LabourStart-Konferenz in Berlin vom 23.-25.Mai 2014

Dossier LabourStart-Konferenz in Berlin vom 23.-25.Mai 2014

Nach erfolgreichen LabourStart-Konferenzen in Kanada, der Türkei und Australien wird die nächste Konferenz im Mai 2014 unter dem Motto „Globale Krise – globale Solidarität“ in Berlin stattfinden. Damit bietet sie die Möglichkeit, Kolleg_innen aus aller Welt sozusagen fast vor der eigenen Haustür zu treffen. Die Konferenz findet in Zusammenarbeit mit zahlreichen deutschen und internationalen Gewerkschaftsorganisationen statt.” Siehe erste Informationen zu Organisation und Programm auf der Konferenzwebseite externer Link – das LabourNet Germany wird dabei sein! Siehe dazu neu:

  • Wie kann eine globale Arbeiterbewegung aufgebaut werden? Gisela Neunhöffer über die erste internationale Konferenz von LabourStart in Berlin
    Interview von Jochen Gester mit Gisela Neunhöffer aus der SoZ vom Juli 2014   – wir danken der Redaktion! Aus dem Text: “[SoZ] Etwa zur gleichen Zeit wie LabourStart ist auch das internationale Labournet entstanden. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen den beiden Portalen? [Gisela Neunhöffer] Gemeinsam ist uns die Vermittlung von Nachrichten und dass wir uns links vom gewerkschaftlichen Mainstream bewegen. Ein Unterschied ist, dass Labournet Germany sich stärker politisch positioniert. Wir veröffentlichen selten eigene politische Erklärungen. Auf der Konferenz achteten wir natürlich darauf, dass aus unserer Sicht progressive Themen und wichtige Auseinandersetzungen im Mittelpunkt stehen. Es war uns aber auch wichtig Leute einzuladen, die einen Gegenstandpunkt vertreten, damit es interessante Diskussionen gibt. Ein wichtiger Unterschied sind die Kampagnen, die Labournet nicht in vergleichbarem Umfang macht. Organisatorisch nehme ich Labournet eher als lose Kooperation einzelner Gruppen in verschiedenen Ländern wahr – LabourStart ist stärker international integriert, wir funktionieren im wesentlichen als eine Plattform. Es war uns sehr wichtig, Labournet auf der Konferenz dabei zu haben – wir sind ja keine Konkurrenten, sondern ergänzen uns…”
  • »Solidarität herzustellen, ist eine schwierige Arbeit«
    Ende Mai fand in Berlin die Konferenz von Labourstart, einer Nachrichten- und Kampagnen-Website für die internationale Gewerkschaftsbewegung, statt. Diskutiert wurde über das Thema »globale Solidarität«. Wie es um diese und die Möglichkeit, Arbeitskämpfe weltweit zu führen, steht, darüber sprach die Jungle World mit Gisela Neunhöffer vom Labourstart-Netzwerk Berlin, die die Konferenz mit vorbereitet hat…” Interview von Peter Nowak in der Jungle World vom 12. Juni 2014 externer Link. Aus dem Text: “… Mag Wompel vom Informationsportal Labournet Germany betonte noch einmal eindringlich, dass die Verteidigung der Rechte derjenigen, die aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt sind, zum eigensten Interesse der Gewerkschaftsarbeit gehören muss. Schließlich gehören die Entrechtung von Erwerbslosen und der Abbau von Rechten für die Beschäftigten zusammen…”
  • Global solidarity on display in Berlin as trade unionists meet at LabourStart conference
    LabourStart’s annual Global Solidarity Conference took place in Berlin this year, and it was by far the largest one we’ve ever held. 360 trade unionists from many different countries came to Germany to take part in workshops, debates, film showings and conversation.  The conference theme was “Global Crisis – Global Solidarity”…” Erster Bericht von Tom Harris and Eric Lee vom 28.5.2014 externer Link (engl.)
  • Die große Unbekannte
    Globalisierung der Solidarität: Gewerkschafter aus aller Welt auf einer Konferenz der wachsenden LabourStart-Bewegung in Berlin. Bericht von Peter Steiniger in junge Welt vom 27.05.2014 externer Link. Aus dem Text: “… Etwa 300 Basisaktivisten und offizielle Vertreter von Gewerkschaften aus 75 Ländern verschiedener Erdteile – unter anderem aus Bangladesch, Südkorea, Pakistan, Indien, Südafrika, Kamerun, Togo, Rußland, der Ukraine, Italien, Frankreich, den USA und Kanada – hatten auf eigene Initiative hin den Weg in die deutsche Hauptstadt gefunden. Einen weißen Fleck bildet hingegen noch Lateinamerika. (…) Vor allem wurde während der Konferenz an praktischen Beispielen deutlich gemacht, wie nötig internationale Solidarität ist und wie sie wirksam werden kann. Die Textilgewerkschafterin Nazma Akter aus Bangladesch berichtete von der Ausbeutung billiger Arbeitskraft in ihrem Land und der internationalen Unterstützung im Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der zwei Millionen Textilarbeiter dort. Ein Delegierter aus der Türkei machte die Profitgier des Grubenunternehmens und das Wegschauen der Regierung für die Toten der Bergwerkskatastrophe in Soma wenige Tage zuvor verantwortlich, deren Opfern mit einer Schweigeminute gedacht wurde. Die Proteste in der Türkei seien nicht isoliert, sondern verbunden mit Aktionen im Ausland. Mag Wompel vom kritisch-linken Informationsdienst LabourNet Germany warb um mehr Bewußtsein dafür, daß die Verteidigung der Rechte derjenigen, die von Erwerbsarbeit ausgegrenzt sind, im eigensten Interesse der klassischen Gewerkschaftsklientel liege…”
  • GewerkschafterInnen aus 75 Ländern für internationale Solidaritätskonferenz in Berlin
    Die LabourStart-Konferenz „Globale Krise – globale Solidarität“ öffnet ihre Türen bei ver.di am Ostbahnhof am kommenden Freitag für die mehr als 300 Teilnehmer_innen. Bis zum Sonntag, den 25. Mai 2014, werden hier eine breite Palette von Themen aus der internationalen Gewerkschaftsbewegung diskutiert…” Presseerklärung vom 20.5.2014 . Voraussichtliche Highlights:

    • Auf dem Eröffnungspanel (Freitag, 19 Uhr) [mit Mag Wompel] wird u.a. Kıvanç Eli Açık vom linken türkischen Gewerkschaftsbundes DISK brandaktuelle Informationen zum Grubenunglück in der Türkei mitbringen.
    • Mit auf dem Podium am Samstag, 11 Uhr, spricht Nazma Akter, Frauenaktivistin und Preisträgerin des ASTRAIA Female Leader of the Year Award 2013, hautnah über ihren Kampf für die Näherinnen in Bangladesh.
    • Am Samstag Nachmittag ab 17:30 werden die Teilnehmer_innen der Konferenz sich einer Aktion von ver.di, der Christlichen Initiative Romero, der Supermarktinitiative und Initiative Eigentum-verpflichtet.org anschließen, mit der der Edeka-Konzern zur Wahrnehmung seiner Verantwortung in der internationalen Lieferkette seiner Produkte aufgefordert wird.
    • Kurz nach dem Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes bietet die LabourStart Konferenz eine Möglichkeit für Gewerkschafter_innen aus Dutzenden Ländern, von Basisaktivist_innen bis zum Vorsitzenden und Vertreter_innen der internationalen Gewerkschaftsorganisationen, brennende und aktuelle Fragen der Gewerkschaftsbewegung in einem informellen Rahmen breit zu diskutieren.
  • Insgesamt finden über 50 Workshops statt. Siehe das gesamte Programm externer Link (Version vom 19. Mai)
    • Workshop von LabourNet Germany: “Grenzen der Solidaritätam Samstag zwischen 14.00 und 15:30 Uhr im Raum 3
      Solidarität – solange sich diese darauf beschränkt, Petitionen oder Mailkampagnen zu unterzeichnen, ist weitgehend problemlos, höchstens: arbeitsintensiv. Und durchaus wirksam – aber halt nur beschränkt, und nicht nur, weil es zunehmend eine andauernde Anforderung wird. Auch, weil sie sich entweder an eine Regierung richten muss oder auf den good will oder die image-Abhängigkeit eines Unternehmens angewiesen ist. Was aber passiert, wenn von vielleicht 4 Werken eines Unternehmens 2 geschlossen werden sollen? Ins billigere Ausland verlagert werden sollen? Oder wenn gar an sich solidarische Belegschaften um das neue Modell konkurrieren müssen?
      Die Konkurrenz um das Null-Summen-Spiel begrenzter, aber zur Existenzsicherung (vermeintlich) alternativloser Lohnarbeitsplätze stellt die systemische Grenze der Solidarität dar. Soll sie dann – nur noch als ein moralischer Appell – aufrechterhalten werden? Oder können ihre Grenzen verschoben bzw. gar aufgehoben werden, in dem die Grundlage – die Lohnabhängigkeit – bekämpft und minimiert wird? Lohnabhängigkeit als systemisch Grenze der Solidarität kann potenziell auf zwei – sich nicht widersprechenden – Wegen gemildert werden: Bedingungsloses Grundeinkommen und Ausweitung der Commons als Kampf um kostenlose Infrastruktur. Ersteres wird von den meisten Gewerkschaften als ein Angriff auf das Arbeitsethos begriffen, Zweiteres noch viel zu selten als eine gewerkschaftliche Kernaufgabe begriffen. Wären es aber geeignete Mittel gegen die Grenzen der Solidarität und gibt es weitere, andere gesellschaftliche Bedingungen, um die spaltende Angst vor Erwerbslosigkeit zu beseitigen oder wenigstens zu mildern? Solche Fragen werden unseres Erachtens viel zu selten diskutiert – das wollen wir während dieses Workshops tun
      .”  Es ist der Workshop 12 im Strang 1 – Der Aufbau globaler Arbeiterbewegungen – siehe den entsprechenden Teil im Programm der Konferenz externer Link auch auf Englisch externer Link : Limits of solidarity und neu: Workshop „Grenzen der Solidarität“ bei der Labourstart-Konferenz am 24. Mai 2014, Referentin: Mag Wompel von LabourNet Germany. Protokoll von Susanne Steinborn  samt den Thesen der Referentin und den Hauptpunkten der Diskussion
    • Der Verein “Aktive Arbeitslose Österreich” nimmt an der Konferenz teil und veranstaltet einen Workshop  “Das neoliberale Regime des “Aktvieren und Zwingen der Menschen in Arbeit” in Europa. Eine Herausforderung nicht nur für Arbeitsloseninitiativen” am Samstag, 16.00-17.30 im Raum 4.
      Wir bitten alle anderen, nicht genannten Workshops um Verständnis, wenn wir aufgrund der inhaltlichen Verwandtschaft um Teilnahme nach unserem Workshop werben!
  • Meldung der OrganisatorInnen: Es sind nur noch gut zwei Monate bis zur LabourStart-Konferenz „Globale Krise – globale Solidarität“ in Berlin vom 23. bis 25. Mai 2014.
    Ca. 300 Gewerkschafter_innen aus Dutzenden Ländern diskutieren bei  diesem branchenübergreifenden Treffen aktuelle Probleme der internationalen Arbeiter_innenbewegung außerhalb der formalen internationalen Gewerkschaftsstrukturen. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit den Teilnehmer_innen erarbeitet. Die jeweils aktuelle Version und alle weiteren Infos findet Ihr auf der Webseite externer Link
    Die Konferenz wird von LabourStart in Kooperation mit verschiedenen deutschen und internationalen Gewerkschaften sowie gewerkschaftsnahen Organisationen organisiert.  LabourNet wird auch mit dabei sein und einen Workshop zu den systemischen Grenzen internationaler Solidarität anbieten!
    Die Teilnahme ist offen für alle Gewerkschafter_innen und kostenlos. Allerdings müsst Ihr Eure Reise und Unterkunft selbst organisieren. Bitte meldet Euch bald an externer Link , damit wir einschätzen können, wie viele wir werden!
    Das  Vorbereitungsteam der Konferenz sucht noch Verstärkung – bei Interesse meldet Euch bitte bei gisela@labourstart.org. Auch noch gesucht sind Schlafplätze für die Konferenzteilnehmer_innen – dafür bitte Email an housing@labourstart.org.