[Petition von “Pro Activa Open Arms”] Europa der offenen Arme. Einfahrt in sichere Häfen gewähren

Shame on you, Europe! Sea-Eye und Seefuchs: Protest im MittelmeerAppell an Jean-Claude Junker, Matteo Salvini, Joseph Muscat, Emmanuel Macron und Pedro Sànchez: “Nehmen Sie Ihre völkerrechtliche – und menschliche – Verantwortung wahr: Gewähren Sie Einfahrt in sichere Häfen für die Menschen in Not, die sich an Bord von zivilen Rettungsschiffen in europäischen Gewässern befinden. Verhindern Sie, dass diejenigen bestraft werden sollen, die selbstlos Hilfe anbieten. Warum das wichtig ist: Die Lage spitzt sich wieder zu. Inzwischen sind 160 Menschen, darunter 32 Kinder, auf der “Open Arms”, einem der zivilen Rettungsschiffe im Mittelmeer gestrandet. Ein zweites Schiff, die “Ocen Viking” hat inszwischen 356 Personen aus Seenot gerettet. Sichere Häfen in Malta und Italien sind nah, beide Länder weigern sich aber, die Schiffe anlegen zu lassen. Die Menschen stecken auf dem Meer fest. Auf der “Open Arms” sind die Bedingungen nach elf Tagen bei brütender Hitze unerträglich. Die spanische Hilfsorganisation “Pro Activa Open Arms”, die Eigentümerin des Schiffs, fordert die europäischen Staats- und Regierungschefs dringend auf, einen sicheren Hafen anlaufen zu können. Treibstoff und Vorräte gehen schnell zur Neige. Wer aus Seenot gerettet wird, muss betreut und an Land gebracht werden. Die Flüchtlinge auf den Schiffen dürfen nicht dafür bezahlen, dass sich Staats- und Regierungschefs nicht auf eine solidarische Aufnahme einigen können. Zeigen wir mit unserem Appell, dass wir ein menschliches Europa wollen, in dem Menschen in Not mit offenen Armen empfangen werden.” Petition bei Wemove externer Link der spanischen Hilfsorganisation “Pro Activa Open Arms”. Siehe auch unser Dossier Italienische Flüchtlingspolitik und hier die Meldungen zum genannten aktuellen Hintergrund:

  • Italien: Gericht erlaubt “Open Arms” Einfahrt in italienische Gewässer New
    Das italienische Verwaltungsgericht der Region Latium hat dem Rettungsschiff Open Arms wegen einer Notlage erlaubt, in die Territorialgewässer Italiens zu fahren. Das Gericht habe unter anderem auf Grundlage ärztlicher und psychologischer Gutachten die Einfahrt in die Gewässer bewilligt, damit den geretteten Personen an Bord umgehend Hilfe geleistet werden könne, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwochabend unter Berufung auf das Gericht. Damit hoben die Richterinnen und Richter ein von der Regierung verfügtes Verbot auf. Das italienische Innenministerium kündigte an, die Entscheidung anzufechten. Kurz zuvor hatte Innenminister Matteo Salvini bei einem Auftritt noch gesagt, dass er das Einfahren des Schiffs weiterhin verhindern wolle…” Agenturmeldung vom 14. August 2019 bei der Zeit online externer Link
  • “Wettlauf mit der Zeit”: Mehr als 500 Flüchtlinge warten auf sicheren Hafen
    Das UNHCR appelliert an die EU, die 500 Flüchtlinge der „Open Arms“ und der „Ocean Viking“ sofort an Land zu lassen. „Dies ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, erklärte UNHCR-Sondergesandte Cochetel.
    Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR appelliert an die EU-Staaten, mehr als 500 Menschen an Bord von zivilen Seenotrettungsschiffen aufzunehmen. Viele der Flüchtlinge hätten Misshandlung und Gewalt in den libyschen Lagern erlitten, sie bräuchten humanitäre Hilfe und internationalen Schutz, erklärte der UNHCR-Sondergesandte für das zentrale Mittelmeer, Vincent Cochetel, am Dienstag in Genf. Ihnen müsse umgehend erlaubt werden, an Land zu gehen und humanitäre Hilfe zu erhalten. Unterdessen stößt das Rettungsschiff „Ocean Viking“ mit mittlerweile 356 Flüchtlingen an Bord an seine Kapazitätsgrenzen. Abhängig vom Wetter und der Situation an Bord könne das Schiff womöglich keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, sagte Projektkoordinator Jay Berger von „Ärzte ohne Grenzen“ dem „Evangelischen Pressedienst“. „Wir hatten gehofft, nicht in eine solche Situation zu geraten.“ Aber als es um Leben und Tod ging, habe sich die Crew entschieden, mehr Menschen an Bord zu holen, anstatt das Risiko einzugehen, sie ertrinken zu lassen. Die „Ocean Viking“ hatte am Montagabend zum vierten Mal auf ihrer Fahrt Bootsflüchtlinge an Bord genommen. Nachdem die Crew Rettungswesten an die 105 Menschen ausgegeben habe, sei eine Kammer des Schlauchboots geplatzt, twitterten „Ärzte ohne Grenzen“ und SOS Mediterranée, die das Schiff gemeinsam betreiben. Die Menschen seien ins Wasser gefallen, hätten aber alle gerettet werden können. Das Schiff war vor gut einer Woche von Marseille aus in Richtung libyscher Küste aufgebrochen, wo es zunächst zweimal 85 Menschen und einmal 81 Menschen aus Seenot aufnahm. (…) Dem UNHCR-Sondergesandten zufolge sind auf dem Mittelmeer Stürme und schlechtere Wetterbedingungen zu erwarten. Menschen, die vor Krieg und Gewalt in Libyen flohen, jetzt auf hoher See zu belassen, würde ihnen Leid über Leid zufügen. „Dies ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, unterstrich er. Die EU-Staaten rief er auf, endlich eine Lösung zur Verteilung der 507 Flüchtlinge zu finden, um sie nach der Anlandung zu übernehmen. Die spanische „Open Arms“ pendelt seit mittlerweile zwölf Tagen mit 151 Menschen an Bord zwischen Malta und der italienischen Insel Lampedusa hin und her. Beide Länder haben ihre Seegewässer und Häfen für zivile Seenotrettungsschiffe geschlossen…” Bericht vom  14. August 2019 beim Migazin externer Link
  • 400 Menschen an Bord. Weitere Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet
    “Die Schiffe „Open Arms“ und „Ocean Viking“ haben in den vergangenen Tagen Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Malta hat sich bereiterklärt, Migranten an Land zu lassen – aber nur 39. (…) Die „Ocean Viking“ rettete am Wochenende in zwei Einsätzen insgesamt 166 weitere Flüchtlinge, die Zahl der Migranten auf dem Schiff stieg damit auf 251, wie die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mitteilte, die gemeinsam mit dem Verein SOS Méditerranée das Schiff betreibt. Auf der „Open Arms“ stieg die Zahl der Flüchtlinge auf 160. Zu den 121 Migranten, die bereits seit anderthalb Wochen auf dem Schiff ausharren, seien in der Nacht zum Samstag 39 hinzugekommen, die aus internationalen Gewässern gerettet worden seien, teilte der Chef der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps, via Twitter mit. Die maltesische Regierung erklärte sich bereit, die 39 zuletzt Geretteten an Land zu lassen, nicht aber die übrigen Flüchtlinge auf der „Open Arms“. (…) Camps erklärte, die Ankündigung Maltas, nur einen Teil der Migranten aufzunehmen, habe zu einem „ernsthaften Sicherheitsproblem an Bord“ geführt…” Bericht vom 12. August 2019 von und bei MiGAZIN externer Link