Gewerkschaften und soziale Organisationen aus mehreren asiatischen Ländern stärken die Solidarität mit den Jasic-Arbeitern und der Solidaritätsbewegung mit ihnen

Solidaritätsplakat mit Jasi an der Uni Shenzen am 31.7.201826 Organisationen aus 12 asiatischen Ländern haben in einem gemeinsamen Offenen Brief an den chinesischen Premierminister Li Keqiang am 29. August 2018 ihre Solidarität mit den Bestrebungen der Basisgewerkschaftern bei Jasic eine eigene Gewerkschaft zu gründen und der dafür entstandenen Solidaritätsbewegung erklärt. Darunter etwa die Gewerkschaftsverbände Coalition of Cambodian Apparel Workers’ Democratic Union, Cambodia Food and Service Workers Federation (CFSWF), Konfederasi Persatuan Buruh Indonesia (KPBI), Konfederasi Serikat Nasional (KSN), Konfederasi Pergerakan Rakyat Indonesia, National Free Trade Union (NFTU) Sri Lanka, Textile and Garment Workers Federation (TGWF), Bangladesh – und eine Reihe bekannter gewerkschaftsnaher Organisationen wie beispielsweise das Labor Education and Research Network (LEARN), Philippines, Labour Education Foundation (LEF), Pakistan und das Yokohama Action Research (YAR), Japan. In dem Brief wird die sofortige Freilassung aller Festgenommenen gefordert, sowie die Niederschlagung aller anstehenden juristischen Verfahren gegen sie und die Freiheit der Jasic-Belegschaft, eine eigene Gewerkschaft zu gründen. Der Brief „Letter to Premier Li Keqiang on the arrests and detentions of Shenzhen Jasic workers“ vom 29. August 2018 wurde nun beim ATNC Monitoring Network externer Link in englischer Übersetzung (bei Europe Solidaire dokumentiert) veröffentlicht. Zur Solidarität mit den Jasic Arbeitern und ihren Unterstützungsgruppen zwei weitere aktuelle Beiträge (davon ein Update), ein Hintergrundbeitrag und eine weitere Solidaritätserklärung aus der BRD:

  • „Shenzhen Jasic Technology: Towards a Worker-Student Coalition in China“ von Jenny Chan am o1. September 2018 bei Hongkong Free Press externer Link ist ein Beitrag der Professorin aus Hongkong über die Bedeutung der gemeinsamen Aktivitäten von Basisgewerkschaftern und Studierenden in dieser Auseinandersetzung. Einen entscheidenden Grund für diese, bisher so nicht da gewesene Entwicklung sieht die Autorin darin, dass eben die Studierenden solchen Auseinandersetzungen viel mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen, weil sie selbst durch die ständig anwachsenden Bedingungen wie Zeit- und Leiharbeit zunehmend betroffen seien, wie auch durch die anderen Versuche der Unternehmen, die Lohnkosten zu senken, wie etwa die Abwanderung ins Landesinnere, oft genug, ohne ausstehende Löhne zu bezahlen.
  • Solidarität mit den chinesischen Jasic-Arbeiter*innen und ihren Unterstützer*innen!
    Im Zusammenhang mit dem Versuch von Arbeiter*innen, in der Schweißgerätefabrik Jasic im chinesischen Shenzen eine Gewerkschaft aufzubauen, hat sich eine sehr zugespitzte Situation von Repression und eine ungewöhnliche Solidaritätsbewegung für die kämpfenden Arbeiter*innen entwickelt. Im Juli waren sieben Arbeiter entlassen worden, weil sie versucht hatten, eine Gewerkschaft aufzubauen. Die Proteste gegen die Entlassungen gingen den ganzen Monat über weiter und am 27. Juli wurden schließlich 29 Arbeiter*innen, Familienangehörige und Unterstützer*innen mit viel körperlicher Gewalt festgenommen und abgeführt. Von den 29 Festgenommenen wurden 15 am 12. August entlassen. Sie berichten, dass sie während ihrer Haft misshandelt und bedroht wurden. Der Kampf um die Freilassung der verbleibenden Kolleg*innen geht weiter, ebenso wie der Kampf der Arbeiter*innen für eine echte und repräsentative Gewerkschaft. Seit diesen Verhaftungen haben Gruppen von mutigen Protestierenden vor der Polizeistation die Freilassung ihrer Kolleg*innen verlangt. Tausende Universitätsstudent*innen haben einen offenen Brief unterschrieben, in dem sie sich mit den Jasic Arbeiter*innen solidarisieren. Die Repression hat schließlich staatsterroristische Züge angenommen, als am 11. August 2018 die Aktivistin Shen Mengyu entführt wurde. Mittlerweile wurden auch ca. 50 studentische Unterstützer*innen in Shenzen festgenommen, die meisten wurden in ihre Heimatorte deportiert. Auch in Peking wurden Unterstützer*innen der Jasic-Arbeiter*innen verhaftet. Am 29. August berichteten Kolleg*innen von labournet.tv über den Kampf der Jasic-Arbeiter*innen, die Solidaritätsbewegung und die Staatsrepression.
    Wir fordern die Freilassung aller im Zusammenhang mit dem Kampf der Jasic-Arbeiter*innen Verhafteten, die Einstellung aller repressiven Maßnahmen gegen sie und solidarisieren uns mit dem ihrem Kampf für eine Gewerkschaft, in der sie ihre Interessen vertreten kann.
    Eine Gewerkschaftsgründung ist kein Verbrechen! Hoch die transnationale Solidarität des Proletariats!
    Solidaritätserklärung der FAU Berlin vom 01.09.2018