[30.8. – 2.9. 2017] VI. Globales Treffen selbstverwalteter Betriebe in ArgentinienNicht zufällig findet das VI. Globale Treffen selbstverwalteter Betriebe erneut in Argentinien statt – gehört es doch zu jenen Ländern, in denen es die meisten Erfahrungen mit der solidarischen Ökonomie gibt. Das diesjährige globale Treffen – mit einer Auftaktveranstaltung im Hotel Bauen in Buenos Aires und dem weiteren Verlauf in der Cooperativa Textiles Pigüé in der Provinz gleichen Namens  – wird im Jahr nach kontinentalen Treffen in Europa, sowie Nord- und Zentralamerika eine globale Bilanz und Perspektivendebatte organisiert. Und dies genau 10 Jahre nach dem ersten Treffen, damals einberufen vom Programa Facultad Abierta, der Facultad de Filosofía y Letras de la Universidad de Buenos Aires. Die Organisatoren sind zum einen nahe liegender Weise selbstverwaltete Betriebe aus 8 Ländern von Argentinien bis Frankreich, aber auch zahlreiche unterstützende Universitätsabteilungen und eine Reihe alternativer Gewerkschaften, wie Solidaires aus Frankreich oder NCT aus Mexico. Siehe dazu eine knappe Zusammenfassung des bisherigen Programms sowie Informationen über den Ablauf der Vorbereitungen und Kontaktmöglichkeiten und nun Berichte:

  • Das VI. Globale Treffen selbstverwalteter Betriebe in Argentinien New
    Ein internationales Treffen von diversen Belegschaften, Initiativen und Einzelpersonen der solidarischen Ökonomie hat vergangene Woche in Argentinien stattgefunden. Die etwa 400 Teilnehmehmenden kamen aus 25 Ländern, darunter China, Mexiko, Südafrika und den USA und diskutierten unter dem Motto “Die Ökonomie der Arbeiterinnen und Arbeiter” über Probleme, Praktiken und Strategien der Selbstverwaltung, wie auch über die Frage der politischen Zielsetzung einer solchen Vernetzung als Alternative zum Kapitalismus. Das Treffen wurde 2007 durch die philosophische Fakultät der Universität von Buenos Aires angestoßen und hat sich zu einem zentralen Ort des Austauschs für selbstverwaltete Unternehmen, Gewerkschaften und Aktivisten mit Bezug zur Solidarischen Ökonomie entwickelt. Hieraus entstand eine Vernetzung die sich seither stetig trifft und vergrößert. Abwechselnd finden kontinentale und weltweite Treffen statt. Laut den Statements zum Auftakt ist es den Organisatoren wichtig, mit dieser Plattform dem Kapitalismus, der prekäre Beschäftigung, Ausbeutung und Armut produziere, eine solidarische Alternative entgegenzusetzen und öffentlich zu diskutieren“ – aus dem Beitrag „Weltweites Treffen zu Solidarischer Ökonomie in Argentinien“ von Kai Münch am 05. September 2017 bei amerika21.de externer Link, worin auch kurz die Geschichte und Entwicklung dieser Treffen skizziert wird. Siehe zum Treffen auch drei weitere Beiträge:

  • Zusammenfassung des bisherigen Programms
    Das bisher vorgesehene Programm des Treffens – bei dem die argentinischen Organisatoren darauf hinweisen, dass sich die Möglichkeit bietet, in der Woche davor argentinische Betriebe zu besuchen – besteht im wesentlichen aus 8 Themen, von denen die meisten sich um die Diskussion der politischen und gesellschaftlichen Bedingungen selbstverwalteter Betriebe und ihrer Veränderung drehen: Sei es die Debatte um die aktuelle kapitalistische Krise oder der Selbstverwaltung als direkte Alternative dazu, der Gender-Problematik in der Selbstverwaltung oder der Erfahrungen mit dem Verhältnis zum bürgerlichen Staat – wozu es ja gerade aktuell in Argentinien einiges zu berichten und erst recht zu analysieren gibt. Aber auch praktische Dimensionen werden diskutiert: Die Vermittlung und die Debatten von beruflichen Fähigkeiten und Wissen beispielsweise ebenso, wie etwa unterschiedliche juristische Bedingungen, inklusive des Umgangs mit ihnen, oft genug gleichbedeutend mit dem Widerstand gegen Repression. Für alle diese Bereiche gibt es jeweils Zeitfenster für die Einreichung von Vorschlägen und die Ausarbeitung von Thesenpapieren, zumeist in den Bereichen Ende Juni/Anfang Juli liegend.