Newsletter am Dienstag, 15. Juli 2014

Kurzer Überblick über die heutigen LabourNet Germany News:

1. Branchen » Rüstungsindustrie » Drohnenprogramm könnte 1500 Arbeitsplätze sichern [“Lichtblick” für die IG Metall]

a) IG-Metall-Kampfdrohnen – René Heilig traut den Menschenrechtsverteidigern der IG-Metall nicht

“Die IG-Metall sollte endlich klar sagen, wie sie zur Rüstungsproduktion steht. Seit Jahren eiern die Spitzen der Spitzengewerkschaft herum. (…)  Hat die IG-Metall-Spitze jemals gesagt, wir wollen nicht Arbeitsplätze sicher, indem wir den Tod Tausender Menschen in kauf nehmen? Haben die Verteidiger der Arbeitnehmer-Interessen vor den Rüstungsbetrieben Transparente mit Konversionsforderungen gespannt? Jetzt, da europäische Fusionen auf dem Rüstungssektor anstehen, fordern sie einen gehörigen deutschen Anteil am Bau von zukunftsfähigen Waffen. Dass Kampfdrohnen nicht in Deutschland entwickelt und gebaut werden, ist außerhalb jeder IG-Metall-Vorstellung.”…Kommentar von René Heilig im Neues Deutschland vom 14.07.2014 externer Link

b) Schützenhilfe von der IG Metall – Gewerkschafter fordert Staatsgelder für Rüstungskonzerne und deutsche Drohne

„Wegen der angekündigten restriktiveren Rüstungspolitik der Bundesregierung erhalten die Waffenproduzenten erneut Schützenhilfe von Gewerkschaftsseite. Die IG Metall fordert staatliche Unterstützung für die deutschen Konzerne. Es müßten staatliche Forschungs- und Entwicklungsgelder fließen, damit Rüstungsfirmen vermehrt zivile Produkte herstellen könnten, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner dem Magazin Spiegel. Kerner behauptet, nur so ließen sich Arbeitsplatzverluste verhindern…“ Agenturmeldung in der jungen Welt vom 15.07.2014 externer Link

2. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Groß- und Einzelhandel » Karstadt

a) Mehr als 20 Karstadt-Häuser von Schließung bedroht

„Mit einer Finanzspritze durch den Eigner Nicolas Berggruen brauchen die Mitarbeiter des angeschlagenen Warenhausunternehmens Karstadt nicht zu rechnen. Sie müssen sich vielmehr auf eine harte Sanierung und die Schließung von möglicherweise mehr als 20 Filialen einstellen. Mit allen Vertragspartnern des Unternehmens sollen zudem Gespräche über finanzielle Zugeständnisse geführt werden.  (…) Es werde schmerzhafte Einschnitte geben müssen, um dem gesunden Kern eine Zukunft zu geben. Es gebe zwar noch keine konkreten Schließungsbeschlüsse, „aber das Unternehmen macht sich seit einiger Zeit berechtigte Sorgen um die Profitabilität von mehr als 20 Häusern.“ Das ist eine erhebliche Zahl, denn Karstadt verfügt derzeit nur noch über 83 Warenhäuser…“ Artikel von Carsten Knop und Brigitte Koch in der FAZ vom 14.07.2014 externer Link

b) Verdi bittet: Kauft bei Karstadt!

„Die 320 Mitarbeiter der Karstadt-Arkaden im Rhein-Ruhr-Zentrum müssen wieder um ihre Zukunft bangen. Bereits am Donnerstag hat sich in Essen der Gesamtbetriebsrat mit der Geschäftsführung zu einer Sondersitzung getroffen. „Erneut muss an der Kostenschraube gedreht werden“, heißt es in einer gestern versandten Mitteilung der Belegschaftsvertretung, in der von einer heftigen Sitzung die Rede ist, in der die Betriebsräte ihre große Enttäuschung über die Gesamtsituation dem Management vermittelt haben. Die Nachricht, dass Eigentümer Nicolas Berggruen mit der Signa-Gruppe angeblich über den Verkauf verhandelt, war da noch gar nicht bekannt…“ Artikel von Steffen Tost auf Der Westen vom 12.07.2014 externer Link . Diesen Hinweis haben wir von einem unserer Lesen mit dem Kommentar: „So kämpft verdi heutzutage…“ erhalten

3. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Groß- und Einzelhandel » Amazon

a) Ist der Betriebsrat bei Amazon in Gefahr?

Amazon-Mitarbeiter in Graben erheben Vorwürfe und fechten die Wahl des Betriebsrats an. Verdi kritisiert das. Denn im Zweifelsfall würde es dann keinen Betriebsrat mehr geben. Artikel von Axel Hechelmann in der Augsburger Allgemeinen vom 12.07.2014 externer Link Aus dem Text: „(…) Der Liste der Vorwürfe ist lang. Die knapp 20 Mitarbeiter beklagen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl – unter ihnen ist sogar ein gewähltes Betriebsratsmitglied. Die Frist für die Abgabe von Wahlvorschlägen für den Betriebsrat sei nicht eingehalten worden, sagen sie. Außerdem seien die Wahlunterlagen von manchen fremdsprachigen Mitarbeitern nicht in deren Muttersprache übersetzt worden. Eine Anwaltskanzlei in Landsberg vertritt die Gruppe und will vor Gericht noch weitere Ungereimtheiten vorbringen. Doch die Gewerkschaft Verdi widerspricht den Vorwürfen…

b) Die Zeche zahlen andere – Amazons gnadenlose Expansion

„Weil Jeff Bezos seine Angestellten wie Roboter behandle, kürte ihn der Internationale Gewerkschaftsbund zum «schlechtesten Chef der Welt». Und Buchverleger und Literaturagenten schimpfen den Amazon-Chef «Erpresser» wegen der Art, wie er um Rabatte kämpft…“ Artikel von Joachim Güntner in der Neue Zürcher Zeitung vom 13.07.2014 externer Link

4. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Transportwesen: Bahn » Streiks, Tarifverhandlungen und Konflikte der verschiedenen Gewerkschaften » Verhandlungspartner Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer – GDL » Dossier: GDL Tarifrunde bei der Deutschen Bahn 2014

Anstoß: Auftakt DB-Tarifverhandlungen

„Der Ball ist im Feld, das Match kann beginnen. Beim Auftaktgespräch zur Tarifrunde 2014 erläuterte die GDL der DB am 10. Juli in Berlin ihren Forderungskatalog für das Zugpersonal. Der Arbeitgeber bezeichnete die Forderungen sogleich als „völlig überzogen und mit der wirtschaftlichen Situation der Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht vereinbar.“ Auch hinsichtlich der Regelung betrieblicher Öffnungsklauseln zeichnete sich ein Dissens ab. Statt der Vereinbarung weiterer Schutzbestimmungen – wie von der GDL gefordert – will die DB mehr Öffnungen, um per betrieblicher Regelung von tarifvertraglichen Schutzbestimmungen abzuweichen. Doch die GDL wird sich keinesfalls aus der Verantwortung als Tarifvertragspartei stehlen und diese auf die Betriebsräte abwälzen. Im Übrigen ist mit ihr eine weitere Flexibilisierung beim Zugpersonal nicht zu machen. Verhandlungen für Zugbegleiter will die DB schließlich nur führen, wenn sich die GDL mit der EVG auf einen Kooperationsvertrag einigt. Klar ist: Die GDL befürwortet eine faire und vernünftige Kooperationsvereinbarung zwischen GDL, EVG und DB. Doch die Vereinbarung von tariflichen Regelungen, die über alle Beschäftigten hinweg gleich sein müssen, kann nur auf Augenhöhe geschlossen werden. Das betrifft zum Beispiel die von der GDL seit einem knappen Jahr geforderte Regelung zur Ergebnisbeteiligung für die Arbeitnehmer. Die GDL hat hier schon in den vergangenen Wochen Gespräche auf Ebene der Vorsitzenden geführt und wird diese noch vor dem nächsten Verhandlungstermin fortsetzen. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 31. Juli 2014 in Frankfurt am Main statt.Aushang Fakten der GDL vom  11.07.2014 externer Link

5. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Transportwesen: Luftverkehr » Luftverkehr allgemein

Unternehmen und Gewerkschaften kritisieren gemeinsam den Trend zur “Ausflaggung” in der zivilen Luftfahrt

„Jobverluste, Marktverzerrung, sinkende Arbeits- und Sozialstandards, social dumping, unfairer Wettbewerb… Dies sind alles Kollateralschäden der Entwicklung in der Zivilluftfahrt, verstärkt auf Ausflaggung zu setzen. Dasselbe Phänomen, das die westliche Seeschifffahrt in den vergangenen Jahrzehnten massiv dezimiert hat, greift aktuell in der europäischen Zivilluftfahrt um sich…“ Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit vom 11.07.2014 externer Link

6. Branchen » Fahrzeugbau (Vom Fahrrad, über Trecker bis zum Flugzeug)

Flugzeugbauer Airbus degradiert Leiharbeiter

„Airbus schließt Werkverträge. Die Folgen: Fünf Wochenstunden mehr und bis zu 2000 Euro weniger im Monat. Nach Abendblatt-Informationen sollen bis Jahresende 1200 von 2800 Leihkräften in Hamburg abgebaut werden…“ Artikel von Volker Mester im Hamburger Abendblatt vom 11.07.2014 externer Link Aus dem Text: „(…)  Der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall vermuten jedoch, dass es noch ein anderes wesentliches Motiv für die Abmeldung von Leihkräften gibt: Die Bundesregierung strebt ein Gesetz an, wonach Zeitarbeiter nur noch höchstens 18 Monate bei einem Unternehmen eingesetzt werden dürfen. Damit könnte das Recht verbunden sein, sich nach Überschreiten der Frist bei dem jeweiligen Unternehmen einzuklagen. “Ich kann nicht verstehen, warum Airbus offenbar schon im Vorgriff auf ein neues Gesetz reagiert, ohne zu wissen, was überhaupt darin stehen wird”, sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste, dieser Zeitung. Die Menschen und ihr Know-how würden von Airbus dringend benötigt: “Hier wird ohne Personalkonzept abgebaut. Das ist erschreckend.” Bernbach kann sich noch einen zusätzlichen Grund dafür vorstellen: Die Verringerung der Kosten gemäß der von Tom Enders, Chef der Airbus Group, geforderten Steigerung der Rendite. Denn Leihkräfte sind teuer. Airbus war Vorreiter beim sogenannten Equal-pay-Prinzip, bei dem Flugzeugbauer bekommen Zeitarbeiter schon nach dem dritten Einsatzmonat das gleiche Gehalt wie die Stammbelegschaft. An die Verleiherfirma zahlt Airbus aber nahezu den doppelten Betrag des Leiharbeitnehmereinkommens…“

Siehe dazu auch:

  • LeiharbeiterInnen bei Airbus protestieren!
    „Am 12. Juni wurde den Leiharbeitskräften (LAKs) einer Organisationseinheit der Strukturmontage bei Airbus mitgeteilt, das sie demnächst “abgemeldet” würden. Das hat damit zu tun, dass im Rahmen des “Zukunftstarifvertrages” die Anzahl der LAKs im Jahr 2015 auf maximal 15% gesenkt werden soll – was ja eigentlich eine gute Idee ist. Wenn denn die bisherigen LAKs in die Stammbelegschaft übernommen werden … Am nächsten Tag zogen mindestens 60 Stammbeschäftigte und LAKs gemeinsam zum Büro der Werkleitung, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Am darauf folgenden Montag war, zufällig, Betriebsversammlung am Airbus-Standort Hamburg. Ein Mitglied des Vertrauenskörpers der IG Metall und betroffene LAKs bekamen vom Betriebsrat die Gelegenheit, die versammelten Kolleginnen und Kollegen zu informieren: Sowohl über die prekäre Situation der LAKs als auch über den abzusehenden Mehraufwand der Stammbeschäftigten in der Strukturmontage, der sich abzeichnet, wenn die über viele Jahre dort eingesetzt en LAKs “auf einmal” nicht mehr vor Ort sein würden. Für ihre Aktion und für ihren Beitrag zur Betriebsversammlung ernteten die Kollegen stehende Ovationen. “Das war ein verdammt gutes Gefühl!”, wie ein Kollege beim letzten Treffen des AK MiZ berichtete.“ Aus einer Info des AK MIZ – AK Menschen in Zeitarbeit der IGM Hamburg
  • Dazu eine Anmerkung von DW:„Am 11.7. konnten wir einen eine einstündige Sendung im NDR sehen: Die Nordstory. Von Finkenwerder in die Welt – Hinter den Kulissen von Airbus in Hamburg. LeiharbeiterInnen und WerkverträglerInnen wurden nicht gezeigt. Nur glückliche, meistens jüngere Menschen, voll zufrieden und mit Stolz auf ihren Arbeitsplatz. Trotzdem sehenswert, besonders wer noch keine Werksbesichtigung bei Airbus gemacht in dieser riesigen Produktionsstätte mit 15 000 Beschäftigten.“ Siehe dazu: Die Nordstory – Von Finkenwerder in die Welt Hinter den Kulissen von AIRBUS in Hamburg“ Sendung des NDR vom 11. Juli 2014 externer Link

7. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Transportwesen: Hafen, Schiffe und Werften » Dossier:  Tod von zwei rumänischen Leiharbeitern der Papenburger Meyer Werft

Meyer Werft: Ein Jahr nach dem Tod der beiden rumänischen Kollegen – Verbesserungen für Werkvertragsbeschäftigte greifen

„Vor einem Jahr, am 13. Juli 2013, starben zwei rumänische Arbeiter, die mit einem Werkvertrag auf der Meyer Werft eingesetzt waren, bei einem Brand in ihrer Unterkunft. Der tragische Tod der 32 und 45 Jahre alten Männer machte deutlich, unter wie unwürdigen Bedingungen sie und viele ihrer Kollegen gelebt und gearbeitet haben. Seitdem ist in Papenburg einiges passiert – auch dank des bundesweit ersten Tarifvertrages zu Werkverträgen, in dem IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung Mindeststandards wie eine angemessene Unterbringung und einen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde festgeschrieben haben…“ Meldung bei der IG Metall Küste vom 11.07.2014 externer Link

8. Internationales » Spanien » Politik » Spanien: Aus Empörung werden Sitze

Spaniens neue Linke. Die ewig linke Frage: Partei oder Bewegung?

Die spanische Gruppierung Podemos kam bei der EU-Wahl auf Anhieb zu einem beachtlichen Ergebnis. Doch jetzt folgen die Mühen des Alltags. Denn was ist das nun genau, was da entstand?…” Artikel von Dorothea Wuhrer, Sevilla, in der WoZ vom 10.07.2014 externer Link

9. Internationales » Österreich » Politik » Dossier: NOWKR-Proteste 2014

[Wien] DEMO Tag X – Auch wenn ihr Josef verurteilt, wir kommen wieder! Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus!

“… Falls Josef verurteilt wird ist es dies ein Angriff auf alle Antifaschist*innen, die am 24. Jänner gegen Burschenschafter und andere rechtsextreme Männerbünde, wie die FPÖ, auf die Straße gegangen sind. Das lassen wir uns nicht bieten! Kommt alle zur Demonstration am Tag X, am Samstag nach Prozessende und im Falle einer Verurteilung!…” Aufruf vom 10.07.2014 bei der autonomen Antifa Wien externer Link – die nächsten Prozesstage gegen Josef finden am 21. und 22. Juli am Wiener Landesgericht statt. Voraussichtlich ist der Tag X der Samstag der 26.07.2014!

10. Internationales » Schweiz » Arbeitskämpfe

Die Legalität in die Granitwerke zurückbringen. Die Steinmetze müssen vom GAV geschützt werden und das Streikrecht geniessen!

Die Kommunistische Partei der italienischen Schweiz erklärt ihre Solidarität mit den Streikenden in den Granitsteinbrüchen im Tessin. Die Steinmetze kämpfen für einen Tarifvertrag. Siehe dazu die deutsche Übersetzung einer Pressemitteilung der Kommunistischen Partei der Italienischen Schweiz vom 10. Juli 2014 externer Link Aus dem Text: „(…) Nach ungefähr zwei Jahren, am vergangenen 16. Juni, haben sich die Gewerkschaften entschlossen, in den Streik zu treten. Die Modalitäten, unter denen diese Mobilisierung vorbereitet worden war, würde im linken Lager und in der Gewerkschaftsbewegung eine (auch autokritische) Vertiefung verdienen, denn sie haben ein ernsthaftes Problem aufgezeigt, was die Projektarbeit und die Frage der Kräfteverhältnisse anbelangt. Nicht zufällig hatten wir eine Reaktion seitens der Patrons, welche nach einer besorgten Machtdemonstration aussah, mit einigem an privaten Sicherheitsagenten, Einschüchterungsmassnahmen, sowie selbst Aussperrungen und Entlassungen von Streikenden, die sich hervortaten. Dass die Demokratie an den Eingangstoren zu den Steinbrüchen Halt macht, ist nunmehr bekannt; dass das Streikrecht, obwohl es in der Bundesverfassung verankert ist, oft im Ergebnis ein Wort im Wind bleibt, auch, so wie der Tessiner Staatsrat bisher weggeschaut hat. Die politischen Gleichgewichte sind allen klar: an die Fabeln zu glauben, nützt der Arbeiterbewegung nichts, wir stehen in der Tat vor einem erneuerten Klassenkampf, der von oben gegen unten geführt wird, und um die Wahrheit zu sagen, ohne grosse Reaktionsfähigkeit der Linken. Es muss reagiert werden, und dabei genügen “antikapitalistische” Slogans nicht: es geht um die Glaubwürdigkeit der Tessiner Gewerkschaftsbewegung!…

11. Internationales » Irak

Alle gegen alle?

Die einen ernennen sich selbst zum Kalifen, die anderen wollen unter allen Umständen ihre bisherige sektiererische Politik fortsetzen, die dritten die Gunst der Stunde nutzen – so etwa sieht die Lage im Irak aus, zumindest wenn man den Mainstream – Medien folgt.. (Dass es auch andere Kräfte gibt, die gar nicht so klein sind, hatten wir mit dem Gewerkschaftsaufruf gegen die Spaltung des Irak und Sektenpolitik bereits dokumentiert). Jetzt gibt es auch den A call from the Iraqi Social Forum to civil society groups and social movements inside and outside Iraq for positive and constructive social action externer Link vom National Committee of the Iraqi Social Forum am 09. Juli 2014 verabschiedet, der sich an alle demokratischen Gruppierungen inner- und ausserhalb des Landes wendet und einerseits unterstreicht, dass es zahlreiche politische Kräfte gibt, die weder die eine noch die andere Seite unterstützen, andrerseits darauf verweist, dass ein friedliches Zusammenleben unterschiedlichster Bevölkerungsteile eigentlich im Irak eine lange und gute Tradition habe

Siehe dazu:

  • Déclaration : Pour un Irak démocratique, laïc, révolutionnaire, souverain et indépendant externer Link – eine gemeinsame Erklärung der Union der Kommunisten des Irak gemeinsam mit anderen linken arabischen Organisationen aus verschiedenen Ländern, dokumentiert am 28. Juni 2014 bei der französischen NPA.  Darin werden sowohl die äüßere Einmischung verschiedener Regierungen verurteilt, als auch das Wirken der Regierung und der Glaubenskrieger, das irakische Volk zur Selbstorganisation aufgerufen
  • Brennendes Babylon externer Link von Alex Callinicos am 11. Juli 2014 bei marx21.de, worin es einleitende heisst „Seitdem die USA Saddam Hussein gestürzt haben, toben blutige Kämpfe im Irak. Auch am gegenwärtigen Aufmarsch der dschihadistischen Isis-Milizen ist die Besatzungspolitik schuld

12. Internationales » Japan » Politik

Gegen Abes Kriegspolitik

Anfang Juli hat die Regierung Abe die „Reform“ durchgepeitscht, die es Japan künftig erlauben soll. Wieder Krieg zu führen. In der Erklärung We denounce the cabinet decision to admit exercise of the right of collective self-defense! Down with the reactionary Abe administration! . Vom 02. Juli 2014 unterstreicht die linke Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba (National Railway Motive Power Union of Chiba) dass es seit 1945 immer eines der wesentlichen Ziele der japanischen Gewerkschaftsbewegung gewesen sei, eben diesen Schritt zu verhindern

13. Internationales » Philippinen » Gewerkschaften » Stellt die NXP 24 wieder ein!

Gewerkschafter entlassen

Für ihren Kampf gegen Union busting wollen Arbeiter auf den Philippinen mit Internetkampagnen die Nutzer der Produkte, die sie herstellen, gewinnen. Artikel von Claudia Wrobel in der jungen Welt vom 15.07.2014  externer Link. Aus dem Text: „(…)  Der Gewerkschaftsbund wirft dem Management der NXP in Cabuyao auf den Philippinen vor, daß sie mit gezielten Maßnahmen Gewerkschafter und Arbeiter, die sich für Verbesserungen einsetzen, einschüchtern. Dieses Verhalten wird Union busting genannt. Momentan setzen sich die Arbeiter vor Ort für die Erneuerung einer tariflichen Absicherung ein, die im Dezember 2013 ausgelaufen ist. Eine der Kernforderungen der Arbeiter ist die Regulierung der Zeitarbeitsverträge. Nach Angaben der Gewerkschaft haben einige Arbeiter über zwei Jahre lang nur aufeinanderfolgende, befristete Verträge erhalten. NXP betreibt seine Firma mit über 5000 Beschäftigten in Cabuyao in einer Sonderwirtschaftszone. Auf den Philippinen sind diese nach Angaben von Industriall bekannt für das aggressive Vorgehen gegen gewerkschaftliche Organisierung. Außerdem sollen die dort ansässigen Unternehmen die Belegschaft spalten und die Organisation erschweren, indem sie in einem hohen Maße Subunternehmen gründen und Beschäftigte so auslagern…“

Siehe dazu:

  • IndustriALL flags labour violation in iPhone 6 production
    “Electronics multinational NXP will reportedly supply the microchip technology in the new iPhone 6. IndustriALL Global Union has called on Apple to intervene and ensure a fair settlement in NXP’s Philippine operations, including a return to work for 24 sacked trade unionists…”  Artikel der IndustriALL Global Union vom 09.07.2014 externer Link

14. Internationales » Ukraine

Vernichten! Alle?

Ganz offensichtlich hat die ukrainische Regierung keine Hemmungen, ganze Gebiete und Städte zu bombardieren und beschiessen. Egal, wen es trifft. Dazu der Beitrag Poroschenko: Für jeden toten Soldaten werden hunderte Separatisten getötet externer Link von Florian Rötzer am 12. Juli 2014 bei telepolis, worin es unter anderem heisst „Gestern Nachmittag kündigte Präsident Poroschenko als Reaktion auf die Angriffe Rache im Stil von Israel an. Poroschenko scheint zerrissen zwischen dem Druck vornehmlich aus der EU, den Konflikt ohne blutiges militärisches Vorgehen durch Verhandlungen aufzulösen, und innenpolitischen Falken, die eine schnelle und harte Niederschlagung der Separatisten fordern. Jetzt muss er den innenpolitischen Falken entgegenkommen und droht den für den Angriff mit dem Mehrfachraketenwerfer Verantwortlichen, dass sie ebenso gefunden und eliminiert würden wie diejenigen, die den Kampfhubschrauber mit einem MANPAD abgeschossen hatten

Siehe dazu auch:

  • Virtuelle Schlachten externer Link von Reinhard Lauterbach  am 12. Juli 2014 in der jungen welt, worin es unter anderem heisst „Man mag das als Spekulation abtun, aber es fällt in der Tat auf, daß das Leben in Donezk – anders als in der etwa 80 Kilometer östlich gelegenen Gebietshauptstadt Lugansk – bisher weitgehend von den Kämpfen in der Umgebung unberührt geblieben und die Millionenstadt bisher weder von ukrainischer Artillerie noch aus der Luft angegriffen worden ist“ und über Differenzen innerhalb der Regierungsgegner geschrieben wird
  • Ukraine’s fractures externer Link – ein Interview mit Volodymyr ISCHENKO, ursprünglich in der New Left Review, hier dokumentiert am 16. Juni 2014 bei Europe Solidaire, der die gesamte Entwicklung der Ukraine in den letzten Jahren diskutiert
  • Ein Teil der bewaffneten Gruppen im Osten der Ukraine besteht aus Arbeitern … externer Link ” Auszüge aus einem Telefoninterview mit einem Vertreter des Koordinierungsrat der Arbeiterbewegung der Ukraine” (KSRD) am 11. Juli 2014 bei den Rote Fahne News
  • Ukrainian unions threatened by nationalists and separatists externer Link – eine Erklärung der European Federation of Public Service Unions vom 01. Juli 2014 gegen die Angriffe auf Gewerkschaften von beiden Seiten in der ukrainischen Auseinandersetzung, worin unterstrichen wird, dass eine Schwächung der Gewerkschaften auch dazu dient, die vom IWF (die EU wird in diesem Zusammenhang nicht genannt) geforderte Austeritätspolitik durchzusetzen
  • No More War, No More Fascism! externer Link – Erklärung der Europäischen Linken im EU Parlament vom 01. Juli 2014 bei transform, die ausländische Einmischung verschiedener Seiten und das Wirken faschistischer Organisationen kritisiert

15. Politik » Wirtschaftspolitik » wirtschaftspolitische Debatten » Allgemeine wirtschaftspolitische Debatte und Wirtschaftspolitik

„Warum versagt die Volkswirtschaftslehre? Im Seminar der Ideologen“

Die Sendung des SWR 2 Forum vom 10.7.2014 „Warum versagt die Volkswirtschaftslehre? Im Seminar der Ideologen“ ist als Audio-Datei auf der SWR-homepage verfügbar externer Link Audio Datei : Es diskutieren: Prof. Dr. Michael Burda – Wirtschaftswissenschaftler, Humboldt-Universität Berlin, Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik, Thomas Fricke – Wirtschaftsjournalist, ehemaliger Chefökonom der Financial Times Deutschland, Prof. Dr. Helge Peukert – Finanzwissenschaftler, Universität Erfurt, Mitbegründer des Netzwerks Plurale Ökonomie. Gesprächsleitung: Jürgen Heilig.

16. Politik » Erwerbslosigkeit » Hartz IV » Leistungen und Auswirkungen

Arbeitslos ohne Arbeitslosengeld: Die Nichtleistungsempfänger

Mehr als jede vierte Person im Versicherungssystem der Arbeitslosenversicherung erhält kein Arbeitslosengeld: die so genannten Nichtleistungsempfängerinnen und -empfänger. Ein Grund dafür können zu kurze oder fehlende Zeiten von Erwerbstätigkeit vor der Arbeitslosigkeit sein. Der DGB schlägt vor, die Arbeitsförderung für diese Arbeitslosen zu verstärken – aus Steuermitteln kofinanziert…” DGB-Meldung vom 14.07.2014 zu arbeitsmarkt aktuell 04/2014 vom Juli 2014 . Nichtleistungsempfängerinnen und –empfänger. Analyse einer in der Arbeitsmarktpolitik wenig bekannten Personengruppe, die in jüngster Zeit wieder größer wird

17. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Arbeitsorganisation

Hybride Wertschöpfung als Herausforderung für die Tarifpolitik. Mehr-Arbeitgeber-Beziehungen als arbeitspolitische Herausforderung

In jüngster Zeit sind neue Varianten altbekannter Beschäftigungs- und Kontraktformen wie Werkverträge (etwa als Regaleinräumer im Supermarkt, Handwerker in der Online-Versteigerung oder Programmierer im Crowdsourcing) und Leiharbeit (in der Krankenpflege genauso wie im Automobilbau) in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte gerückt. Oftmals stehen dabei wissensintensive Tätigkeiten im Zentrum der Aufmerksamkeit wie z.B. die Softwareentwicklung, aber auch Forschung und Entwicklung, die schon immer auch jenseits der Standards des Normalarbeitsverhältnisses erbracht wurden. Jüngst aufgedeckte Skandale machen nochmal deutlich, dass die ethisch und politisch fragwürdige Nutzung von Werkverträgen auch in arbeitsintensiven, industrienahen Dienstleistungstätigkeiten anzutreffen ist. Solcherart einfache Tätigkeiten stehen zwar oft am Rande der öffentlichen und wissenschaftlichen Wahrnehmung, sind aber aus der deutschen Arbeitswelt keineswegs verschwunden (s. www.einfacharbeit.de ). Im Gegenteil ist im Zuge von Auslagerungen einzelner Dienstleistungen aus dem Wertschöpfungsverbund traditioneller Unternehmen ein Segment arbeitsintensiver Dienstleistungen mit mehr oder weniger fertigungsnahen Tätigkeiten entstanden, dessen Bedeutung in der Zukunft wohl eher noch zunehmen wird…” Artikel von Manuel Nicklich, Jörg Sydow und Markus Helfen vom 9. Juli 2014 in der DGB-Gegenblende externer Link

Lieber Gruss, Mag, Ralf und Helmut


NEU BEI LABOURNET.TV


Polizei gegen Fabrikarbeiter_innen in Serbien eingesetzt

Am 2. Juli 2014 kam es zu Zusammenstößen zwischen etwa 300 Arbeiter_innen der kürzlich  privatisierten Hähnchenfabrik “Agroživ” in Žitište, Serbien, mit Spezialeinheiten der Polizei. Die Polizei kam als Begleitung des Konkursverwalters und des neuen Eigentümers, die in der Fabrik Inventur machen wollten. Die Arbeiter_innen streiken seit dem 19. Mai 2014, weil ihre Löhne seit Beginn des Jahres 2014 nicht gezahlt werden. Seit dem 2. Juli haben sie auch ihre Krankenversicherung verloren. Trotz dieser Einschüchterung haben die Arbeiter_innen von Agroživ beschlossen, weiter vor der Fabrik zu streiken. Video (serbokroatisch mit dt. UT | 4 min | 2014) externer Link


http://labournet.tv externer Link


LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi