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Wenn Helfende zum Opfer werden: Gewalt im Gesundheitswesen
“Es ist für einen halbwegs normal gestrickten Menschen schwer bis überhaupt nicht nachzuvollziehen, dass Menschen, die als Rettungskräfte Tag und Nacht wertvollste Hilfe leisten, bei der Ausübung der guten Tat selbst zu Opfern werden. Aber genau darüber wird seit Jahren immer wieder in den unterschiedlichsten Zusammenhängen in den Medien berichtet. (…) Den Versuch einer Bestandsaufnahme haben Tobias Hofmann und Thomas Hachenberg (2019) mit ihrem Beitrag Gewalt in der Notfallmedizin – gegenwärtiger Stand in Deutschland
vorgelegt…“ Beitrag von Stefan Sell vom 21.02.2021 auf seinem Blog Aktuelle Sozialpolitik
(„Wenn Helfer Opfer werden: Gewalt gegen Rettungskräfte“) und mehr daraus/dazu
- Immer mehr Angriffe auf Klinikpersonal. Bericht: Vor allem in Notaufnahmen und Ambulanzen häufen sich Übergriffe auf Angestellte
„Verbale und körperliche Übergriffe gegen das Krankenhauspersonal haben bundesweit in den vergangenen Jahren zugenommen. Besonders besorgniserregend ist der Zustand in den Krankenhäusern in Großstädten. Das bestätigt das sogenannte Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). »In den allermeisten Fällen sind die Notaufnahmen und -ambulanzen der Tatort für die Übergriffe«, heißt es in dem Bericht. Dabei sind laut DKI vor allem zwei Gründe maßgeblich für die Zunahme an verbalen und körperlichen Übergriffen: »patientenbezogene Gründe« wie Alkoholkonsum, psychische Erkrankungen und Demenz oder Schmerzen und »ein allgemeiner Respektverlust gegenüber dem Krankenhauspersonal«. Letzteres ist ein negativer Trend, den man bereits von Angriffen auf Rettungskräfte kennt. Fast jede zweite Klinikleitung (43 Prozent) hat im vergangenen Jahr bundesweit Strafanzeige wegen Übergriffen auf Mitarbeitende erstattet. »Gewalt darf nicht diejenigen treffen, die anderen Menschen helfen«, sagte Ingo Morell, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), bei der Präsentation des Barometers. Dass Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Rettungskräfte beleidigt, bespuckt, beschimpft oder attackiert werden, sei »nicht hinnehmbar«, so Morell weiter. (…)
Vornehmlich seien Mitarbeiter im Jahr 2024 »merklich« psychischer Belastung aufgrund von eben diesen verbalen und körperlichen Übergriffen ausgesetzt gewesen. 21 Prozent der deutschen Krankenhäuser berichteten dem Barometer zufolge, dass ihre Beschäftigten »häufiger« davon betroffen seien. Einige Betroffene müssten sich aufgrund dessen in therapeutische Maßnahmen begeben oder seien gar längerfristig arbeitsunfähig gemeldet gewesen. Immerhin neun Prozent der Krankenhäuser berichteten, dass Mitarbeitende über »geringe physische Schäden« wie etwa Kratzwunden oder Hämatome klagten. (…)
Laut DKI-Bericht wurden auch lange Wartezeiten als Ursache von Übergriffen genannt. Wenn chronischer Personalmangel herrscht und medizinische Geräte veraltet sind und ausfallen, kann sich das auch bei den Patienten auswirken, ohne auf ein gesamtgesellschaftliches raueres Klima abzuheben, wie die Autoren es beschreiben.“ Artikel von David Bieber vom 11. Januar 2026 in Neues Deutschland online
- Gewalt in Kliniken: Sicherheitsmaßnahmen werden ausgeweitet. Krankenhäuser und Praxen reagieren auf mehr Angriffe gegen Pflegekräfte und Ärzte
„Praxen und Kliniken in Deutschland greifen einem Medienbericht zufolge immer stärker zu Sicherheitsmaßnahmen, um ihr Personal vor wachsender verbaler und körperlicher Gewalt zu schützen. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Sonntag, »die Krankenhäuser mussten in den vergangenen Jahren verschiedene Strategien zum Schutz ihrer Beschäftigten entwickeln.« Diese reichten demnach von Sicherheitsdiensten über Deeskalations- und Verteidigungskursen bis hin zu baulichen Maßnahmen. Konzepte seien etwa, dass Patienten und deren Angehörige in den Wartebereichen der Notaufnahmen in allen nicht-medizinischen Angelegenheiten vorwiegend nur direkten Kontakt mit geschultem Sicherheitspersonal hätten, das mögliche Gewalttäter schnell erkenne.
»Problematische Schichten werden so besetzt, dass immer auch körperlich besonders fitte und kräftige Pflegerinnen und Pfleger in den Teams arbeiten«, sagte Gaß. Dies seien alles keine akzeptablen Zustände…“ Agenturmeldung vom 13.07.2025 in ND online
- Wenn Helfer Opfer werden: Gewalt gegen Rettungskräfte
Wieter aus dem Beitrag von Stefan Sell vom 21.02.2021 auf seinem Blog Aktuelle Sozialpolitik
: „….»In den letzten Jahren werden Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Notaufnahmen immer häufiger Opfer von gewalttätigen Übergriffen während ihres Dienstes. Jedoch wird die Erfassung von Häufigkeiten, Arten, Ursachen, Täterprofilen sowie möglichen Lösungsansätzen und Schutzmaßnahmen in Deutschland bisher – im Vergleich zum angloamerikanischen Sprachraum – eher stiefmütterlich behandelt«, beklagen die beiden Verfasser. (…) In dem Artikel Angriffe auf Rettungskräfte – Warum eskaliert es immer öfter?
von Thomas Beigang, der im Juli 2020 veröffentlicht wurde, werden die gesetzgeberischen Verschärfungen angesprochen: Geändert habe sich seitdem aber nichts, so wird der Rettungssanitäter Stephan Drews zitiert, der in der Rettungsleitstelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte arbeitet. (…) Die betroffenen Rettungsdienstmitarbeiter waren zu 73,4% männlich und überwiegend in der Altersgruppe der 18 – 29-Jährigen. Es waren sowohl Notfallsanitäter (29,4%), Rettungsassistenten (14,8%) und Rettungssanitäter (33,6%) als auch weitere Rettungsdienstmitarbeiter betroffen. Die Übergriffe waren hauptsächlich verbal (40,3%). Der Anteil der tätlichen Gewalt betrug 14,4%…“
Siehe auch Rassismus im Krankenhaus: „Von ihnen lasse ich mich nicht behandeln.“