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Aktion Notaufnahmen retten: Bundesweite Petition der Notaufnahmen in Krankenhäusern
„Menschen stehen vor der Anmeldung zur Notaufnahme Schlange, Rettungsdienstmitarbeitende warten auf die Übernahme ihrer Patient*innen, das Schockraumtelefon klingelt, Pflegekräfte hetzen durch die Gegend, um neu ankommende Notfälle zu versorgen, Gipse anzulegen und lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten. Der komplette Flur ist voller Tragen mit schlafenden, weinenden, wütenden, schmerzgeplagten oder verwirrten Menschen, weil die Behandlungsräume nicht ausreichen. Eine Schicht mit – wenn es schlecht läuft – 60 Patient*innen, aber nur 4 Pflegekräften. Leider bleiben die Grundbedürfnisse der bereits seit Stunden wartenden Patient*innen auf der Strecke, denn die Triage, also Ersteinschätzung der neu- eintreffenden Notfallpatient*innen hat Vorrang. Die Notfallversorgung bröckelt an allen Ecken und Enden, den Mitarbeitenden der Notaufnahmen bleibt aktuell kein Ausweg als diese ruinösen Zustände aufzufangen…“ Petition vom 25.04.2022 auf Change.org
der Aktion:Notaufnahmen retten
dort die Forderungen und umfangreiche Begründung, siehe auch:
- Fast jede zweite Notaufnahme in Deutschland überlastet
„Notaufnahmen in Deutschland sind offenbar häufig so stark überlastet, dass teils die Patientensicherheit gefährdet ist. Ursache sind ein Mangel an Betten und Personal.
Fast jede zweite Notaufnahme in deutschen Krankenhäusern ist einer Umfrage zufolge überlastet. Zum Teil sei die Überlastung so stark, dass die Patientensicherheit gefährdet sein könne, heißt es in der Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA). Die angespannte Lage habe sich in den vergangenen zwölf Monaten noch verschlechtert. Über die Umfrage berichteten die ZDF-Sendung frontal und der Spiegel. Die DGINA hat demnach Notaufnahmen in allen Bundesländern zu ihrer Situation am Stichtag 2. Juni befragt. 45 Prozent berichteten, an diesem Tag überbelegt und überlastet gewesen zu sein. Für die Messung der Belastung stützte sich die Gesellschaft auf eine international etablierte »Überlastungsampel«, den sechsstufigen CEDOC-Score.
Sorge um Sicherheit der Patienten
Laut Bericht sah sich jede dritte Notaufnahme (31,4 Prozent) in Level vier und acht Prozent in Level fünf mit schwerer Überfüllung. 5,5 Prozent gaben die höchste Stufe an, eine kritische Überlastung. DGINA-Präsident Martin Pin zeigte sich schockiert über den Befund. Aus großen internationalen Studien wisse man, dass »in solchen Belastungssituationen die Patientensicherheit gefährdet ist«...“ Meldung vom 22. September 2026 in der Zeit online
- Allein in der Schicht. Weder Personaluntergrenzen noch Entlastungstarifverträge: Bundesweit vernetzte Initiative klärt über Bedingungen in Notaufnahmen auf
„Die Schilderungen der Aktivistinnen und Aktivisten von »Notaufnahmen retten« sind erschreckend. Während einer digitalen Pressekonferenz vor einer Woche beschrieben sie Fälle, in denen eine Notfallpflegekraft allein in der Nacht Dienst tat und zugleich zwei Menschen wiederbelebt werden mussten. In einem Fall gelang das tragischerweise nicht. Entstanden ist die Gruppe aus der Berliner Krankenhausbewegung. Diese hatte im letzten Jahr in einer monatelangen Auseinandersetzung Tarifverträge zur Entlastung in den Krankenhäusern Charité und Vivantes erkämpft. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) organisierte im Rahmen des Kampfes einen mehr als 30tägigen Streik der Pflegekräfte. Genau hier setzt nun die Initiative »Notaufnahmen retten« an. Denn die Tarifverträge, die die enorme Überlastung des Pflegepersonals verringern sollen, finden in den Notaufnahmen der Kliniken keine Anwendung. (…) Die inzwischen bundesweit vernetzte Initiative will nun einerseits mit einer Petition auf dem Portal Change.org auf die Situation aufmerksam machen. Dort verlangen die Aktivistinnen und Aktivisten unter anderem einen Pflegeschlüssel von 1:4 und die »verpflichtende Anwesenheit von mindestens einer weitergebildeten Notfallfachpflegekraft«. Die Petition ist bereits von mehr als 12.000 Menschen unterschrieben worden…“ Artikel von Steve Hollasky in der jungen Welt vom 10.05.2022
Siehe auch das Dossier: Rettungsdienst: Befragung zeigt massiv gestiegene Arbeitsbelastung – ver.di fordert kürzere Höchstarbeitszeit