30-Stunden-Woche: Wie viel wollen wir noch arbeiten?

35 Wochenstunden, 32 oder 30: In der Malocherrepublik Deutschland ist es keine Schande, weniger Arbeit zu fordern. Und das unabhängig von Kita-Zeiten. Die neue Arbeitszeitdebatte dreht sich um Sinn, Gerechtigkeit und Machtfragen…” Artikel von Matthias Kaufmann bei Spiegel online vom 01.05.2014 externer Link

  • Aus dem Text: “… Weniger Arbeit wird zunehmend als erstrebenswert betrachtet. Das ist ein Novum in der Malocherrepublik Deutschland, in der der Vorwurf, faul zu sein, immer noch als krachende Beleidigung gilt. Doch vor allem in den Bürobranchen ist es inzwischen okay, andere Dinge als den Job wichtiger zu finden. Viele Arbeitnehmer fühlen sich gestresst, die Zahl der Burnout-Diagnosen nimmt zu, 75.000 Menschen sind 2013 wegen psychischer Erkrankungen in Frührente gegangen, als Ursache gilt oft das stressige Arbeitsleben. Wer die Plackerei reduziert, gilt als maßvoll und konsequent. Es ist nicht mehr das selbstverständliche Ziel erwachsener Menschen, eine imaginierte Karriereleiter hinaufzukraxeln. (…) Damit weitet sich die Debatte. Wir reden nicht mehr nur über die Bedürfnisse von arbeitenden Eltern. Es geht um Selbstbestimmtheit. Der Einfluss des Arbeitgebers auf das eigene Leben soll begrenzt werden. Selbstverwirklichung findet nicht allein im Job statt. Wer ununterbrochen arbeitet, sieht seine Freunde nicht, sieht nichts von der Welt, übersieht, welche Talente sonst in ihm schlummern…”