Newsletter am Freitag, 4. Januar 2013

Kurzer Überblick über die heutigen LabourNet Germany News:

1. Politik » Wirtschaftspolitik » Gesundheitspolitik » Medizin und Ökonomie

Medizin ohne Kommerz. Europäische Organisationen fordern gemeinsam eine andere Gesundheitsversorgung

Verschiedene europäische Organisationen aus dem Gesundheitsbereich wollen sich künftig gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens zusammentun.
»Die Organisation des Gesundheitswesens ist eine öffentliche Aufgabe. Als Gesundheitsprofessionelle sind wir damit betraut, die Krankheiten unserer Patienten zu diagnostizieren, zu behandeln und nach Möglichkeit zu verhüten. Wir sollten diese Aufgabe ohne Ansehen der Person wahrnehmen.“ Diese Erklärung unterzeichneten 19 europäische Organisationen des Gesundheitspersonals, der Krankenschwestern, Ärzte und Studierender der Medizin. Sie ist Teil eines Manifests des eines europäischen Gesundheitsnetzwerkes, das gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens länderübergreifend aktiv werden will
…“ Artikel von und bei Peter Nowak aus Neues Deutschland vom 03. Januar 2013 externer Link

2. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Arbeitsorganisation

Zukunft der Arbeit – Artikelreihe von Rudolf Stumberger in telepolis

  • Teil 1: Work-Clouds in der komitativen Sphäre. Wie Net-Medien die traditionellen Zeit-Raum-Strukturen verändern
    Wenn neue Medien auftauchen, verändern sie unsere kulturelle Umwelt. Sie verändern das Terrain, auf dem wir uns geistig bewegen, und den Zugang zu Orten beziehungsweise zu Informationen, was mitunter das gleiche ist. Das Internet und die digitalen Medien stehen für die bislang letzte große grundsätzliche Veränderung des kulturellen Terrains und es gibt nicht wenige Stimmen, die darin ein revolutionäres Potenzial sehen – politisch zum Beispiel in den arabischen Ländern…“ Artikel von Rudolf Stumberger in telepolis vom 01.01.2013 externer Link
  • Teil 2: Mobiler Laptop statt fester Schreibtisch. Die Arbeit der Zukunft wird geprägt durch die zunehmende Verlagerung des Büros in die virtuelle Sphäre
    Wenn sich die berufliche Tätigkeit hinein in die komitative Sphäre verlagert und Kommunikation und Kooperation vor allem mittels Laptop, Internet und Handy geschieht, verliert der physische Ort als Arbeitsort an Bedeutung oder erfährt seine Funktion gravierende Veränderungen. Wie heute schon sichtbar wird, ist die Arbeitswelt der Zukunft – jedenfalls für Büroarbeiter – von einer neuen Flexibilität hinsichtlich des Arbeitsortes geprägt. Der feste Schreibtisch in einem konventionellen Büro gehört der Vergangenheit an, ebenso wie die Präsenzpflicht im Unternehmen. Über Endgeräte mit der komitativen Sphäre verbunden, wird von verschiedenen Standorten aus gearbeitet, sei es in der Firma, dem Flughafen, dem Zuhause oder in der Bahn. Wo die komitative Sphäre den Globus bedeckt, kann jeder Standort auf diesem Globus zugleich ein Arbeitsplatz sein…“ Artikel von Rudolf Stumberger in telepolis vom 02.01.2013 externer Link
  • Teil 3: Die Auflösung der traditionellen Zeitstrukturen. Arbeiten im virtuellen Raum bedeutet auch die Loslösung des Mitarbeiters von psychischer Präsenz im Unternehmen und die Umstellung auf Vertrauensarbeit
    Die strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit und der temporäre Rhythmus der Industriegesellschaft mit seinen Normalarbeitszeiten ist im Grunde nicht sehr viel älter als der Siegeszug dieser Industrie selbst – rund 200 Jahre. Zuvor war das Leben der Landbevölkerung eher von zirkulären denn von linearen Zeitstrukturen geprägt: Dem stetig wiederkehrenden Ablauf des Jahres mit seinen Jahreszeiten von Frühjahr bis Winter und dem entsprechenden Arbeitsanfall in der Landwirtschaft…“ Artikel von Rudolf Stumberger in telepolis vom 03.01.2013 externer Link

3. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Arbeitsbedingungen » Allgemeines zu den Arbeitsbedingungen

Sei ganz du selbst und immer für uns da. Neue Bilder vom arbeitenden Menschen

Die Elbe hat ein südliches und ein nördliches Ufer. Auf beiden Seiten des Flusses wird Geld verdient, wird geschafft und geschuftet. Am Südufer tobt die alte Arbeit – am Nordufer die neue. Unten, am Südufer, poltert, quietscht und rumpelt es. Tonnenschwere Container werden dort herumgeschoben, Tag und Nacht. »Wie riesig, rau und roh!«, staunen Hamburg-TouristInnen, wenn sie in zierlichen Barkassen an Tankern entlang schaukeln, die wie schwimmende Hochhäuser wirken. Jede Hafenrundfahrt führt Kräne und Docks vor wie Sensationen. Menschen sind in jener Gegend kaum zu sehen. Sie müssen irgendwo im Metall stecken, wo sie Hebel bewegen, Schrauben festzurren oder andere altmodische, grobe Dinge tun. Hell, sauber und ruhig geht es am nördlichen Elbufer zu. Hier hat die Hafencity sich aufgebaut, hier steht seit 2009 das Unilever-Haus – »das beste Bürohaus der Welt«, wie eine internationale Architektenjury befand. Im Vergleich zu den stumpf lackierten Docks funkelt es wie ein Fake-Diamant: Glasfronten, Lichtspiele. Es könnte auch ein Casino in Las Vegas sein oder eine Shopping Mall in Shanghai. Schon wenn man das Gebäude von Weitem sieht, versteht man: Hier wird mit sauberen Händen agiert, auf blank polierten Fußböden. Die Menschen, die hier ein- und ausgehen, sprechen bestimmt fließend Englisch. Sie werden weiße Zähne haben, gute Manieren, klare Lebensziele und auch sonst kaum Sorgen. Manchmal kann man beobachten, wie sie aus dem Glitzerklotz heraustreten und ihn umtraben – joggende Angestellte. »Es gehört einfach zum Arbeiten dazu, diese Entspannung zwischendurch«, sagt ein Unilever-Manager. »Arbeiten, Pause, Arbeiten, Pause: Das ist das, was den Kopf wieder freimacht, das ist das, was dazu führt, dass man eine vernünftige Performance bringt.«…Artikel von Katja Kullmann in ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis vom 21.12.2012 externer Link

4. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Arbeitsrecht » Arbeitsrecht allgemein

Arbeitsrechtler über Arbeitsverträge: „Alle wissen, dass es illegal ist“

Immer mehr Arbeitsverträge seien rechtswidrig, sagt Jurist Peter Schüren. Er fordert Bußgelder und Gewinnabschöpfung zur „Abschreckung“. Interview von Eva Völpel in der taz online vom 30.12.2012 externer Link

5. Interventionen » Asyl, Arbeitsmigration und Antirassismus » Asylrecht und Flüchtlingspolitik » Festung EU » Italienische Flüchtlingspolitik

Sterben verboten

Jeden Tag laufen in meinem elektronischen Briefkasten dutzende E-Mails auf – die meisten befördere ich in den Papierkorb, andere lege ich zu den »Akten«. In den Tagen vor Weihnachten erreichte mich über viele Umwege ein Schreiben mit der Überschrift: »Lampedusa: sterben verboten«. Es handelt sich um einen Offenen Brief, den Giusi Nicolini, die junge Bürgermeisterin der Insel zwischen Sizilien und Libyen, geschrieben hat. Er war an niemand Besonderes adressiert, sondern wie eine Art Flaschenpost ins große Meer des Internets geworfen worden. Als ich ihn gelesen hatte, war mir klar, dass dieser Hilferuf doch einen Adressaten hatte: uns Europäer! Der Brief beginnt folgendermaßen: »Ich bin die neue Bürgermeisterin von Lampedusa. Ich wurde im Mai 2012 gewählt, und bis zum 3. November wurden mir bereits 21 Leichen von Menschen übergeben, die ertrunken sind, weil sie versuchten, Lampedusa zu erreichen...“ Artikel von Anna Maldini in Neues Deutschland vom 04.01.2013 externer Link

Aus dem Text: „… Giusi Nicolini schreibt in ihrem verzweifelten Hilferuf weiter: »Ich bin über die Gleichgültigkeit entrüstet, die alle angesteckt zu haben scheint; mich regt das Schweigen von Europa auf, das gerade den Friedensnobelpreis erhalten hat, und nichts sagt, obwohl es hier ein Massaker gibt, bei dem Menschen sterben, als sei es ein Krieg.« Ein Schweigen, so meint die Bürgermeisterin, das nicht von Ungefähr komme: »Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass die europäische Einwanderungspolitik diese Menschenopfer in Kauf nimmt, um die Migrationsflüsse einzudämmen. Vielleicht betrachtet sie sie sogar als Abschreckung. Aber wenn für diese Menschen die Reise auf den Kähnen den letzten Funken Hoffnung bedeutet, dann meine ich, dass ihr Tod für Europa eine Schande ist.«…“

6. Interventionen » Asyl, Arbeitsmigration und Antirassismus » Asylrecht und Flüchtlingspolitik » Aufenthalt und Ausweisung » Der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh

Aufruf zur Demo anlässlich des 8. Todestags von Oury Jalloh am Montag, den 07. Januar 2013, 13 Uhr ab Dessau Hbf

Nach dem skandalösen Freispruch in Dessau 2008 erfolgte vor dem Landgericht Magdeburg am 13. Dezember 2012 zwar eine Verurteilung des Angeklagten Schubert. Wir bewerten das Urteil jedoch als Farce. Schubert wurde als Bauernopfer verurteilt, um den Anschein eines Rechtsstaats zu bewahren und um die Polizei als Erfüllungsgehilfin der Justiz Sachsen-Anhalts aus der Schusslinie zu nehmen. Die Verurteilung war das geringere Übel, das Sachsen-Anhalt in Kauf genommen hat, um den Fall Oury Jalloh endlich vomTisch zu haben. Doch wir hören niemals auf weiter für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu kämpfen. Wir werden solange nicht leise sein, bis diejenigen, die für den qualvollen Tod von Oury Jalloh verantwortlich sind, ihre gerechte Strafe bekommen haben. Dafür rufen wir am 8. Todestag von Oury Jalloh am 7. Januar 2013 zur großen Demonstration in Dessau auf. Kommt zahlreich, prangert mit uns die eklatanten Misstände an und fordert mit uns die Mordklage gegen die für Ourys Tod Verantwortlichen!...“ Pressemitteilung der Initiative Oury Jalloh vom 02.01.2013 externer Link

Siehe dazu ebd. auch Infos zu Bussen zur Demonstration in Dessau am 07.01.2013, 8. Todestag Oury Jallohs externer Link

Und siehe zum Hintergrund: Oury Jalloh – Tod in der Zelle – Das war Mord! Das Problem heisst Rassismus. Doku-Video von 2010 (44 min.) bei youtube externer Link

7. Internationales » Österreich » Soziale Konflikte » Refugee Protest Camp Vienna

a) Innenministerin nicht Kompromissbereit. Flüchtlinge von Gespräch mit Mikl-Leitner schwer enttäuscht

Pressemitteilung zur Pressekonferenz am 13. Tag des Hungerstreiks in der Votivkirche am 3.1.2013 externer Link

b) Proteste Refugee Camp: Menschenrechte bei Asylverfahren umsetzen – auch die Ursachen bekämpfen

Der Verein AKTVIE ARBEITSLOSE unterstützt grundsätzlich die Forderungen der Asylwerber des „Refugee Camps“ am Siegmund Freud Park in Wien und verurteilt die schikanöse Einschränkung des Grundrechts auf Demonstrationsfreiheit durch die Zerstörung des „Refugee Camps“ durch die Wiener Polizei. Der wissenschaftliche Fortschritt und die wirtschaftlichen Produktivkräfte der Menschheit sind so weit fortgeschritten, dass allen Menschen ein Leben in Freiheit, Wohlstand und Würde bei entsprechendem politischen Willen in absehbarer Zeit möglich wäre…“ Pressemitteilung und Solidaritätserklärung der Aktiven Arbeitslosen vom 3.1.2013 externer Link

c) Updates laufend auf Twitter: https://twitter.com/search/realtime?q=%23refugeecamp externer Link

8. Internationales » Portugal » Krise in Portugal » Allgemeines zur Krise in Portugal

a) Präsident meldet Zweifel an: Portugals Sparhaushalt kommt vor Verfassungsgericht

Der portugiesische Präsident Anibal Cavaco Silva will den von strengen Sparmaßnahmen geprägten Haushalt des Krisenlandes für 2013 vom Verfassungsgericht überprüfen lassen. Es bestünden Zweifel daran, dass die Lasten des Sparetats gleichmäßig verteilt seien, sagte Cavaco Silva. Der Sparhaushalt werde durch Steuererhöhungen und geringere Sozialleistungen zu Einnahmeausfällen für die Bürger führen, sagte der Präsident. “Jeder wird betroffen sein, doch einige wird es härter treffen als andere”, kritisierte Cavaco Silva. Er werde deshalb den Verfassungsgerichtshof anrufen…“ Meldung bei tagesschau.de vom 2. Januar 2013 externer Link

b) Erwerbslos? Die meisten länger als ein Jahr…

Zwar gibt es in Portugal das bürokratische Monsterwort Langzeitarbeitslosigkeit so nicht – der soziale Fakt ist aber, dass im Jahr 2012 die Erwerbslosigkeit zugenommen hat, die Zahl jener Menschen aber, die seit über einem Jahr auf Suche nach einem Einkommen sind, regelrecht explodiert ist. Bei der Tatsache, dass etwa jeder fünfte Mensch in Portugal erwerbslos ist bedeutet die Meldung, dass über 58% von ihnen dies über ein Jahr lang sind, dass dies etwa jeder und jede neunte PortugiesIn sind… Alles im Griff, sagt die Regierung… Weiteres in dem Beitrag “Maioria dos desempregados não encontra emprego há mais de 1 ano” vom 03. Januar 2013 bei den precarios inflexiveis externer Link

9. Internationales » Angola

Wirtschaftswunder. Bestandsaufnahme

Eine Art Bestandsaufnahme des neuesten afrikanischen Wunderkindes (im letzten Jahrzehnt durchschnittlich jährliches Wachstum von 11%) ist der Beitrag “Year of Change in Angola, But Everything Stays the Same“ von Sara Moreira am 29. Dezember 2012 bei Global Voices Online externer Link Darin wird nicht nur das einigermaßen bekannte soziale Problem des Landes berichtet – die Fünfmillionenstadt Luanda ist ein Hort der Reichen voller Slums, etwa 70% der Bevölkerung leben weiterhin unter extrem prekären Bedingungen – sondern auch die Rolle der Rapper bei der Formierung von Widerstand der Jugend berichtet, wie auch das kontinuierliche Wachstum des wirtschaftlichen Einflusses des angolanischen Bürgertums – in Portugal.

10. Internationales » Mosambik

Zustände wie in Angola: Wirtschaftswachstum da, Armut auch

Mosambik gehört zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Doch das auf Rohstoffförderung beruhende Wachstum geht häufig auf Kosten der Umwelt; für den Großteil der Bevölkerung fallen bestenfalls Brosamen ab. Der Rückblick ist imposant: Um rund acht Prozent ist Mosambiks Wirtschaft 2012 gewachsen. Die Aussichten für die nächsten Jahre sind ähnlich. Befeuert wird der Trend durch Großprojekte im Bergbau, wie zum Beispiel die Kohleförderung in der Provinz Tete in Zentralmosambik. Und im Norden, vor der Küste Pembas, wurden riesige Gasvorkommen entdeckt, die Mosambik zum größten Gasproduzenten des Kontinents machen könnten. Auch in der Hauptstadt Maputo sind die Folgen des Booms zu sehen: An jeder Ecke wird gebaut, überall eröffnen neue Geschäfte, Hotels und Restaurants. Die Straßen sind verstopft mit Autos – darunter eine große Anzahl von Modellen der Luxusklasse” – so beginnt der Artikel “Mosambiks Wirtschaft wächst – doch die Armut bleibt” von Christine Wild vom 28. Dezember 2012 externer Link in neues deutschland (hier gespiegelt bei der ag friedensforschung)

11. Internationales » Iran » Arbeitsbedingungen

Woher die Häufung tödlicher Unfälle?

In einer gemeinsamen Erklärung haben verschiedene unabhängige gewerkschaftliche Organisationen des Iran zu einer Reihe von Unfällen der letzten Zeit Stellung genommen. Dabei beziehen sie sich vor allem auf das Dorf Shinabad, wo inzwischen 37 Menschen Opfer eines Gebäudeeinsturzes waren – und auf eine entsprechende Stellungnahme der Lehrergewerkschaft, die vor allem vor der Gefahr maroder Schulgebäude warnte: Dies alles vor dem Hintergrund von täglich 5 tödlichen Arbeitsunfällen wird in der Erklärung “Statement on the Deplorable Conditions of Workers and Children” von 6 Arbeiterorganisationen am 02. Januar 2013 beim Iran externer Link Labour Report unterstrichen

12. Internationales » China » Arbeitsbedingungen

Arbeitsgesetz erweitert: Leiharbeiter müssen dieselben Bedingungen haben wie fest angestellte…

Am 28. Dezember wurde in China das geltende Arbeitsgesetz erweitert: LeiharbeiterInnen müssen nun denselben Lohn und dieselben Arbeitsbedingungen haben, wie fest angestellte ArbeiterInnen. Seit der Verabschiedung des neuen Gesetzes 2008 war die Zahl der Zeitarbeitsunternehmen regelrecht exportiert – konnten so doch viele, sowohl chinesische als auch ausländische Unternehmen die Zahlung von Sozialabgaben etwa reduzieren. Dem sollte nun ein riegel vorgeschoben werden, wobei die Gesetzesergänzung auch (sehr vage) Bestimmungen enthält, unter welchen Voraussetzungen Leiharbeit möglich sein soll – in Großunternehmen sollen durchschnittlich ein Drittel der Belegschaft LeiharbeiterInnen sein, wird in der Reutersmeldung “China tightens loophole on hiring temporary workers” vom 28. Dezember 2012 externer Link auf der Agenturseite berichtet

13. Internationales » Usbekistan

Diesmal wieder H&M: Profit aus Zwangsarbeit auf Baumwollfeldern…

Ungefähr 200.000 Menschen würden von der usbekischen Regierung gezwungen, auf Baumwollfeldern zu arbeiten, darunter Tausende von Kindern, kritisiert die britische NGO Anti Slavery International. Hauptabnehmer und Zwischenhändler ist Daewoo International und einer der Haupt-Endkunden eben H&M. Auch MenschenrechtsaktivistInnen aus Usbekistan beteiligen sich (durch eine Netzpetition etwa) an der Solidaritätskampagne gegen diese Zwangsarbeit, wird in dem Beitrag “H&M Targeted for Uzbek Cotton Allegedly Grown with Forced Labor” am 27. Dezember 2012 im Corpwatch-Blog externer Link berichtet

14. Internationales » Kambodscha » Arbeitsbedingungen

Jeans zu Hungerlöhnen. Gesundheitliche Schäden bei Näherinnen durch katastrophale Arbeitsbedingungen in Kambodscha

Die Arbeitsbedingungen in kambodschanischen sind nicht viel besser als in Pakistan oder Bangladesch. Jeden Monat fallen vermutlich wegen Chemikalien in den Textilien Dutzende Näherinnen in Ohnmacht…“ Artikel von Robert Luchs in Neues Deutschland vom 04.01.2013 externer Link Aus dem Text: „…Im vergangenen Jahr brachen Näherinnen in mindestens einem Dutzend Textilfabriken in der Hauptstadt Phnom Penh ohnmächtig zusammen. An einem Tag waren es 85, am nächsten bereits 198. Eine Untersuchungskommission stellte als Ursache für den Massenkollaps unter anderem chemische Substanzen, unzureichende Luftzufuhr und Unterernährung fest. Die zumeist jungen Arbeiterinnen, die noch ihre Familien auf dem Land finanziell unterstützen, arbeiten tagsüber oft ohne Pause und sparen sich noch einige Dollar vom Essen ab. Seitens der Gewerkschaften wird vermutet, dass die Textilfabriken Chemikalien einsetzen, um eine bessere Haltbarkeit der Materialien zu gewährleisten. In Kambodscha vergeht kein Monat, ohne dass von Ohnmachtsanfällen in einer der zahlreichen Fabriken berichtet wird, die Phnom Penh wie ein riesiger Ring umschließen. Inzwischen schaltete sich auch die amerikanische Organisation Fair Labor Association (FLA) ein, die von »exzessiven Arbeitszeiten« berichtete…“

15. Internationales » Schweiz » Arbeitsbedingungen

“Liberaler Arbeitsmarkt” – Schlusslicht bei Kündigungsschutz…

Die Schweiz gilt hierzulande als Paradies für Millionäre. Doch wie sieht es mit der Situation der abhängig Beschäftigten aus? Darauf hat kürzlich ein Dossier des Schweizer Gewerkschaftsbund SGB mit dem Titel »Der »liberale« Arbeitsmarkt der Schweiz – Entzauberung eines Mythos« eine klare Antwort gegeben: Das Land gehört bei den Rechten der Beschäftigten zum europäischen Schlusslicht. So verweisen die Autoren des Dossiers, Daniel Lampart und Daniel Kopp auf OECD-Studien, die belegen, dass die Schweiz beim Kündigungsschutz den Rang 31 unter 34 erfassten Ländern inne hat. Nur unwesentlich besser schneidet die Schweiz bei Mindestlöhnen, befristeten Arbeitsverhältnissen und bei der Leiharbeit ab” – aus dem Beitrag “Kein liberaler Arbeitsmarkt” von und bei Peter Nowak vom 04. Januar 2012 aus Neues Deutschland externer Link

Siehe dazu: Der „liberale“ Arbeitsmarkt der Schweiz – Entzauberung eines Mythos. Schwacher Arbeitnehmerschutz = tiefe Arbeitslosigkeit = falsch
Dossier Nr. 92 von Daniel Lampart und Daniel Kopp vom 28. November 2012 beim SGB externer Link

16. Internationales » Frankreich » Gewerkschaften

Gesundheitskomitees – eine sekundäre Frage?

Rund 25.000 Comités d’Hygiène et de Sécurité des entreprises gibt es in den Betrieben Frankreichs, ursprünglich eingeführt unter der Volksfront-Regierung in den dreissiger Jahren, 1982 in ihren Befugnissen deutlich erweitert. Und gerade in den aktuellen Krisenjahren, da die verbleibenden Belegschaften auch in Frankreich immer mehr gehetzt werden, von zunehmender Wichtigkeit – und dennoch eine Arbeit, die keineswegs im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Arbeit steht. Was wiederum dazu führe, dass die Politik der Unternehmerverbände, diese Komitees zu Expertenkreisen zu reduzieren, erfolgreich sein könne – und deshalb erst recht geändert werden müsse, argumentieren in dem Beitrag “La santé n’a pas de prix ! — Santé, travail, Comités hygiène et sécurité (CHSCT) et syndicats” von Louis-Marie BARNIER und Hélène ADAM externer Link. Die beiden Autorinnen, die selbst in solchen Komitees aktiv waren, plädieren massiv dafür, die Tatsache dass die neue Regierung diskutiert, die Zuständigkeiten der Komitees zu erweitern zu nutzen für eine gewerkschaftliche Kampagne zu ihrer Stärkung. Der Artikel erschien ursprünglich in der Zeitung des Gesundheitsbereichs in der Föderation Solidaires und wurde am 18. Dezember 2012 im Portal Europe Solidaire sans Frontieres gespiegelt

17. Internationales » Frankreich » Politik

Wie man ,soziale Bewegung’ von Rechts initiiert: Rechte unterschiedlicher Schattierungen machen gegen Homosexuellen-Ehe mobil

„„Liebe Deinen Nächsten“: Es wäre den christlichen Kirchen in Frankreich sehr recht, wenn Ihre Anhänger diese biblische Aufforderung in nächster Zeit nicht allzu wörtlich nehmen würden. Oder, jedenfalls, wenn sie sich keine eigenmächtigen Auslegungen der Worte erlauben, die den Freunden der Tradition beim bloßen Gedanken daran Schauer über den Rücken treiben. Teile des Klerus und seiner profanen Parteigänger wollen es nicht dabei bewenden lassen, für eine (hetero)sexuell korrekte Auslegung der Bibel zu sorgen. Es zieht sie auch auf die Straße, nachdem die sozialdemokratisch-grüne Regierung in Frankreich nun ernsthaft daran geht, Eheschlüsse von homosexuellen Paaren zu erlauben. Am 29. Januar 13 soll der Gesetzesentwurf dazu ins Parlament eingebracht werden, nachdem das Kabinett ihn Anfang November 12 abgesegnet hatte…“ Artikel von Bernard Schmid vom 4.1.2013

Ein arbeitsfreies Wochenende wünschen Mag, Ralf und Helmut

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NEU BEI LABOURNET.TV
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Griechenland – Gesundheitsversorgung in der Krise
März 2011 – Die Arbeiter_innen im Krankenhaus von Kilkis kämpfen für eine öffentliche und kostenfreie Gesundheitsversorgung
http://de.labournet.tv/video/6412/griechenland-gesundheitsversorgung-der-krise  externer Link

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http://labournet.tv externer Link
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LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi