Massive Solidaritätsbewegung mit den inhaftierten iranischen Zuckerarbeitern erringt ersten Erfolg: 15 der 19 wurden frei gelassen – für die sofortige Freilassung von Esmail Bakhshi, Moslem Armand, Mohammad Khanifar and Seyyed Hassan Fazeli!

Für die sofortige Freilassung von Esmail Bakhshi, Moslem Armand, Mohammad Khanifar and Seyyed Hassan Fazeli, den inhaftierten iranischen Zuckerarbeitern!Nach der Festnahme von 19 streikenden Zuckerarbeitern am Wochenende gab es nicht die vom Regime gewünschte „Ruhe“: Nicht nur der Streik wurde fortgesetzt (siehe unseren letzten Bericht), sondern jetzt wurde die Solidarität der Bevölkerung (und anderswo streikender Belegschaften) noch größer. Am Montag dieser Woche gab es in Shush vor dem Sitz der dortigen Regionalverwaltung eine so große Demonstration, dass selbst die 100% Teilnahme der 4.000 Streikenden samt ihrer Familien bei weitem nicht ausgereicht hätte, dieses Meer an TeilnehmerInnen zustande zu bringen. Der Bericht „Largescale strikes, protests continue in Iran’s ancient city of Shush“ von Hassan Mahmoudi am 21. November 2018 bei Al Arabiya externer Link macht diese massive Teilnahme der EinwohnerInnen von Shush ebenso deutlich, wie die Solidaritätsbekundungen aus anderen Orten nicht nur der Region, sondern aus dem ganzen Land. Das Regime scheint mit dem Einsatz von Sondereinheiten gegen streikende Arbeiter nun dafür gesorgt zu haben, dass der Streik der Haft Tappeh-Belegschaft landesweit bekannt wird – deswegen wohl auch die schnelle Freilassung der meisten Festgenommenen. Naheliegend und bedenklich, dass das Regime unter den vier Streikenden, die noch in Haft sind, auch zwei der Koordinatoren des Streik-Komitees festhält… Siehe dazu auch eine weitere Meldung über die Freilassung der 15 und einen Aufruf (samt englischem Muster und Adressen) zu Solidaritätsschreiben sowie einen Kurzbericht vom 16. Streiktag (Mittwoch, 21. November):

  • „Iranian Haft Tapeh Sugarcane cane workers are continuing their strike and protest actions“ am 21. November 2018 bei MENA Solidarity externer Link ist einerseits ein ausführlicher und konkreter Bericht über die Freilassung der 15 anderen inhaftierten Kollegen, worin auch informiert wird, dass die anderen 4 ursprünglich ebenfalls – am Mittwoch Nachmittag – frei gelassen  werden sollten, da gegen sie „nur“ wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ ermittelt werde. Dann aber kam – man vermutet, auf zentrale Anweisung – die Änderung auf eine mögliche Anklage wegen Verstoßes gegen die nationale Sicherheit, wobei es keine Freilassung auf Kaution gibt. Dass der Streik in einer – wenn auch der größten des Landes, mit rund 4.000 Beschäftigten – Zuckerfabrik die nationale Sicherheit des kapitalistischen Mullah-Regimes gefährden soll, könnte man durchaus auch als Zeichen der Schwäche interpretieren. Zum anderen wird in dem Beitrag auch auf einen (englischen) Protest-Musterbrief verwiesen, der ebenfalls dokumentiert wird, inklusive E-Mail Adressen zuständiger Stellen.