Soliaktion Chefduzen mit chinesischen VW Leiharbeitern in Wolfsburg am 17.11.2017In unserem Beitrag vom 27. November “Langsam, allmählich: Die Verweigerung von Solidarität mit VW Leiharbeitern in China wird zum Thema in Mainstream-Medien” haben wir u.a. auf den Artikel „VW erteilt Arbeitern in China eine Abfuhr“ von Peter Hornung vom 24. November 2017 beim NDR externer Link verwiesen. Dabei stand im Vordergrund, dass die deutschen Medien – auch in den “VW-Städten”! – den Fall, endlich, aufgreifen. Nicht einschätzen konnten wir die uns neuen Angaben darin: “… Dabei sei man keinesfalls untätig, betont ein VW-Sprecher in China gegenüber NDR Info. Man habe enge Kontakte zu den betroffenen Arbeitern und setze auf eine “einvernehmliche Lösung.” Leiharbeiter würden nun bei VW direkt angestellt. Schon gut 1.500 von über 3.000 von ihnen hätten einen festen Job bekommen. Weitere 500 sollen dazu kommen – und auch für die Rechte derer, die Leiharbeiter blieben, setze man sich ein…” Doch direkte Kontakte zu den Leiharbeitern in Changchun berichten: “Der FAW-VW Konzern hat den Leiharbeitern 2400 Arbeitsplätze angeboten, wie es offiziell in einem Rekrutierungsdokument vom Juni als Zugeständnis an den Arbeiterprotest heißt. Erstens ist es für die Leiharbeiter problematisch, dass davon sich nur 500 Arbeitsplätze in Changchun befinden, wo sie vor gut 10 Jahren für den Job hingezogen sind. Die anderen Jobs sind in verschiedenen Städten und die Arbeiter sollen erklären, in Zukunft nicht nach Changchun zurückzukehren. Zweitens müssen die Arbeiter eine Verzichtserklärung unterschreiben für eine evtl. Entschädigung für die unrechtmäßig vorenthaltenen Löhne, wenn sie den Job annehmen. (…) Und sie haben damit neue, flexiblere und billigere temporäre Arbeitskräfte – durch die Arbeit von Studenten (Praktikanten)! Deshalb haben sie behauptet, dass sie nur 500 Zeitarbeiter haben werden…” Aus der Zusammenfassung der Situation vor Ort vom 27.11.2017 bei chefduzen.de externer Link, siehe weitere Aspekte dazu im Beitrag:

  • In dem NDR-Beitrag heisst es weiterhin: “… In Wolfsburg allerdings ist man zurückhaltend – und das habe auch seinen Grund, so ein Betriebsratssprecher auf Anfrage von NDR Info. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das gelte natürlich grundsätzlich auch für China: “Wir bitten aber um Verständnis dafür, dass wir nicht über alle Bemühungen des Weltkonzernbetriebsrates zu diesem Thema öffentlich berichten können, um aufgebautes Vertrauen nicht zu gefährden.”…” – und wir fragen uns: spricht da wirklich der Betriebsratssprecher oder der VW-Sprecher?
  • Und ebd: “… Die Volksrepublik sei eben ein Sonderfall, heißt es immer wieder aus dem Konzern. VW habe nur eine Minderheitsbeteiligung am Werk in Changchun. Das Sagen habe der örtliche Parteisekretär…” Die Infos von chefduzen.de dazu: “… Als letzter Punkt: VW reagiert nie auf die Verhaftung von Fu Tianbo. Er wurde im Gebäude des Unternehmens eingesperrt, als die Arbeiter versuchten, die Leute aus dem Personalbüro zu finden, um ihnen die Fehler im Umgang mit ihren Rechten und ihrer Bezahlung zu erklären. Das Unternehmen kann nicht einfach der Regierung die Schuld in die Schuhe schieben.”