Dossier

"AufRECHT bestehen - kein Sonderrecht in den Jobcentern"“… Immer mehr offene Stellen, die bei der Arbeitsagenturen oder den Jobcentern gemeldet sind, kommen von Leiharbeitsfirmen. Und offensichtlich befinden sich die Agenturen und Jobcenter in einer win-win-Situation mit den Leiharbeitsfirmen, wenn diese Arbeitslose einstellen – und sei es eben auch nur, was der Regelfall ist, kurzfristig: Denn jede Einstellung bei einer Leiharbeitsfirma gilt als “Integration” in Erwerbsarbeit und bekommt in der Statistik das gleiche Zählungsgewicht wie die oftmals mühsame, auf alle Fälle erheblich aufwendigere Vermittlung in eine normale, unbefristete Beschäftigung in einem normalen Unternehmen…” Aus dem Kommentar von und bei Stefan Sell vom 12. Januar 2013 externer Link. Siehe dazu im LabourNet-Archiv das Special ” Leiharbeit und Hartz” und hier:

  • Jobcenter und Leiharbeit, Milliardengeschäfte hinter verschlossener Tür!
    Wie der Bundesrechnungshof in einer Studie bereits 2014 offenbarte kommt es im Zusammenspiel zwischen Jobcentern und Leiharbeitsbranche zu massiven Steuerverschwendungen. Es werden Summen genannt von denen manche Städte oder Kommune in dieser Höhe als Haushaltsetat nur träumen können. In der Studie wird auch von einer Vorteilsnahme zugunsten Dritter(Leiharbeitsbranche) referiert. Insider die sich mit dem agieren der Bundesagentur für Arbeit befassen reden davon das seit der Schröder Reform der Arbeitsmarkt über das Repressionssystem Hartz Vier und Zahlungen sowie Steuerbegünstigungen regelrecht manipuliert wird zugunsten der Billiglohnbranche und prekärer Beschäftigung. Eigentlich sollte man annehmen das die ´´Schwarze Null´´ dadurch von einer Panikattacke in die nächste getrieben wird. Nun ich will nicht in die Ecke der Verschwörungstheoretiker abschweifen, aber seltsam ist es schon das kaum etwas an die Öffentlichkeit dringt vom Zusammenspiel der Bundesagentur für Arbeit und dem auf deren Seite zu findenden Kooperationspartner Randstand Zeitarbeit Deutschland GmbH und anderen dieser Branche. (…) Ich selbst weiß aus Gesprächen mit Mitarbeitern des Jobcenters Mannheim, selbstredend sind Namen wie Schall und Rauch, das man sich des Missbrauchs ihrer Arbeit durch schwarze Schafe dieser Branche ganz im Sinn der erwünschten Zahlen und Statistiken von Andrea Nahles bewusst ist. Mannheim bildet dabei nicht die berühmte Ausnahme, der Handel mit der Humanware zwischen Leiharbeit und Jobcentern floriert auch hier…” Beitrag von Harald Weber vom 17. Januar 2017 beim Kommunalinfo Mannheim externer Link
  • Langzeitarbeitslose: Vermitteln Jobcenter nur an Zeitarbeitsfirmen?
    “In den vergangenen Jahren hat Deutschland einen regelrechten Job-Boom erlebt. Die Arbeitslosigkeit ist massiv gesunken. Doch einen Wermutstropfen gibt es: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen bleibt seit Jahren stabil. MDR-AKTUELL-Hörerin Brigitte Helbig aus Nordhausen in Thüringen vermutet, die Arbeitsagenturen machten es sich hier leicht. Helbig fragt: Warum vermitteln die Jobcenter die qualifizierten Langzeitarbeitslosen nur noch an Zeitarbeitsfirmen?…” Beitrag von Ralf Geißler vom 9. Januar 2017 bei MDR AKTUELL externer Link
  • iGZ und BA planen gemeinsames Integrationsprojekt: Zeitarbeit baut Brücken
    “„Wir sehen die Zeitarbeitsunternehmen als eine Art ‚Kümmerer‘ für die Flüchtlinge“, erklärt Julia Rösmann, Teamleitung des Integration Points der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ahlen – Münster, die Rolle der Zeitarbeit im geplanten Modellprojekt. Gemeinsam mit dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) möchte die BA die Eingliederungschancen von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt erhöhen…” iGZ-Meldung vom 21.12.2016 externer Link – so sieht Intergration aus… Wir erinnern an die Meldung “BDA-Vize Braun wirbt für Zeitarbeit für Flüchtlinge” vom Februar 2016
  • Trotz Kritik: Vermittlung der Bundesagentur für Arbeit in Leiharbeit hält unvermindert an
    “Seit 2010 nun schon besteht das von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erfasste Angebot an offenen Stellen zu mehr als einem Drittel aus Jobofferten aus der Leiharbeitsbranche. Die BA reagierte schnell: Auf zählbare Vermittlungserfolge aus, drückte sie die Menschen in Leiharbeit – und geriet darüber in Verruf. (…) Zu einer Trendwende bei der Vermittlungstätigkeit der Arbeitsagenturen und Jobcenter hatte dies allerdings nicht geführt. Zwei parlamentarische Anfragen der Bundestagsfraktion der Grünen (vom Januar 2015 und vom Februar 2016) haben ergeben, dass sowohl 2013 als auch 2014 von den jeweils gut 260.000 Vermittlungen der BA und der Jobcenter in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jeweils etwa 81.000 auf die Branche der Arbeitnehmerüberlassung entfielen, was in beiden Jahren einem Anteil von mehr als dreißig Prozent entsprach. Im Zeitraum von Dezember 2014 bis November 2015 nahmen sogar 33 Prozent der vermittelten Arbeitslosen eine Beschäftigung in der Branche der Arbeitnehmerüberlassung auf. Gegenüber dem für 2012 ermittelten Anteil von 31,8 Prozent ist das wahrlich keine Wende zum Besseren. Wie jetzt bekannt wurde, verbleibt die Vermittlungsquote auch 2016 auf diesem hohen Niveau. Laut Südwest Presse online nahmen im April dieses Jahres 33,7 Prozent der von Arbeitsagenturen und Jobcentern vermittelten Arbeitssuchenden eine Stelle in der Leiharbeit an. Dabei können die Arbeitsvermittler/innen ganz bequem aus dem Vollen schöpfen, schließlich ist weiterhin fast jede dritte gemeldete offene Stelle ein Job in der Leiharbeit…” Bericht von Markus Krüsemann vom 2. August 2016 bei annotazioni.de externer Link
  • Fragwürdige Quote. Warum Jobcenter die Leiharbeit puschen
    Bericht von Jacqueline Dreyhaupt zum plusminus-Fernsehbeitrag vom 13.03.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Wir fragen nach bei der Bundesagentur für Arbeit, warum sie so stark auf die Vermittlung in Leiharbeit setzt? Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit erklärt: “Das Potenzial der Zeitarbeit liegt vor allem in der Dynamik, die Zeitarbeit hat weil sie vielfach befristete Verträge abschließt sehr viele Stellen zu besetzen und unsere Aufgabe ist es die Stellen und die Arbeitssuchenden zusammenzubringen.”
    Den Grundstein dafür legten die Hartz-Reformen vor zehn Jahren. Der Vorwurf damals: Die Bundesagentur sei zu verkrustet, sie solle stärker erfolgsorientiert arbeiten. Quotenvorgaben sollen das regeln. Um die zu erfüllen, setzt man auf die Zeitarbeitsbranche. 2007 werden deshalb Kooperationsverträge mit den Leiharbeitsfirmen geschlossen.
    Jetzt aber ist eine Entwicklung eingetreten, die so sicher keiner wollte, findet auch Arbeitsmarktexperte Dieter Döring: “In dem die Bundesagentur bei der Vermittlung sehr stark in Richtung Leiharbeit, in die Richtung dessen was leicht geht, marschiert, züchtet sie natürlich eine Branche heran. Im Grunde hat die Bundesagentur ein Leiharbeitsbranchenförderprogramm aufgelegt ohne es so zu nennen.”
    …”
  • Bundesagentur: Job-Vermittler drängen Arbeitslose in Zeitarbeit
    Arbeitslosen werden oft Zeitarbeits-Jobs angeboten, obwohl es unbefristete Stellen gibt. Das dient einer besseren Vermittlungsbilanz der Arbeitsagenturen und Jobcenter. In der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Kooperation mit der Zeitarbeits-Branche in die Kritik geraten – und wird nun überprüft. In einem Diskussionspapier namens “Perspektive Qualität” kritisiert der BA-Hauptpersonalratsvorsitzende Eberhard Einsiedler, dass Vermittlungsvorschläge und Stellenvermittlungen vor allem auf das Konto der Zeitarbeit gingen…” Artikel von Flora Wisdorff in Welt online vom 11.01.13 externer Link
  • Umstrittene Praxis der Arbeitsagentur: Schnell vermittelt, schnell wieder arbeitslos
    Ein immer größerer Anteil der Arbeitslosen wird an Zeitarbeitsfirmen vermittelt. Offenbar auch deshalb, weil die Jobcenter so am einfachsten Erfolge vorweisen können. Jetzt will Arbeitsagentur-Chef Frank Jürgen Weise gegensteuern…” Artikel bei Spiegel online vom 12.01.2013 externer Link
  • Kommentar von und bei Prof. Dr. Stefan Sell vom 12. Januar 2013 externer Link :
    “… Es geht hier um eine Problematik, die den Betroffenen, die praktische Erfahrungen haben mit den Agenturen und/oder Jobcentern, mehr als bekannt sind: Immer mehr offene Stellen, die bei der Arbeitsagenturen oder den Jobcentern gemeldet sind, kommen von Leiharbeitsfirmen. Und offensichtlich befinden sich die Agenturen und Jobcenter in einer win-win-Situation mit den Leiharbeitsfirmen, wenn diese Arbeitslose einstellen – und sei es eben auch nur, was der Regelfall ist, kurzfristig: Denn jede Einstellung bei einer Leiharbeitsfirma gilt als “Integration” in Erwerbsarbeit und bekommt in der Statistik das gleiche Zählungsgewicht wie die oftmals mühsame, auf alle Fälle erheblich aufwendigere Vermittlung in eine normale, unbefristete Beschäftigung in einem normalen Unternehmen. Auch wenn die WELT oder der SPIEGEL das Thema jetzt aufgreifen, darf man (neben der Tatsache, dass das für die betroffenen Arbeitslosen kalter Kaffee ist) ganz unbescheiden daran erinnern, dass die hier skizzierte Problematik bereits vor fast genau einem Jahr, im Januar 2012, in einem Beitrag des ARD-Wirtschaftsmagazins “Plusminus” aufgegriffen wurde, u.a. unter Beteiligung des Verfassers…”
  • Arbeitslose: Viel zu häufig nur Leiharbeit statt Dauerjob
    Arbeitsagenturen und Leiharbeits-Firmen arbeiten zum Teil eng zusammen. PLUSMINUS zeigt, dass die Berater manchmal Arbeitslose zu schnell in unsichere und schlechter bezahlte Leiharbeits-Beschäftigungen vermitteln statt in Dauerarbeitsplätze. Text und Video der Plusminus-Sendung vom 25.01.2012 externer Link

LabourNet-Archiv Wirklich nicht wirklich was Neues – siehe im LabourNet-Archiv das Special ” Leiharbeit und Hartz