„Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung“Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies kämpft mit Problemen am Schlachthof Kellinghusen in Schleswig-Holstein. Hintergrund ist ein Unfall, bei dem sich ein rumänischer Arbeiter schwer verletzte und sich am Schlachtband vier Finger teilweise abtrennte. Den Recherchen von Markt zufolge war der Rumäne George B. im August vergangenen Jahres mit der Hand in eine Zange geraten, mit der er zuvor Schweinepfoten abgetrennt hatte. Der Mann kam in eine Hamburger Klinik und wurde dort operiert. Von den verletzten Fingern konnte nur einer gerettet werden. Tönnies und der Arbeitgeber des Rumänen, die Firma MTM, bestätigten auf Anfrage von Markt den Unfall. Unklar ist, wie es dazu kommen konnte. George B. gibt gegenüber Markt an, er habe mehrere Stunden allein am Schlachtband arbeiten und Köpfe und Pfoten von Schweinen abtrennen müssen. Jedoch habe die Pfotenzange nicht richtig funktioniert und sei trotz mehrfacher Aufforderung nicht gerichtet worden. Darüber sei es zu einem Streit mit dem Vorarbeiter und in der Folge zum Unfall gekommen. Der Arbeitgeber von George B., das Unternehmen MTM, dementierte diese Unfallschilderung (…) Zur Frage, ob B. überhaupt hätte allein arbeiten dürfen, legte Markt der zuständigen Staatlichen Arbeitsschutzbehörde (StAUK) ein Video vor. Es zeigt einen Arbeiter allein an dieser Position im Schlachthof Kellinghusen. Die StAUK erklärte dazu auf Anfrage, der in dem Video gezeigte Arbeitsplatz entspreche “in keiner Weise den Anforderungen der Gesetze und Vorschriften im Arbeitsschutz”…” Text und Video des Beitrags von Annette Niemeyer vom 18.02.2019 beim NDR externer Link , siehe dazu den Kommentar:

  • Große Schweinereien im Schlachthof Tönnies in Kellinghusen. Schwerer Unfall im Schlachthof Kellinghusen: Drei Finger weg beim rumänischen Kollegen George Berca
    “… Wenn man sich diese Arbeitsbedingungen anschaut, kommt einem das Grausen! Ein noch stärkeres Grausen, als wir die Beweisphotos zu den Wohnverhältnissen der rumänischen WervertragsarbeiterInnen auf der Versammlung im Kellinghusener Bürgerhaus im Juni letzten Jahres sahen. Im NDR-Film berichtet ein Kollege von Arbeitszeiten von abends 22 bis 23 Uhr bis zum nächsten Vormittag 10 bis 11 Uhr! Daß da Verletzungen passieren – wie ein Kollege berichtet – bis hin zu „drei Finger weg“ ist kein Wunder. Und Tönnies verlangt vom presserechtlich Verantwortlichen von Jour Fixe Gewerkschaftslinke eine Unterlassungserklärung einer angeblich nicht zutreffenden Tatsachenbehauptung, ebenfalls von der IG Werkfairträge in Rheda-Wiedenbrück und dem Bündnis gegen die Tönnieserweiterung in Gütersloh. Auf alle drei kommen dadurch Kosten von jeweils mehrere tausend Euro zu. Zu dem Jour Fixe am 6.2. zum Thema „Arbeits- und Wohnbedingungen der Tönnies-Beschäftigten in Kellinghusen“ erschien eine Beschäftigte eines Subunternehmers von Tönnies. Ob sie wohl aus freien Stücken kam oder um zu beobachten? (…) Tönnies beobachtet jeden kritischen Satz der Soli-Gruppen und läßt durch seine Medienanwälte Schertz Bergmann mittels Unterlassungserklärungen gegen sie zuschlagen. Sie sollen mundtot gemacht werden,ihnen drohen hohe Kosten. Die Gesetze geben´s her. Und die Gesetze geben´s auch her, daß Tönnies und Co ihr brutales Ausbeutungsgeschäft ganz legal weiterhin betreiben können. Ziel der Anti-Tönnies-Inis ist daher, daß das Werkvertragssystem verboten wird und alle ArbeiterInnen einen Normalarbeitsvertrag erhalten, wie es früher war. Und dass allen ausländischen ArbeiterInnen eine menschenwürdige Wohnung zur Verfügung gestellt wird. Adressat dieser Forderungen sind Politiker, die Tönnies und Co ihr Geschäftsmodell gesetzmäßig ermöglicht haben. Die Großschlachtereien nutzen ihren politischen Einfluß, auch per großzügiger Spenden, um genau diese Zustände zu erhalten. Wir haben einen langen Kampf vor uns…” Kommentar von Dieter Wegner vom 19.2.2019 bei Gewerkschaftslinke Hamburg externer Link zum Beitrag vom 18.2.2019 im NDR-Ratgeber, siehe auch Unterlassungsverfügung der Großschlachterei Tönnies gegen Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg