ver.di Jugend fordert von der Gesamtorganisation, sich für ein Verbot von Leiharbeit und bis dahin für umfassende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen einzusetzen!Die Bundesjugendkonferenz 2019 der ver.di Jugend externer Link vom 10. bis 12. Mai 2019 in der Berliner ver.di-Zentrale hat den Antrag der ver.di Jugend Südbaden “Die ver.di Jugend Südbaden fordert die ver.di Bundesebene dazu auf, ver.di setzt sich für ein Verbot von Leiharbeit in der Bundesrepublik Deutschland aktiv einzusetzen” angenommen – den wir nachfolgend dokumentieren und der ver.di Jugend für den wichtigen Text danken! Siehe zur weitgehend erfolgreichen Geschichte des Antrags nun unser Dossier: 5. Ordentlicher ver.di-Bundeskongress 2019 und Leiharbeit!

Der angenommene Antrag:

Die ver.di Jugend Südbaden fordert die ver.di Bundesebene dazu auf, ver.di setzt sich für ein Verbot von Leiharbeit in der Bundesrepublik Deutschland aktiv einzusetzen.

ver.di setzt sich für ein Verbot von Leiharbeit in der Bundesrepublik Deutschland aktiv ein. Bevor das Verbot der Leiharbeit in Kraft tritt, fordern wir, dass zusätzlich folgende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vorgenommen werden:

  1. Die Kosten der Leiharbeiter*innen muss finanziell deutlich unattraktiver für die Unternehmen sein, als die Einstellung von eigenem Personal.
  2. Nach maximal einem halben Jahr müssen die Kolleg*innen in der Leiharbeit festangestellt werden, spätestens jedoch nach der zweiten Anstellung müssen sie unbefristet übernommen werden.
  3. Nach einer „wirtschaftlichen Rezension“, in der Betriebe Leiharbeiter*innen eingestellt haben, dürfen die Firmen ein Jahr lang keine neuen Leiharbeiter*innen beschäftigen.
  4. Das Verhältnis der Leiharbeiter*innen an der Belegschaft darf maximal nur 4,5 Prozent vom Anteil der gesamten Kolleg*innen betragen.
  5. ver.di soll auch intern das Thema Leiharbeit bearbeiten, sich mit den Auswirkungen und Alternativen auseinandersetzen und die eigenen Aktivenstrukturen bei Bedarf inhaltlich zum Thema weiterbilden.

Begründung

In der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Zahl der Leiharbeiter*inneninnerhalb von zwölf Jahren von 1,1% auf 3% erhöht. Zudem ist die Leiharbeit sehr stark konjunkturabhängig, was vor allem die Arbeitnehmer*innen zu spüren bekommen: „Sie werden im Aufschwung eingestellt und bei verschlechterter Auftragslage als erste ausgemustert.“ (Böckler Impuls 02/2017) Hinzu kommt, dass die Arbeitsverhältnisse oft nur von kurzer Dauer sind: knapp die Hälfte ist nach drei Monaten wieder beendet. Für die Unternehmen ist die Leiharbeit ein probates Mittel, um mit billigen Arbeitskräften die Produktivität zu steigern, während die Leiharbeiter*innen ausgebeutet werden und unter den prekären Arbeitsbedingungen leiden. Wir als Gewerkschaftsjugend fordern aus diesem Grund die Abschaffung dieses Arbeitsmodells.