Matthias Burchardt: Wider die neoliberale Zurichtung des MenschenDer Neoliberalismus als dominierende Ideologie unserer Zeit liefert als Zivil- oder Alltagsreligion inzwischen Glaubenssätze, an den sich Menschen und Politik orientieren. So wird die Bildungspolitik zunehmend ökonomischen Interessen und Zielen unterworfen. Ob von der „Schule als Unternehmen“, der „unternehmerischen Hochschule“ oder von diversen Vergleichstests und Rankings im „Wettkampf um die Köpfe“ die Rede ist: zunehmend bestimmt ein betriebswirtschaftlich kontaminiertes Denken die Bildungspolitik. Ziele wie Emanzipation und Mündigkeit werden im Wettbewerb hintan gestellt. Akteure wie etwa die Bertelsmann-Stiftung bestimmen ohne demokratische Legitimation Inhalte von Reformen im Bildungswesen. Lehrende und Lernende werden von der Politik willfährig ihren Projekten ausgeliefert: unsinnigen Vergleichstests, der Einführung von Managementmethoden bis hin zu weitreichenden Umgestaltungen, wie sie im Bologna-Prozeß stattfanden.” Klappentext der Broschüre von Matthias Burchardt beim pad-Verlag (76 Seiten, 5 Euro). Siehe Infos zum Bezug und Inhalt sowie eine Leseprobe:

  • Inhalt: Dollarzeichen im Auge. Über die Ökonomisierung der Gesellschaft / Liebesgrüsse aus Gütersloh. Eine unsachlich-polemische Meinungsäußerung / G 8 als Baustein eines Reformputsches gegen die humanistische Bildungskultur / Hebammen in der „midwife-crisis“?- Ungehörige Gedanken zum Professionaliserungsmärchen / Terror und Technokratie
  • Dollarzeichen im Auge – Über die Ökonomisierung der Gesellschaft
    Es gibt vor allem im Privatfernsehen unzählige Formate, in denen gezeigt wird, wie Menschen geholfen wird, ihr Leben vollständig umzukrempeln und neuen Imperativen unterzuordnen. Diese Formate kann man auf mindestens zwei Ebenen interpretieren: auf einer medienwissenschaftlichen und auf einer psychosozialen.  Und bei letzterer wird es interessant, denn man kann anhand der Geschichten, die da erzählt werden, anhand der Inszenierungsformen ein perfides Projekt zur Umerziehung erkennen: Es geht um die Ökonomisierung des privaten Lebensbereichs. (…) Ich möchte – angesichts dieses Verdachtes – die genannten Sendungen im Folgenden noch in einem anderen Licht betrachten, nämlich vor dem Hintergrund der Propaganda-Hypothese, als einen gezielten Versuch der Transformation von kulturellen Leitvorstellungen und Lebensmodellen, eingebettet in einen größeren Kontext von Reformen und Koordinatenverschiebungen im globalen Maßstab, die auch unter dem Titel „Neoliberalismus“ oder „Ökonomisierung“ diskutiert werden...” Textauszug aus der Broschüre von Matthias Burchardt als exklusive Leseprobe im LabourNet Germany – wir danken dem Autor und Verlag!
  • Siehe auch die Besprechung: Neoliberale Metamorphosen. Broschüre über die entsolidarisierende Zurichtung des Bildungswesens erschienen
    Matthias Burchardt, Akademischer Rat am Institut für Bildungsphilosophie an der Universität Köln und stellvertretender Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V., hat eine Broschüre vorgelegt, die sich gegen das Opfern demokratischer und humanistischer Werte richtet. In einem ersten Abschnitt geht er auf die zerstörerische Wirkung des Neoliberalismus als dominierender Ideologie unserer Zeit auf die Hirne und Herzen der Menschen ein. Anhand media¬ler Beispiele zeigt er überzeugend die perfiden Methoden und Inhalte ihrer Manipulierung und Gleichschaltung auf, mit dem Ziel der Transformation des Menschen zum homo oeconomicus. Also eines Menschen, der unter Konkurrenzdruck damit beschäftigt ist, in sein Humankapital zu investieren, damit er im Wettbewerb um die geringen Sozialchancen die Nase vorn habe. (…) Besonders im Abschnitt zur Ökonomisierung der Bildung seziert der Autor anschaulich die vorherrschenden Methoden von Politik und Medien zur Transformation von Mensch und Gesellschaft. Er deckt die Absichten und die menschenverachtenden Ziele auf. Besonders der Bertelsmann Stiftung kommt eine wichtige Rolle zu. Sie hat sich auf Schulen und Universitäten konzentriert. Hand in Hand mit Politik und Wirtschaft betreibt sie dieses Geschäft...” Besprechung von Edmund Peltzer in junge Welt vom 20.02.2017 externer Link