Wanderarbeiter, Leiharbeiter, Kettenverträge, Subunternehmen, EU-Entsenderichtlinie, Schwarzarbeit, Mindestlohn- und Sozialversicherungsbetrug: Sie legen jedes Jahr viele Tausende Kilometer zurück, um an einen oft schlecht bezahlten Job im Westen Europas zu gelangen. Sie nehmen oft unmenschliche Arbeitsbedingungen in Kauf. Sie werden ausgebeutet: von halbkriminellen Vorarbeitern, von dubiosen Subunternehmen, von skrupellosen Geschäftemachern. Die Rede ist von Wanderarbeitern. Euronews-Reporter Hans von der Brelie und Kameramann Andi Popa haben sich auf den Weg in die rumänische Provinz gemacht, um mit den Menschen zu sprechen, die sonst oft nur schweigen und schuften. Denn auch das ist Teil der heutigen Realität: Viele Wanderarbeiter aus Zentral- und Osteuropa, aus Polen, Bulgarien, Rumänien haben Angst, offen über ihre oft haarsträubenden Erfahrungen im Westen Europas, in Deutschland, Frankreich, Italien zu reden…” Beitrag von Hans von der Brelie vom 28. September 2017 bei EuroNews online externer Link – Video mit Manuskript (Videolänge: ca. 9 Min). Ein besonders perfides Beispiel aus der Sendung:

  • “… Gesetz ist Gesetz. Die Realität etwas anderes, offenbar auch in Deutschland. Erich Mocanu holt einen Stapel Verträge aus seiner Tasche (auf der übrigens die deutsche und die rumänische Flagge harmonisch Seite an Seite zu sehen sind, verwoben mit einem Schutzengelsymbol). “Hier ist ein Vertrag”, zeigt Mocanu, “der für ein Subunternehmen eines großen, deutschen Paketdienstes ausgestellt ist. Der Vertrag ist nach rumänischem Recht erstellt, acht Stunden Arbeitszeit, Lohn 1450 Lei, das sind umgerechnet 300 Euro.” Dann erläutert Mocanu den eigentlichen Trick: “Es existiert hier ein Geschäftsführer mit zwei Firmen, einer in Deutschland, einer in Rumänien. Die in Deutschland gemeldete Firma ist diejenige, die die Verträge mit den großen Konzernen schließt, während die in Rumänien gemeldete Firma diejenige ist, die die Leute einstellt. Somit verschwinden Steuern aus Deutschland, Sozialversicherung, Rentenversicherung.”