftigten der Vivantes Töchter in Berlin erneut gestreikt. Vivantes hat gerichtlich durchgesetzt, dass während des Warnstreiks in der Sterilisation so viel Personal da sein muss, wie wenn nicht gestreikt wird. Damit wurde in einem landeseigenen Krankenhaus mit Hilfe hochbezahlter Anwälte de facto das Streikrecht ausgehebelt. Bei der Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus am 26. März wurde das Ergebnis der Urabstimmung verkündet: 98,2 Prozent der Kolleg*innen haben dafür gestimmt, so lange zu streiken, bis ihre Forderungen durchgesetzt sind. „Wir warten darauf, dass Kai Wegner sein Versprechen einlöst.“ (aus dem Video)
      Der unbefristete Erzwingungsstreik beginnt am 15. April 2026. Hier ein Aufruf, die Streikkasse der Kolleg*innen aufzufüllen externer Link.“ Video von labournet.tv externer Link (BRD 2026, 4 min)
  • Vivantes Berlin: Erzwingungsstreik gegen Altersarmut
    Vivantes hat den ausgelagerten Service-Mitarbeitern eine Angleichung an den öffentlichen Dienst in Aussicht gestellt. Gestreikt werden soll trotzdem.
    Bei Vivantes, Europas größtem kommunalen Krankenhauskonzern, spitzt sich die Lage zu. »Ab kommenden Mittwoch wird es ernst. Die Vorbereitungen für den Erzwingungsstreik laufen«, sagte Ben Brusniak von der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch zu »nd«. In mehreren Gesprächsrunden konnten Gewerkschaft und Krankenhausleitung keine Einigung finden. Verdi fordert für die rund 2500 Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen eine Gleichstellung mit Kolleg*innen im Mutterkonzern. Zu den Service-Töchtern sind Tätigkeiten der Bereiche Reinigung, Küche, Service, Technik und Reha ausgelagert. (…)
    In einer von Verdi durchgeführten Urabstimmung stimmten 98,2 Prozent der teilnehmenden Mitglieder bei den Vivantes-Töchtern für die Einleitung eines Erzwingungsstreiks. Die Gewerkschaft versichert sich damit des Rückhalts für verschärfte Arbeitskampfmaßnahmen, die über einzelne Warnstreiktage hinausgehen. Denkbar ist auch eine über Wochen dauernde Arbeitsniederlegung. In einem vergleichbaren Arbeitskampf an der Charité streikte Verdi vergangenes Jahr insgesamt 48 Tage. »Wir haben ein klares Votum: Unsere Mitglieder wollen nicht mehr nur Warnsignale aussenden«, sagte Verdi-Verhandlungsführer Brusniak. Die Gewerkschaft könne die Streiktaktik nun je nach Lage anpassen, »bis wir ein akzeptables Ergebnis erreicht haben«, so Brusniak. Die Taktik, wie ab dem 15. April, dem Beginn des Erzwingungsstreiks, vorgegangen werden soll, stehe bereits fest. Öffentlich kommunizieren wollte sie der Gewerkschaftssekretär aber nicht.
    Für den 16. und 20. April haben Verdi und die Vivantes-Führung weitere Verhandlungsgespräche vereinbart. Vivantes hatte zuletzt ein Angebot unterbreitet, das eigenen Aussagen zufolge Gehaltssteigerungen von bis zu acht Prozent bereits im Laufe dieses Jahres beinhaltet. Innerhalb von vier Jahren sollten die Löhne an den TVöD angeglichen, ab 2028 die Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden verkürzt werden…“ Artikel von Christian Lelek vom 08.04.2026 in ND online externer Link
  • Vorbereitung auf den Vollstreik: Vivantes-Töchter laufen sich warm 
    „Mit ihrem zweitägigen Warnstreik haben die Krankenhaus-Beschäftigten der Vivantes-Töchter erneut ihre Entschlossenheit gezeigt, 100 Prozent TVöD zu erkämpfen. Der Probelauf gipfelte in einer kämpferischen Streikversammlung und dem Entschluss, ab dem 15. April unbefristet zu streiken. (…) Seit Jahresbeginn befinden sich die Beschäftigten von Vivantes Service GmbH (VSG), VivaClean, der Speiseversorgung und Logistik (SVL) und weiterer Tochterunternehmen des Krankenhausbetreibers Vivantes in Tarifverhandlungen. Das Ziel ist „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ – also in diesem Fall eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVöD), der für die direkt bei Vivantes Beschäftigten gilt. (…) Am Donnerstag fanden sich 300 Beschäftigte für eine Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus ein. In einer lautstarken Demonstration zogen sie von dort zum IG Metall Haus. Dort wurde die Tarifkommission mit Applaus in die nächsten Tarifverhandlungen geschickt. Dass die Verhandlungen allein nicht ausreichen, war aber allen klar, denn bei der Demo wurde auch das Ergebnis der Urabstimmung verkündet: 98,5 Prozent der ver.di-Mitglieder der Vivantes-Töchter stimmten für den Erzwingungsstreik. Die Berliner CDU- und SPD-Regierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag die Rückführung in das Mutterunternehmen aufgenommen. Doch bis jetzt sind das nur leere Worte von Wegner und Co – wie schon von den letzten Landesregierungen. Doch für die Streikenden geht es darum, wie sie ihr Leben bestreiten können: Mit der Inflation der vergangenen Jahre und neuerdings wieder steigenden Spritpreisen sind die Gehaltsunterschiede von teilweise 500 bis 800 Euro gegenüber dem Mutterkonzern kaum noch auszuhalten. (…) Zum zweiten Warnstreiktag am Freitag kamen rund 350 Streikende zu einer großen Versammlung in Kreuzberg zusammen: aus Reinigung, Logistik, Sterilisation, Patient:innen-Begleitservice (PBS) und weiteren Bereichen. Im Gegensatz zum Donnerstag konnten nun auch mehr Kolleg:innen aus der Nachtschicht teilnehmen. Damit dürfte es die größte Versammlung in der fast zehnjährigen Geschichte der Töchter-Streiks gewesen sein. (…) Die Kolleg:innen wissen jedoch, dass der Kampf nicht kurzfristig zu Ende gehen wird, nicht zuletzt wegen der hartnäckigen Versuche der Vivantes Leitung, den Streik zu verbieten. (…) Aber gegen Klassenjustiz und die Angriffe der Geschäftsführung hilft vor allem eines: Solidarität. Die kam unter anderem von Carlos, einem Kollegen der Berliner Stadtreinigung. Ginge es nach ihm, sollten alle im Raum ebenso wie er Teil des TVöDs sein. Er betonte, dass mit Warnstreiks allein nicht einhundert Prozent der Forderungen erreicht werden könnten. (…) Der Wille, die 100 Prozent zu erkämpfen, ist groß – das zeigt nicht nur das Ergebnis der Urabstimmung. (…) Der Streik verdient Solidarität – schließlich geht es um essentiell wichtige Arbeit in der Gesundheitsversorgung, die nicht durch ungleiche Bezahlung und Lohndumping entwertet werden sollte. Deswegen rufen wir dazu auf, an die Streikkasse zu spenden, den Streik bekannter zu machen und die Kolleg:innen ab dem 15. April bei Streikposten, Demos und Aktionen zu unterstützen.“ Bericht von Leon Groß, Liam Ottone und Dustin Hirschfeld vom 31. März 2026 bei ‚Klasse Gegen Klasse‘ externer Link
  • Vivantes: Breite Beteiligung am Streik am 26./27.03. gegen Zwei-Klassen-Belegschaft – 98,2 % der ver.di-Mitglieder stimmten für Erzwingungsstreik ab 15.4. 
    ver.di zieht eine positive Bilanz der zwei Streiktage bei den Vivantes-Töchtern zur Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft beim landeseigenen Krankenhauskonzern. Ca. 300 Beschäftigte beteiligten sich am Streik.
    Aufgrund der Blockadehaltung der Vivantes-Geschäftsführung hatte ver.di vor zwei Wochen eine Urabstimmung über den Eintritt in einen Erzwingungsstreik eingeleitet. 98,2 % der ver.di-Mitglieder sprachen sich dafür aus – ohne dass dies Auswirkungen auf die gestrigen Tarifverhandlungen gehabt hätte: Die Arbeitgeberseite legte kein verbessertes Angebot vor. Der Wille, in der Sache den Weg zu einem Ende der Ungerechtigkeit zu verhandeln, war auf Seiten von Vivantes nicht zu erkennen. (…) „Warum sollen ausgerechnet die Kolleginnen und Kollegen in den niedrigsten Entgeltgruppen die Sparsuppe auslöffeln? Als Tarifkommissionsmitglied und Tochterbeschäftigte ist mir das schlicht nicht einsehbar. Deswegen fordern wir: TVöD für alle an der Spree“, betont Andrea Großmann, Beschäftigte der Vivantes Service Gesellschaft (VSG). ver.di sieht das Land als Träger von Vivantes  klar in der Verantwortung, der Geschäftsführung entsprechend Anweisungen zu erteilen und dieser die Möglichkeit zu eröffnen, den Tarifvertrag umzusetzen
    …“ Pressemitteilung vom 27.03.2026 von ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link („Breite Beteiligung am Streik – Blockade am Verhandlungstisch / ver.di-Mitglieder stimmen für Erzwingungsstreik“), siehe dazu:

    • IG Metall Berlin unterstützt Beschäftigte der Vivantes-Töchter im Warnstreik für TVöD
      Am Donnerstagmorgen demonstrierten die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften unter dem Motto „TVöD für alle an der Spree“ vor dem IG Metall-Haus, wo heute die nächste Verhandlungsrunde stattfindet. Sophie Bartholdy betonte: Die IG Metall Berlin steht solidarisch an der Seite der Beschäftigten…“ Meldung der IG Metall Berlin vom 26.03.2026 externer Link
  • Vivantes besteht auf programmierte Altersarmut – ver.di leitet Urabstimmung bis zum 25. März ein – Treffen Berliner Netzwerk zu dem Arbeitskampf am 26. März 
    • Vivantes in Berlin: Ab 26.03.2026 zwei Tage Streik für ein Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft
      Am 26. und 27. März treten die Beschäftigten der Vivantes-Töchter in einen zweitägigen Warnstreik für ein Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft in dem landeseigenen Krankenhauskonzern.
      In den laufenden Tarifverhandlungen verweigert die Geschäftsführung bisher eine Perspektive zur Gleichstellung der Tochterbelegschaften mit den Beschäftigten in der Konzernmutter. Insbesondere das Thema tarifliche Zusatzrente ist den Beschäftigten wichtig. Da die Beschäftigten ohnehin geringe Löhne beziehen, droht ihnen ohne die Zusatzrente der Gang in die Altersarmut. Trotzdem verweigert sich die Vivantes-Geschäftsführung, zu dieser Frage ein Angebot vorzulegen. (…)
      Im Rahmen des Streiks findet am 26. März 2026 ab 8:00 Uhr eine Kundgebung vor dem Berliner Abgeordnetenhaus statt (Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin). Ab 8:40 Uhr findet eine Demonstration zum Verhandlungsort statt (IG Metall-Haus, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin).
      Am 27. März 2026 findet ab 10:00 Uhr eine Streikkundgebung in der Emmaus-Kirche, Lausitzer Platz 8a, 10997 Berlin, statt.“ Pressemitteilung vom 25.03.2026 von ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link ohne ein Wort zum Ausgang der Urabstimmung. Siehe auch:

      • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Für einen Erzwingungsstreik bei Vivantes
        „… Außerdem haben die Kolleg:innen einen Streikfonds eingerichtet. Unterstützt diesen Streikfonds. Die Kolleg:innen haben zudem eine E-Mail eingerichtet, an die ihr Solidaritätsfotos und Nachrichten senden könnt. Wir rufen aber auch und vor allem dazu auf, die Streiks vor Ort zu unterstützen, sobald sie starten, kommt zu den Streikposten, redet mit den Kolleg:innen und lasst uns gemeinsam mit ihnen diskutieren, wie wir eine Bewegung gegen die Regierung aufbauen können, die sich gegen Kürzungen, Lohndumping, Aufrüstung und Altersarmut stellt.“ Beitrag von Bastian Schulze vom 23.03.2026 bei Klasse gegen Klasse externer Link
      • Wir erinnern an den Spendenaufruf für den Vivantes-Töchter-Streik, siehe aktuelle Infos bei Klasse gegen Klasse externer Link
    • Vivantes besteht auf programmierte Altersarmut – ver.di leitet Urabstimmung ein / Spitzengespräch mit Politik geplant
      In den Tarifverhandlungen am 6. März zur Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft im Vivantes-Konzern konnten zwischen ver.di und der Vivantes-Geschäftsführung keine nennenswerten Fortschritte erzielt werden. Knackpunkt in der Verhandlung ist ein Einstieg in die Betriebsrente VBL, die Vivantes weiterhin ablehnt.  Ohne die VBL enden viele Beschäftigte in den Vivantes-Tochterunternehmen direkt in der Altersarmut. Das Thema ist deshalb besonders bedeutend für die Kolleg*innen.
      Belastet waren die Verhandlungen durch das von Vivantes gerichtlich erzwungene partielle de-facto-Streikverbot für die Reinigung und Notdienste in anderen Bereichen, die z. T. oberhalb der realen Besetzung im Normalbetrieb liegen. Dies sorgte auch auf einer Betriebsversammlung in der letzten Woche für große Empörung. Auch andere Punkte wie die lange Frist für die Entgeltangleichung und die von Vivantes geforderte Fortdauer der Ungleichbehandlung bei Zuschlägen, Jahressonderzahlung und weiteren Arbeitsbedingungen sorgten für Unmut bei den ver.di Mitgliedern und den Beschäftigten. (…)
      Vor dem Hintergrund der andauernden Blockade eines Weges zum Ende der Ungerechtigkeit durch die Vivantes-Geschäftsführung leitet ver.di ab dem 10. März 2026 die Urabstimmung über einen Erzwingungsstreik ein. Die Abstimmung wird bis zum 25.März 2026 durchgeführt.
      Unterdessen hat die Vivantes-Geschäftsführung auf der auf der Betriebsversammlung einem Spitzengespräch mit den Koalitionsparteien zugestimmt, in dem über das Einlösen des Koalitionsversprechens gesprochen werden soll. ver.di hat die Spitzen von SPD und CDU zu einem entsprechenden Termin eingeladen.
      ..“ Pressemitteilung vom 09.03.2026 beim ver.di- Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link und dazu:
    • Ausgebremst vom Kürzungsstift: Viele Krankenhäuser kämpfen in Berlin um ihr Überleben. Das gefährdet zunehmend den Kampf der Beschäftigten um gute Arbeitsbedingungen
      „Die Zeichen bei Vivantes, dem deutschlandweit größten kommunalen Gesundheitskonzern, stehen auf Streik. Noch bis zum 25. März haben die rund 2.200 Beschäftigten der Vivantes-Töchter-Unternehmen Zeit, über einen unbefristeten Streik abzustimmen. (…) Die Geschäftsführung wollte in dieser Tarifrunde zu einem schnellen, geräuschlosen Abschluss kommen. Doch auch in der dritten Verhandlungsrunde am 6. März schaffte es Vivantes nicht, ein verhandlungsfähiges Angebot für die Gewerkschaft auf den Tisch zu legen. Denn das landeseigene Unternehmen fährt jährlich ein dreistelliges Millionendefizit ein. In den vergangenen Jahren konnte die Berliner Krankenhausbewegung einige Achtungserfolge im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen erzielen. Entlastungstarifverträge bei Vivantes und Charité 2021, dann auch Anfang 2024 beim Jüdischen Krankenhaus. Im vergangenen Jahr konnten die Beschäftigten der Charité-Tochter CFM eine Annäherung an das Lohnniveau des Mutterkonzerns erstreiten. Doch die jahrelange strukturelle Unterfinanzierung macht Arbeitskämpfe trotz streikbereiter und gut organisierter Belegschaft zäh. Die jüngste Eskalation bei den Vivantestöchtern zeigt: Die Sparpolitik im Gesundheitswesen wird zunehmend zur Gefahr im Kampf um gute Arbeit im Gesundheitswesen. (…) „Bisher haben wir kein Signal erhalten, dass man Mehrkosten durch Übernahme des TVÖD seitens des Landes übernehmen wird.“, sagt Vivantes-Sprecher Christoph Lang. Der Senat erwartet also, dass Vivantes die Tarifrunde aus eigenen Mitteln stemmen kann. (…) Laut dem Konzernsprecher habe sich Vivantes verpflichtet, das Defizit bis 2029 um jährlich 15 Millionen zu verringern – ansonsten gebe es kein Geld mehr vom Land. (…) Die Hoffnung, dass Vivantes bald wieder schwarze Zahlen schreibt, ist indes gering. Denn fast alle Krankenhäuser in Berlin klagen über finanzielle Probleme. Das liegt zum einen daran, dass die Krankenkassen seit Jahren trotz Lohn- und Preissteigerungen die Behandlungspauschalen kaum erhöht haben. „Die Mittel, die Krankenhäuser für den laufenden Betrieb erhalten, decken oft nicht vollständig die tatsächlichen Kosten.“, klagt Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft. Dazu kommt, dass Berlin seit Jahren bei der Finanzierung der Investitionsmittel spart. Die Krankenhausgesellschaft hat einen jährlichen Bedarf von 500 Millionen Euro errechnet, im aktuellen Doppelhaushalt 2026/27 sind lediglich 160 Millionen vorgesehen. Die Folge: Neue Patientenhäuser, aufwendige Gebäudesanierungen und die Ausrüstung hoch spezialisierter Stationen müssen aus den ohnehin schon knappen Betriebskosten finanziert werden. (…) Die chronische Unterfinanzierung kann schnell zur Insolvenz führen, wie im Falle des Jüdischen Krankenhauses in Berlin-Wedding (JKB). (…) Die Insolvenz droht die Errungenschaften eines monatelangen Arbeitskampfes zunichtemachen. Erst Anfang 2024 erstritten die Beschäftigten einen Entlastungstarifvertrag, der Überstunden reduzieren und die Betreuungsschlüssel auf den Stationen verbessern soll. Der Vertrag ist aufgrund der Krise schon seit Monaten ausgesetzt. (…)Ist es unter diesen Bedingungen überhaupt möglich, noch bessere Arbeitsbedingungen zu erkämpfen? „Die Krankenhäuser sind extrem knapp dran, das macht die Verhandlungen härter“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Gisela Neunhöffer. Doch gleichzeitig warnt Neunhöffer davor, zu viel Zurückhaltung zu üben und der Argumentation zu folgen, Tarifsteigerungen und gute Arbeitsbedingungen würde die wirtschaftliche Stabilität der Träger gefährden. Ob ein Haus schwarze Zahlen schreibe oder nicht, liege am Management und den politischen Rahmenbedingungen, sagt Neunhöffer. Große Hoffnungen liegen derzeit darauf, dass die Umsetzung der anstehenden Krankenhausreform die finanzielle Situation der Krankenhäuser verbessert. Gründe, sich zurückzuhalten, haben die Beschäftigten indes nicht: Der Fachkräftemangel ist immer noch stark und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Gute Arbeitsbedingungen und höhere Löhne sind nach wie vor das vielversprechendste Mittel gegen den Notstand.“ Artikel von Jonas Wahmkow vom 15. März 2026 in der taz online externer Link
    • [26.03.2026 in Berlin] Arbeitskampf bei den Vivantes Töchtern gegen Tarifflucht
      Reinigung, Service, Technik: Tausende Beschäftigte bei den Vivantes Töchtern arbeiten schlechter bezahlt, schlechter abgesichert, ohne Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Das ist kein Zufall, sondern Strategie: Tarifflucht auf Kosten der Beschäftigten.
      Mit dem aktuellen Arbeitskampf wehren sich die Kolleg*innen erneut gegen Ausgliederung, Lohndumping und Spaltung der Belegschaft. Sie kämpfen für gleiche Arbeit, gleichen Lohn und die Rückkehr in den TVöD.
      Wir wollen über den akuellen Stand des Arbeitskampfs sprechen, warum der Senat sein Versprechen, die Krankenhaustöchter wieder einzugliedern bricht und die Frage, wie Solidarität organisiert werden kann – im Betrieb, auf der Straße und in den Gewerkschaften und der Kampf erfolgreich sein kann
      .“ Einladung beim Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di externer Link zum nächsten Treffen Berliner Netzwerk am 26.03.2026 um 18 Uhr in Graefestr. 14, 10967 Berlin
  • ver.di ruft ab Mittwoch zu 3tägigem Warnstreik bei Vivantes-Tochterfirmen gegen die »Zwei-Klassen-Belegschaft« auf – Klage dagegen belegt die Bedeutung „patientenferner Berufe“ 
    • [Video] Streikkundgebung der Vivantes Töchter 
      Streikkundgebung der Vivantes Töchter vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin am 26.2.2026. Vivantes ist ein landeseigener Betrieb. Der Senat löst seit zehn Jahren seine Versprechungen nicht ein, die Kolleg*innen wieder einzugliedern. Gleichzeitig zerrt die Geschäftsführung die Streikenden vor Gericht, und das Arbeitsgericht setzt fest, dass während des Streiks mehr Kolleg*innen auf Arbeit sein müssen, als an einem normalen Arbeitstag. Der Streik geht weiter.“ Video von Labournet TV externer Link (5 Minuten), siehe auch:
    • Warnstreiks bei Vivantes – kämpfen wie bei CFM!
      Beitrag von Peter Vlatten und Ingo Müller vom 26. Februar 2026 bei gewerkschaftliche-linke-berlin.de externer Link mit Fotogalerie von der Kundgebung am 25.Februar  und dort die Audio externer Link Audio Datei : Während der Kundgebung wurde eine Resolution zur Wahrung des Streikrechts verlesen und angenommen. Diese Resolution wurde am 26.02. während der Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus übergeben.
    • Notdienste als Säge am Streikrecht: Die Gewerkschaft Verdi geht gegen Auflagen für den laufenden Warnstreik bei den Tochtergesellschaften der Vivantes-Kliniken vor 
      „…  Am Dienstag verhandelte das Arbeitsgericht den Antrag der Vivantes-Töchter, die Notdienstpläne von Verdi für unzureichend zu erklären. Der von Verdi vorgelegte Plan entsprach der bis dahin seit 2021 gültigen Notdienstvereinbarung mit Vivantes. Da die beiden Parteien auch vor Gericht keine Einigung erzielen konnten, legte letztlich das Gericht die Pläne fest, für die Bereiche Reinigung und Sterilisation »weitgehend an den Anträgen der Vivantes-Tochtergesellschaften orientiert«. Das Gericht folgte damit der Argumentation von Vivantes, wonach ein mehrtägiger Streik mit einem »gesteigerten Infektionsrisiko« einhergehe. Die Anträge auf zusätzliche Schichtbesetzungen in der Glasreinigung und im Winterdienst wies das Gericht ab.
      Gegen den vom Arbeitsgericht festgesetzten Notdienstplan hat Verdi Berufung eingelegt. Die Gewerkschaft will dem Gericht zufolge vor allem die Notdienste in der Sterilisation reduzieren. Eine Verhandlung war für Donnerstagnachmittag angesetzt. Das Urteil fiel erst nach Redaktionsschluss.
      Bereits zu Beginn des Streiks am Mittwoch hagelte es von Seiten der Gewerkschaft umfassende Kritik. Die Entscheidung des Gerichts sei »nicht erklärlich und auch nicht nachvollziehbar«, sagte Verdi-Verhandlungsführer Ben Brusniak. Er erkenne die Notwendigkeit, das Streikrecht in den Krankenhäusern durch Notdienste zu beschränken. In den Bereichen Sterilisation und Reinigung sei das vom Arbeitsgericht jedoch zu weitgehend erfolgt, sodass der »Streikeffekt ad absurdum« geführt werde. In der Reinigung sehe der Notdienst eine Vollbesetzung ab dem dritten Streiktag vor. Er halte es zudem für unverständlich, dass eine Vereinbarung, die 2021, 2023 und 2024 für mehrere Wochen der Tarifauseinandersetzung inklusive mehrtägiger Streiks gegolten habe, nun nicht mehr tragfähig sei, sagte Brusniak. Er befürchte, dass nicht mehr nur ein Minimalbetrieb aufrechterhalten werde, sondern weiterhin nicht notwendige, verschiebbare Behandlungen und Arbeiten erfolgen würden.
      Verdi-Sprecher Kalle Kunkel wurde noch grundsätzlicher. Der Vorsitzende Richter habe am Dienstag deutlich gemacht, unter welchem Druck die Gerichte in den kurzfristig anberaumten Eilverfahren stehen. Arbeitgebernahe Ärzt*innen tragen demnach vor, was aus ihrer Sicht alles als notwendig erachtet werde. Die Richter*innen müssten dann eine Entscheidung treffen, »zu der sie fachlich gar nicht in der Lage sind«. Sie würden daher im Zweifel den Ausführungen der Ärzt*innen folgen. »Das ist ein Missbrauch dieser Notdiensregelungen aus Arbeitgebersicht, um im Prinzip die Gerichte einzuschüchtern und sie dazu zu bringen, unser Streikrecht einzuschränken«, sagte Kunkel. Er kritisierte darüber hinaus, dass das Land Berlin als Eigentümer der Vivantes-Kliniken hier nicht einschreite.
      Die streikenden Beschäftigten wandten sich in einer Resolution an den Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus: »Sorgt dafür, dass die von euch beauftragte Geschäftsführung über die Notdienste in der Sterilisation und in der Reinigung an den Verhandlungstisch zurückkehrt.« Darüber hinaus solle der Senat sein Versprechen einlösen und auf eine Angleichung an den TVöD hinwirken
      …“ Artikel von  Christian Lelek vom 26.02.2026 in ND online externer Link
    • Factsheet Tarifauseinandersetzung Vivantes-Töchter
      Factsheet vom 25.02.2026 externer Link beim ver.di-FB Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft in Berlin-Brandenburg
    • Vivantes will Streikrecht per Gerichtsbeschluss einschränken – Verhandlungstermin am 24.02.
      Die Vivantes Geschäftsführung will das Streikrecht eines Teils ihrer Beschäftigten stark beschneiden. Damit reagiert sie auf den Streikaufruf von ver.di  für den 25. Februar. Streitpunkt in der Tarifauseinandersetzung ist die volle Anwendung des Tarifvertrages im Öffentlichen Dienst (TVöD) bei den Vivantes Tochtergesellschaften. Per Gerichtsentscheid will die Geschäftsführung in den Bereichen Sterilisation, Reinigung und Grünfläche höhere Besetzung durchsetzen, als ver.di im Rahmen im Rahmen des Notdienstes angeboten hatte. ver.di hatte der Geschäftsführung den Abschluss einer Notdienstvereinbarung (NDV) vorgeschlagen. Statt sich jedoch über die NDV zu verständigen, sucht die Geschäftsführung nun der Weg vors Gericht.
      Die von ver.di vorgeschlagene Notdienst-Besetzung orientiert sich daran, dass im Streikfall eine Minimalversorgung zur Behandlung von Notfällen aufrecht erhalten werden muss. Die Geschäftsführung verlangt deutlich mehr Notdienste, um möglichst den Alltagsbetrieb aufrecht erhalten zu können. (…)
      „Es ist absurd, gerade bei den Tochtergesellschaften. Immer wenn es um die Bezahlung der Kolleg*innen geht, werden sie als patientenferne Berufe bezeichnet, die für die Krankenversorgung nicht zentral sind. Dafür sind sie sogar extra ausgegliedert worden, sind nicht Teil der Vivantes Muttergesellschaft und werden beim Gehalt benachteiligt. Doch wenn die Beschäftigten ihr Grundrecht auf Streik wahrnehmen, werden sie für unabkömmlich erklärt. Vivantes sollte endlich die Zwei-Klassen-Belegschaft beenden, statt juristisch gegen das Grundrecht auf Streik vorzugehen“, erklärt Benjamin Roscher, stellvertretender ver.di Landesbezirksleiter für Berlin-Brandenbur
      g“ Pressemitteilung vom 23.02.2026 vom ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link
    • Verdi ruft zu dreitägigem Warnstreik bei Vivantes-Tochterfirmen auf
      Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten mehrerer Tochterunternehmen des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes von Mittwoch bis Samstagfrüh zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft teilte mit, das Unternehmen verweigere weiterhin eine Lösung des Tarifstreits. Dabei gehe es hauptsächlich um die unterschiedliche Bezahlung von Vivantes-Beschäftigten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tochterfirmen. Verdi spricht von einer Zwei-Klassen-Belegschaft, die beendet werden müsse.
      Am Donnerstag soll zudem eine Kundgebung vor dem Berliner Abgeordnetenhaus stattfinden. Dabei wollen auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen und Linken sprechen. Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Linken haben zugleich eine Aktuelle Stunde im Landesparlament beantragt
      ….“ Meldung vom 23.02.2026 in rbb24 externer Link
  • Vivantes-Tochterunternehmen: Die „zweite Arbeiterklasse“ streikt für das Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft am 9.02. – und wird dabei von labournet.tv gefilmt
    • Vivantes-Tochterunternehmen: Die zweite Arbeiterklasse. Die Beschäftigten von Tochterunternehmen der Vivantes-Kliniken streiken
      „»Wir sind eigentlich sehr realistisch rangegangen«, sagt Christian. Er ist Mitglied der Tarifkommission, die in den derzeitigen Verhandlungen mit dem Krankenhauskonzern Vivantes die Beschäftigten der Tochterunternehmen vertritt. Er habe nicht erwartet, dass das Angebot nach der ersten Verhandlungsrunde am 14. Januar noch einmal groß überarbeitet würde. Dass jedoch in der zweiten Verhandlungsrunde Anfang Februar schlicht dasselbe Angebot vom Arbeitgeber noch mal vorgelegt wurde, davon sei man dann doch irritiert. Immerhin handele es dabei um den Versuch, eine dritte Arbeiterklasse aufzumachen, wie Christian sagt. Dabei ist durch die Auslagerung vieler Beschäftigter an Tochterunternehmen bereits eine Zweiteilung erfolgt, die laut Verdi-Forderungen dringend aufgehoben werden müsste. Mit dem Warnstreik am Montag soll das Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft bei Vivantes eingeläutet werden.
      »Ich glaube, ich trage dazu bei, dass Patienten mehr Sicherheit haben, um ihre Gesundheit zu erlangen«, sagt Vanice, Sterilisationsassistentin zu der Bedeutung ihrer Arbeit. Dass ohne die am Montag versammelten Reinigungskräfte, Angestellten der Reha und des Speise- und Patientenbegleitdiensts kein Krankenhaus funktioniere, sei klar. Ihre Kollegin Miranda erklärt: »Natürlich ärgert es uns, dass unsere Kollegen beim Mutterkonzern für die gleiche Tätigkeit mehr Geld bekommen.« Ebenso sei es allerdings ein Problem, dass man vom Lohn nicht leben könne. (…) »Herzlich willkommen, liebe Kolleginnen und Kollegen, zu eurer ersten Streikversammlung dieser Streikbewegung«, sagt Max Manzey, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, am Montag. Nachdem die ersten beiden Verhandlungsrunden schleppend angelaufen sind, sind am Montag schon ab fünf Uhr die ersten Angestellten an den Streikposten. Am Freitag will man nach der dritten Verhandlungsrunde diese Woche entscheiden, wie es weitergeht…“ Artikel von Hannah Blumberg vom 09.02.2026 in ND online externer Link
    • Solidarität mit dem Streik bei Vivantes‘ Töchtern! Spendensammlung seit 5.2.2026 auf goodcrowd.org externer Link
    • [Video] Streik bei Vivantes
      Der 9. Februar 2026 war der erste Streiktag der Vivantes Töchter in diesem Jahr. Sie fordern nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) bezahlt zu werden, samt der Bestimmungen des Manteltarifvertrages. Fünf Tochterunternehmen sind im Streik: VivaClean (Nord, Süd), die Vivantes Service Gesellschaft (VSG), Speise- und Versorgungslogistik (SVL), Vivantes Reha und Vivantes MVZ. In den Unternehmen arbeiten insgesamt ca. 2.500 Beschäftigte.
      Die Vivantes Töchter haben eine lange Streikgeschichte. 2016-18 war die Vivantes Service Gesellschaft (VSG) als einzige Tochterfirma zwei Jahre lang im Streik. (Wir haben berichtet externer Link)
      Die Streikenden werden unter anderem von dem Bündnis Gesundheit statt Profite unterstützt. Das Bündnis hat in den letzten Jahren einen Streiksolifonds aufgebaut. 2025 konnte das Bündnis 60.000 Euro für den Streik der Charité Tochter CFM sammeln. Die übriggebliebenen 10.000 Euro werden jetzt an die Streikenden der Vivantes Töchter ausgezahlt.“ Video bei labournet.tv externer Link
    • Siehe auch: „Solidarität, Zärtlichkeit … ihr wisst schon
      Die Kolleg:innen bei den Vivantes-Töchtern starten am 09.02. ihren Arbeitskampf. Sie wollen endlich durchsetzen, nach dem gleichen Tarifvertrag (TVöD) wie er bei Vivantes gilt, bezahlt zu werden. Das wird nicht leicht. Aber wir an Charité und CFM können sie unterstützen. Wir gehen sie einfach am Streikposten besuchen. Wir gehen zu ihren Kundgebungen und Demonstrationen. Wir konfrontieren mit ihnen die Politik und die Geschäftsführungen. Wir fordern von unserer Gewerkschaft den Solidaritätsstreik“ Quelle: „Vitamin C“ – Das Betriebsflugblatt der RSO an der Charité vom 05. Februar 2026
    • Keine Einigung im Tarifstreit bei den Vivantes Töchtern – Eskalation droht
      Bei den heutigen Tarifverhandlungen ist es nicht zu einer Einigung zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Geschäftsführung von Vivantes gekommen. Ein verändertes Angebot der Geschäftsführung hat die Gewerkschaft als nicht einigungsfähig abgelehnt. Das Angebot hatte sich gegenüber dem bereits in der vorherigen Verhandlungsrunde vorgelegten Angebot nur geringfügig unterschieden. (…)
      An wichtigen Stellen will die Geschäftsführung dauerhaft hinter dem TVöD zurückbleiben. Das betrifft insbesondere die betriebliche Altersversorgung und die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld). Bei Vivantes wird die VBL angewendet, die Zusatzrente für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die anteilig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen wird. Bei den Tochterbeschäftigten will die Geschäftsführung, dass die Beschäftigten einen Teil ihres Gehalts umwandeln können in eine Altersvorsorge. Die Beschäftigten sollen ihre Alterssicherung im Wesentlichen selbst bezahlen. Darüber hinaus fordert die Geschäftsführung für die nächsten vier Jahre eine „absolute Friedenspflicht“, also ein absolutes Streikverbot für alle Themen, eine praktisch nirgends getroffene Regelung. (…) Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6.3. vorgesehen. Bis dahin kann es angesichts der enttäuschenden Verhandlungsverlaufs auch zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen kommen
      .“ Pressemitteilung vom 11.02.2026 bei ver.di BB externer Link
  • Keine Fortschritte bei Tarifverhandlungen zu Vivantes-Töchtern: Geschäftsführung verweigert neues Angebot / Streik am 9.02.26
    In den heutigen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen hat die Geschäftsführung des landeseigenen Krankenhauskonzerns die Vorlage eines neuen Angebots verweigert und dies auch für die kommenden Verhandlungen offengelassen. Damit blockiert Vivantes weiterhin die Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft. „Dass Vivantes heute nicht einmal bereit war, ein neues Angebot vorzulegen, ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten. Das Angebot aus der ersten Verhandlungsrunde hat die Tarifkommission bereits am 14. Januar als unzureichende Verhandlungsgrundlage zurückgewiesen. Die breite Befragung der Beschäftigten ergab sogar eine Ablehnung von über 90 Prozent. Trotzdem verweigert die Geschäftsführung jede Nachbesserung“, erklärt Ben Brusniak von der ver.di-Verhandlungsführung für die Vivantes-Töchter. (…)Ver.di ruft für den 9.Februar zum Warnstreik auf und erwartet, dass Vivantes in den  kommenden Verhandlungen am 10. Februar 2026 endlich ein ernstzunehmendes Angebot vorlegt, das den Weg zur vollständigen Gleichstellung und zur Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten ebnet.“ Pressemitteilung vom 03.02.2026 vom ver.d-Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link
  • Forderungsbeschluss bei den Vivantes-Töchtern für 1. Verhandlungsrunde am 14.1.26: 100%- Angleichung an den TVöD, 2.000 Euro Einmalzahlung etc.
    Die ver.di-Tarifkommission der Vivantes-Tochterunternehmen hat gestern ihre Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen im Rahmen einer Versammlung mit über 100 Beschäftigten beschlossen. Im Mittelpunkt steht die Angleichung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD): 100% TVöD – wie beim Vivantes-Mutterkonzern. Neben der vollständigen Übernahme des TVöD fordern die Beschäftigten (u.a.):
    –    2.000 Euro Einmalzahlung für alle Beschäftigten
    –    3 zusätzliche Urlaubstage für ver.di Mitglieder (wahlweise 200 Euro pro Tag)
    –    Das Recht von Teilzeit auf Vollzeit zu gehen
    –    Wechselschichtzulage auch für die Beschäftigten in der Sterilisation (…)
    Im Frühjahr hatte die Belegschaft der Charité Facility Management (CFM) mit einem 48-tägigen Streik bereits eine stufenweise Angleichung an den TVöD erkämpft. Die Vivantes-Töchter machen nun ihren nächsten Schritt.
    Die Tarifverträge der Tochtergesellschaften laufen zum Jahresende aus. Die erste Verhandlungsrunde findet am 14. Januar 2026 statt…“ Pressemitteilung vom 20.11.2025 beim ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg externer Link („Forderungsbeschluss bei den Vivantes-Töchtern: Beschäftigte fordern 100% TVöD – Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“)
  • Tarifverträge der Vivantes-Töchter gekündigt: Startschuss für die Tarifbewegung in Reinigung, Küche, Handwerk, Rehabilitation etc. für Angleichung an den TVöD
    • Tarifverträge gekündigt: Beschäftigte der Vivantes-Töchter bereiten Tarifbewegung vor
      Die Tarifverträge der Tochterunternehmen von Vivantes wurden fristgerecht zum Jahresende gekündigt. Damit steht Anfang 2026 die nächste große Tarifauseinandersetzung in den öffentlichen Berliner Krankenhäusern an. Es geht um faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen für die rund 2.500 Beschäftigten in Service, Reinigung, Küche, Handwerk, Rehabilitation und weiteren Bereichen.
      „Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen, die tagtäglich die Versorgung in den Berliner Krankenhäusern sichern, deutlich schlechter bezahlt werden als ihre Kolleg:innen im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes“, sagt Jana Seppelt, Landesfachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales bei ver.di Berlin-Brandenburg. „Die Beschäftigten der Vivantes-Töchter leisten unverzichtbare Arbeit – sie haben Anspruch auf Bezahlung nach dem TVöD.“ (…)
      ver.di erwartet harte Verhandlungen: Bereits bei der Charité Facility Management (CFM) war in diesem Jahr ein 48-tägiger Streik nötig, um eine schrittweise Angleichung an den TVöD durchzusetzen. Auch jetzt ist die Ausgangslage angespannt. Mit den Tariferhöhungen im TVöD 2025 und 2026 vergrößert sich die Lücke weiter. Jährlich spart Vivantes so mehrere tausend Euro pro Kopf auf Kosten der Beschäftigten. Im Koalitionsvertrag haben CDU und SPD die Rückführung der Tochtergesellschaften von Vivantes und Charité in die Mutterkonzerne vereinbart. Passiert ist bisher nichts
      …“ Meldung vom 02.10.2025 externer Link bei ver.di Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft in Berlin-Brandenburg und Hintergründe im Vivantes-Dossier externer Link
    • Tarifrunde am Vivantes Berlin: Die Rückkehr der Servicekräfte
      Am Vivantes-Krankenhaus-Konzern hat die Gewerk­schaft Verdi die Tarif­verträge für die Tochter­gesell­schaften gekündigt (…)
      Mit der Kündigung der seit 2022 laufenden Verträge zum Jahresende »steht Anfang 2026 die nächste große Tarifauseinandersetzung in den öffentlichen Krankenhäusern an«, so Verdi. Es gehe um »faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen« für die Mitarbeiter*innen in Bereichen wie Service, Reinigung, Küche, Handwerk und Rehabilitation. Bei Vivantes werden die genannten Arbeiten von Tochtergesellschaften übernommen. Während die Arbeitsbedingungen der Stammbeschäftigten, darunter der Großteil des Pflegepersonals, durch den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen (TVöD) geregelt werden, gelten für die Tochtergesellschaften separate, weniger gute Tarifverträge. (…)
      Das Land Berlin finanziert die landeseigenen Krankenhäuser bereits jetzt in einem rechtlich umstrittenen Rahmen. 29 private Kliniken hatten 2023 eine Klage eingereicht, wegen »millionenschwerer finanzieller Sonderzahlungen an den landeseigenen Klinikkonzern Vivantes«. Eine Verhandlung über die Klage steht noch immer aus. Die Arbeitsgruppe des Senats sieht ebenfalls das Risiko, dass eine Reintegration nicht mit dem EU-Beihilferecht vereinbar sein könnte. Möglicherweise müssten die Leistungen, die die Tochtergesellschaften erbringen, dann neu ausgeschrieben werden, damit es nicht »zu einer unzulässigen Begünstigung von Vivantes und Charité« kommt.
      Die Gewerkschaft Verdi hat nichtsdestotrotz angekündigt, den von ihr diagnostizierten Bruch des Koalitionsversprechens von Schwarz-Rot zum Thema in der anstehenden Tarifrunde zu machen. »Die Rückführung wurde versprochen. Da die Politik sich weigert, die Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Vivantes zu beenden, bleibt den Beschäftigten nichts anderes übrig, als für die Angleichung an den TVöD per Tarifvertrag zu kämpfen«, sagte Verdi-Fachbereichsleiterin Jana Seppelt.
      Die Gewerkschaft bereitet derzeit die konkreten Forderungen vor. »Dabei werden wir die Beschäftigten wieder mit einbeziehen: Mit einem Forderungsratschlag werden wir die Interessen der Kolleginnen und Kollegen ermitteln; auf dessen Grundlage entscheidet die Verdi-Tarifkommission über die Forderungen«, sagte Verhandlungsführer Ben Brusniak dem »nd«. Die Gewerkschaft hat zudem online einen Gehaltsrechner eingerichtet
      …“ Artikel von Christian Lelek vom 03.10.2025 in ND online externer Link
    • Siehe auch das Dossier: Vivantes-Servicetochter VSG: Belegschaft bereitet Streik vor – und die Rolle von ver.di
    • Und zu Charité das Dossier: Kampf für Rückführung von CFM seit 2016: Für Löhne die zum Leben reichen! Gegen Tarifflucht und prekäre Beschäftigung an der Charité
  • Samstag, 23.11.2024: Protestkundgebung vor dem SPD-Landesparteitag für Rückführung der Krankenhaustöchter bei Charité und Vivantes
    Seid als CFM Beschäftige dabei, wenn sich die Berliner SPD am 23.11. zu ihrem Landesparteitag trifft. Erinnert die SPD gemeinsam an das Versprechen, das sie euch vor 8 Jahren gegeben haben: die Rückführung der CFM. Seitdem ist viel Wasser die Spree runtergeflossen, aber getan hat sich nichts. Deswegen nehmt ihr die Zügel jetzt selbst in die Hand. Mit einer großen Mehrheit habt ihr euren Tarifvertrag gekündigt, um euch den TVöD selbst zu erkämpfen! Zeigt der Berliner SPD am 23.11.: ihr habt das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nicht vergessen! Die Zeit ist gekommen, um diesem Versprechen Taten folgen zu lassen. Noch stehen dafür alle Türen offen. Die Erwartung ist einfach: dass sich die SPD an ihr Wort hält. Klar ist aber auch: wenn die Koalition ihr Versprechen bricht, dann müsst ihr euch vorbereiten, um für den TVöD zu kämpfen.“ Aufruf zur Kundgebung am 23.11.2024, 8:30 Uhr, H4-Hotel, Karl-Liebknecht-Str 32, 10178 Berlin, siehe auch:

  • [Protest- und Solidaritätsschreiben] KollegInnen aus bereits zurückgeführten Betrieben fordern vom Land Berlin: Rückführung der CFM und der Vivantes-Töchter geht! Sofort!
    • Langer Atem im Kampf gegen Outsourcing in Krankenhäusern: Beschäftige von Charité- und Vivantes-Töchtern fordern die vom Land versprochene Rückführung
      „Seit 2006 kämpfen die Beschäftigten der Charité Facility Management (CFM) gegen ihre Auslagerung aus dem Landesunternehmen der Charité. Denn aufgrund des Oursourcings im Zuge der Privatisierungswelle in den 2000er Jahren fallen sie nicht unter den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes und verdienen dadurch weniger. (…) Um erneut den Druck zu erhöhen, haben die CFM-Beschäftigten nun einen offenen Brief verfasst. »Wie lange sollen die Beschäftigten noch auf die Einlösung des Versprechens warten?«, heißt es darin unter anderem. Das Schreiben wurde von 16 gewerkschaftlichen Funktionsträger*innen und dem gewerkschaftlichen Aktionsausschuss »Keine prekäre Arbeit und tariffreie Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin« unterzeichnet. Unterstützung kommt zudem von den Beschäftigten der Betriebe, die bereits wieder eingegliedert wurden. Besonders erzürnt sind die Gewerkschafter*innen über die Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Sven Meyer, Lars Düsterhöft und Bettina König. Darin wird erklärt, dass es »noch keinen konkreten Zeit- und Maßnahmenplan« für die Umsetzung der Rückführung gibt. Als Grund wird genannt, dass bei der Rückführung der Tochterunternehmen der landeseigenen Krankenhäuser die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen der beiden landeseigenen Krankenhäuser berücksichtigt werden müssten. Die privatrechtlich organisierte Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH unterliege demnach anderen gesetzlichen Vorgaben als die als Körperschaft öffentlichen Rechts errichtete Charité-Universitätsmedizin Berlin. »Dementsprechend ist bei den umzusetzenden Rückführungen der Tochtergesellschaften eine unterschiedliche Vorgehensweise unter Berücksichtigung des jeweiligen Rechtsrahmens geboten«, so die Senatsabteilung. »Wir können uns des Eindrucks nicht verschließen, dass im Falle der versprochenen Rückführungen der CFM und der Vivantes-Töchter der Senat wieder auf Zeit spielt und nicht zu erkennen gibt, das Versprechen der Rückführung einlösen zu wollen«, moniert CFM-Betriebsrat Sascha Kraft gegenüber »nd«. (…) Auf Unverständnis stößt bei ihm auch, dass die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei der Rückführung ausgeschlossen bleiben soll. »Der Senat von Berlin ist bei den landeseigenen Unternehmen nicht Tarifpartei. Vor diesem Hintergrund ist eine Einbeziehung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in die Planungen zur Rückführung der in Rede stehenden Tochtergesellschaften auf Senatsebene nicht geplant«, teilt die Gesundheitsverwaltung mit. »Das ist ein ganz klarer Affront gegen unsere Gewerkschaft Verdi, die bereits im Juni 2023 konkrete Schritte vorgeschlagen hatte«, heißt es in dem Brief der Gewerkschafter*innen. Sie argumentieren, dass es sich bei der Rückführung der ausgegliederten Betriebe um die Umsetzung politischer Entscheidungen gegen Lohndumping und Tarifflucht handelte, bei der die Gewerkschaft einbezogen werden müsse…“ Artikel von Peter Nowak vom 5. Februar 2024 in Neues Deutschland online externer Link zum:
    • [Protest- und Solidaritätsschreiben] An der Seite unserer Kolleginnen und Kollegen der CFM und der Vivantes-Töchter sagen wir: Rückführung geht! Sofort!
      In Berlin sind immer noch zahlreiche Betriebe aus ihren Muttergesellschaften ausgegründet. Oft haben wir aus den Parteien, die in den letzten zwei Jahrzehnten den Senat gestellt haben, gehört, dass diese Form der Tarifflucht und des Lohndumpings rückgängig gemacht werden soll, um dem Prinzip Gleicher Lohn für gleiche Arbeit wieder Geltung zu verschaffen.
      Wir, die Unterzeichnenden dieses Protest- und Solidaritätsschreibens, gehörten zu ausgegründeten Firmen, die seit einiger Zeit zurückgeführt wurden: Botanischer Garten (zurück in die Freie Universität 2018), Charité Physiotherapie- und Präventionszentrum GmbH (CPPZ, 1.1.2020 zurückgeführt in die Charité) und Vivantes Therapeutische Dienste GmbH (VTD, ebenfalls am 1.1.2020 zurückgeführt in Vivantes Netzwerk für Gesundheit).
      Im Koalitionsvertrag vom 26. April 2023 hat Im Koalitionsvertrag vom 26. April 2023 hat sich die CDU-/SPD-Koalition verpflichtet, die Charité Facility Management GmbH (CFM) und die Vivantes-Töchter-GmbHs (Vivantes Service GmbH, VivaClean Nord, VivaClean Süd, SVL Speiseversorgung und -logistik, Vivantes Reha und Vivantes MVZ) „schnellstmöglich“ in die Muttergesellschaften zurückzuführen. (…) Wir können uns des Eindrucks nicht verschließen, dass im Falle der versprochenen Rückführungen der CFM und der Vivantes-Töchter der Senat wieder auf Zeit spielt und nicht zu erkennen gibt, das Versprechen der Rückführung einlösen zu wollen. Anders können wir die Antwort des Senats an die drei SPD-Abgeordneten nicht interpretieren. Ausgründungen gingen immer ganz schnell, bei der Rückführung wird von „Komplexität der Aufgabe“ aufgrund „rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen“ geredet. (…) Wir fragen insbesondere alle Abgeordneten der CDU- und SPD-Fraktionen, die den Senat stellen: Wie lange soll der von Ihnen ausgesprochene Wille negiert werden? Wie lange sollen die Beschäftigten noch auf die Einlösung des Versprechens warten?“Protest- und Solidaritätsschreiben mit Erstunterschriften (Diskussionsergebnis GA 15.01.2024 – Unterzeichner*innen: Stand 21.01.2024)
  • Siehe die zwischenzeitliche Entwicklung (da immer im Rahmen von Tarifbewegungen) in:
  • Operation Rückholung: Vivantes und Charité sollen die Beschäftigten aus Tochterfirmen wiedereingliedern 
    Jetzt muss es schnell gehen. Die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern sollen deutlich verbessert werden. Der rot-rot-grüne Senat hat am Dienstag ein entsprechendes Konzept für bessere Beschäftigungsbedingungen beschlossen. »Mit sachgrundlosen Befristungen muss endlich Schluss sein«, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Und: »Solche Verträge sind nicht zeitgemäß.« Außerdem müssen alle Beschäftigten zu tariflichen Konditionen beschäftigt werden. (…) Als Erstes sollen die Unternehmen auf alle sachgrundlosen Befristungen verzichten. Bei Vivantes habe man, so Kolat, bereits im vergangenen halben Jahr die Anzahl der befristeten Verträge von 1300 auf 500 reduziert. Zum Januar 2020 soll es keinen einzigen solchen Vertrag mehr geben. Weiterhin sollen die Vivantes-Tochterunternehmen Therapeutische Dienste und Ambulante Krankenpflege aufgelöst und laut Kolat aktuell 141 therapeutische Beschäftigte und 39 ambulante Pfleger*innen wiedereingegliedert werden. Gleiche Arbeit müsse gleich entlohnt werden. Bis zu 600 Euro Unterschied allein beim Einstiegsgehalt hatte ver.di schon vor Jahren für die nicht tariflich Beschäftigten errechnet. Die Gewerkschaft ver.di fordert die jetzt beschlossene Wiedereingliederung bereits seit 2015. Seit Jahren streiken Beschäftigte für bessere Arbeitsbedingungen…“ Artikel von Claudia Krieg vom 02.04.2019 beim ND online externer Link
  • [Aufruf zur Kundgebung am 22.03.2019] TVöD – für alle an der Charité! Kundgebung vor dem Aufsichtsrat der Charité 
    Schluss mit der Zwei-Klassen-Belegschaft. Für die Umsetzung der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses. Für die Rückführungen der Töchter. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Aufruf vom 15. März 2019 von und bei Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht externer Link für Freitag, 22.03.2019, 13:30 Uhr am Charitéplatz 1(Campus Mitte)
  • Mit angezogener Handbremse: Die Gewerkschaft ver.di hat im Arbeitskampf von Beschäftigten in zwei Berliner Krankenhäusern Vertrauen verspielt 
    „Die Beschäftigten der CFM und VSG, zwei Tochterunternehmen der Berliner Krankenhäuser Charité und Vivantes, kämpfen seit Jahren für angemessene Bezahlung. Im Sommer standen sie kurz davor, betriebsübergreifend und solidarisch für diese Forderung zu streiken. Doch die zuständigen ver.di-Strukturen – bis hin zum Bundesvorstand – vereitelten ein gemeinsames Vorgehen. Die dahinterliegenden Probleme sind exemplarisch für grundlegende Missstände in der Gewerkschaft. (…) Dass eine Gewerkschaft ihren Mitgliedern die Unterstützung verweigern kann, ist Resultat der Bürokratisierung der Gewerkschaft. Nicht die Interessen der Mitglieder sind die oberste Maxime, sondern die Interessen des bürokratischen Apparats, der in den großen deutschen Gewerkschaften ein Eigenleben führt. Dessen Interesse besteht vor allem in Selbsterhaltung: Solange die Gewerkschaft sich als unverzichtbare Vermittlerin zwischen Politik und Kapital einerseits und den Arbeiter_innen andererseits präsentieren kann, solange lässt sich auch ein großer Apparat mit gut bezahlten Posten rechtfertigen, der Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen verwaltet. (…) Rückeroberung [der Gewerkschaften] bedeutet die Infragestellung des gesamten Apparats. Funktionär_innen müssen gewählt und jederzeit abwählbar sein. Ihr Gehalt darf den Durchschnitt der Basismitglieder nicht übersteigen. Über Arbeitskämpfe muss demokratisch im Betrieb entschieden werden – nicht im Vorstand. Kämpferische Betriebsaktivist_innen sollten nur dann Posten übernehmen, wenn sie genug Rückhalt an der Basis haben, um dem sozialpartnerschaftlichen Druck von oben zu widerstehen. Das ist langfristig nur möglich, wenn sich anti-bürokratische Strömungen etablieren, die eine klassenkämpferische Perspektive einnehmen.“ Beitrag von Dustin Hirschfeld aus ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis vom 14. November 2017 externer Link
  • Charité-Beschäftigte solidarisch mit Streik: Uniklinik-Mitarbeiter unterstützen Vivantes-Kollegen 
    Die Technik- und Servicekräfte der Charité solidarisieren sich mit ihren streikenden Kollegen der Vivantes-Kliniken und wollten von Dienstagmorgen an ebenfalls die Arbeit niederlegen. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, kämpfen die Mitarbeiter der beiden landeseigenen Krankenhäuser für eine gerechtere Bezahlung. Die Vivantes-Beschäftigten sind laut ver.di seit Montag früh im Ausstand. (…) Anfang Juni hatten die Vivantes-Servicekräfte, die zum Beispiel OP-Besteck sterilisieren, bereits zwei Wochen gestreikt. Am 20. Juni war der Arbeitskampf ausgesetzt worden…“ Meldung vom 28.06.2017 beim ND online externer Link
  • Uniklinik Charité und der Krankenhausbetreiber Vivantes wollen sparen: »Sie knapsen Investitionsmittel vom Lohn ab«
    Ein Gespräch mit der ver.di- Gewerkschaftssekretärin Janine Balder, zuständig für den Berliner Klinikbetreiber Vivantes, und dem ver.di- Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel, zuständig für das Berliner Universitätsklinikum Charité. Wichtiges aus dem Interview: „In der Vivantes Servicegesellschaft sind 900 Personen beschäftigt. Die meisten von ihnen werden nach dem bei Vivantes geltenden Tarifvertrag bezahlt, doch 250 stehen ohne Tarifvertrag da. Das hat die Kollegen und Kolleginnen in den Arbeitskampf getrieben. Denn für die exakt gleiche Arbeit, an denselben Geräten erhalten die einen teils 800 bis 900 Euro weniger Lohn als die anderen. Das schürt die Unzufriedenheit. (…) Bei der Charité steht das im Zusammenhang mit den Sparexzessen der Stadt Berlin. Die CFM wurde im Jahr 2006 ausgelagert, also zur Zeit der rot-roten Regierung. Damals musste die Charité hohe Verluste verbuchen. Unter anderem weil das Land Berlin seinen Investitionsverpflichtungen nicht nachkam. Im Rahmen eines Konsolidierungsprogramms versuchte die Universitätsklinik dann, möglichst viele Unternehmensteile aus dem Mutterkonzern rauszuschmeißen. Die CFM war eine Art Modellversuch für Ausgründungen im Krankenhausbereich, es ist die größte Servicegesellschaft aller Kliniken der Bundesrepublik. Und sie ist das größte prekäre Unternehmen im Verantwortungsbereich des Landes Berlin. (…) Kliniken benötigen Investitionen, etwa für die Sanierung von Häusern. Sie sollten teils vom Land Berlin übernommen werden, doch es gibt einen großen Investitionsstau. Also knapsen die Häuser die nötigen Mittel von den Personalkosten, vom Lohn ab. Wo aber können sie sparen? Im ärztlichen und pflegerischen Bereich ist das eher nicht möglich. Dort herrscht bereits ein Fachkräftemangel, die Arbeitgeber suchen neues Personal. Also wird alles andere ausgegliedert…“ Interview von Johannes Supe bei der jungen Welt vom 13. September 2016 externer Link
  • Berliner Landesunternehmen: In Tochterfirmen der Kliniken droht Streik
    Eigentlich hatte sich die Lage beruhigt, als die Charité sich verpflichtete mehr Schwestern und Pfleger einzustellen. Doch nun droht Streik bei einer Tochterfirma – und auch bei Vivantes.
    In den Berliner Kliniken spitzt sich der Streit um die Tochterfirmen zu. Zunächst geht es um Reinigungskräfte, Hausmeister und Boten der Charité. Sie sind oft bei der „Charité Facility Management“ (CFM) beschäftigt, die geringere Löhne zahlt, als die landeseigene Universitätsklinik selbst. Für die meisten der mehr als 2000 CFM-Mitarbeiter gilt kein Tarifvertrag. Kalle Kunkel von der Gewerkschaft Verdi sagte: „Angesicht der Spaltungsversuche der CFM-Geschäftsführung sind Streiks nicht ausgeschlossen.“
    …“ Artikel von Hannes Heine vom 25.08.2016 beim Tagesspiegel online externer Link
  • Radiosendung „Aufstand der Töchter“
    Bei Carola im Studio Ansage waren prekär Beschäftigte des Botanischen Gartens, von Vivantes und der Charité zu Gast. Ihr Protest richtet sich gegen prekäre Arbeit und tariffreie Zonen in der Verantwortung des Landes Berlin. Sie arbeiten in Tochterunternehmen die zum Zweck der Tarifflucht und des Lohndumpings gegründet wurden. Die Audiodatei externer Link Audio Datei (ohne Datum) – sehr empfehlenswert!
  • Aufstand der Töchter. Berliner Servicebeschäftigte kämpfen für Angleichung an den TVöD
    „»TVöD für alle!« Mit dieser Parole fordern die Belegschaften der Tochtergesellschaften Berliner Kliniken eine Angleichung ihrer Löhne und Bedingungen an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Den Anfang haben die Beschäftigten der Vivantes Service Gesellschaft (VSG) Mitte April mit einem zweitätigen Warnstreik gemacht. (…) Auch an der Charité Facility Management (CFM) tut sich was. »Gemeinsam organisieren wir jetzt den Aufstand der Töchter«, sagt Maik Sosnowsky von der ver.di-Betriebsgruppe. »Ob bei Vivantes, an der Charité oder auch im Botanischen Garten – in allen Servicebereichen des Landes haben die Kolleginnen und Kollegen den TVöD verdient.« 2011 konnten die CFM-Beschäftigten dieses Ziel trotz wochenlanger Streiks zunächst nicht erreichen (siehe drei.41). Jetzt wollen sie einen neuen Anlauf wagen und haben eine Tarifkommission gewählt. Zugleich planen die Gewerkschafter an der Charité und bei Vivantes, die im September stattfindende Abgeordnetenhauswahl zu nutzen, um öffentlich Druck zu machen…“ ver.di-Meldung vom 9.6.2016 externer Link

Siehe zum Hintergrund:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=103916
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