Zwei Aktivistinnen der libanesischen Hausangestellten-Gewerkschaft festgenommen – eine ausgewiesen!

Die beiden im Dezember 2016 im Libanon festgenommenen Aktivistinnen der Hausangestellten-GewerkschaftSushila Rana und Roja Maya Limbu wurden überraschend und ohne offizielle Begründung von libanesischen Sicherheitskräften am 30. November beziehungsweise 5. Dezember 2016 festgenommen. Die beiden Frauen aus Nepal arbeiteten als Hausangestellte – und gehörten zu jenen, die im Januar 2015 die Domestic Workers Union gründeten und seitdem aktiv Gewerkschaftsarbeit machen. Auch im Libanon gilt das (Kafala) Sklavenhaltersystem, das die Aufenthaltserlaubnis an den konkreten „Arbeitgeber“ gebunden wird, mit anderen Worten, migrantische Beschäftigte rechtlos sind – und auch ansonsten gültige Arbeitsgesetze für sie nicht gelten. Die Gewerkschaft steht seit ihrer Gründung unter enger Beobachtung der staatlichen Repressionskräfte und es gab immer wieder Einschüchterungsmaßnahmen. „IDWF is deeply saddened and outraged by the recent detention of two Nepali domestic workers in Lebanon“ am 14. Dezember 2016 bei der IDWF externer Link (International Domestic Workers Federation) ist ein Bericht über die Festnahme der beiden nepalesischen Aktivistinnen (samt Informationen über ihren Werdegang) und die Abschiebung von Sushila Rana am 10. Dezember 2016 – sowie ein Aufruf zur Solidarität, inklusive einer Petition. Siehe dazu auch die Petition und einen Aufruf von Human Rights Watch gegen die Abschiebung:

  • „Lebanon Deports Domestic Worker Rights Organizer“ von Bassam Khawaja am 13. Dezember 2016 bei HRW externer Link berichtet vor allem über die Festnahme und Ausweisung von Sushila Rana, der nicht nur nicht erlaubt wurde, einen Anwalt zu rufen, sondern deren Befragung auch ganz direkt ihre gewerkschaftliche Aktivitäten betraf. In dem Beitrag werden auch verschiedene frühere Aktivitäten von HRW im Zusammenhang mit der rechtlosen Situation vor allem der Beschäftigten in Haushalten zusammengefasst und verlinkt. Die Mindestforderung sei nun, dass die libanesischen Behörden zumindest auf eine weitere Abschiebung verzichteten