Ein-Euro-Jobs sind in Hamburg out. Erwerbslose und Rentner können sich jetzt aber kurzzeitig verdingen – für maximal einen Fünfer pro Tag…” Artikel von Susan Bonath in junge Welt vom 18.04.2015 externer Link

  • Aus dem Text: “… Sie pflegen öffentliche Grünanlagen, jäten Unkraut in Kindertagesstätten, säubern die Elbufer oder sammeln Müll. Am Ende eines Arbeitstages gibt es Geld: Einen Euro für jede geleistete Stunde, maximal fünf Euro in bar auf die Hand. Für jene, die dabeisein wollen – oder müssen –, öffnet der »Arbeitsladen« des Vereins »Mook wat« im Hamburger Viertel Dulsberg um sechs Uhr morgens seine Pforten. Erst gibt es Frühstück, dann wird die Arbeit zugeteilt.
    Das Projekt »Tagwerk« läuft bereits seit Februar. Neben »Mook wat« (zu hochdeutsch: »Mach was«) bieten sieben weitere Träger derlei Beschäftigung in verschiedenen Stadtteilen an, wie die Dulsberger Projektleiterin Dörte Berger gegenüber jW berichtete. An der Hamburgischen Bürgerschaft und den einzelnen Bezirksversammlungen sei die Planung für dieses Programm komplett vorbeigegangen. (…) Laut Senat ist das Anheuern als Tagelöhner im Rahmen des Projekts freiwillig. Das Jobcenter verhänge bei Ablehnung des Angebots keine Sanktionen. Nach ihren jahrelangen Erfahrungen als Arbeitsvermittlerin im Jobcenter »team.arbeit« in Hamburg-Altona will Hannemann aber nicht recht daran glauben. Tatsächlich müssen Hartz-IV-Bezieher ihre Teilnahme mit dem Amt abstimmen, wie Dörte Berger von »Mook wat« erklärt. »Das wird in die Eingliederungsvereinbarung der Teilnehmer aufgenommen«, weiß sie. Dabei handelt es sich um Verträge, die Auflagen für die Erwerbslosen und die Verpflichtung des Jobcenters festlegen, bestimmte Hilfen bereitzustellen. Ersteren drohen bei Nichteinhaltung Rechtsfolgen, sprich: Leistungskürzungen zwischen zehn und 100 Prozent…”