20.3.2017: Wiesenhof-Schlachtfabrik in Königswusterhausen/Niederlehme blockiertBerichte über die unzulängliche und nicht hinnehmbare Situation von Beschäftigten in Werkverträgen der Fleischindustrie reißen seit Jahren nicht ab. Arbeits- und Lebensbedingungen sind oft stark verbesserungswürdig. Zunehmend mehr Menschen lässt das nicht gleichgültig. Sie engagieren sich in lokalen Initiativen, in Gewerkschaften, bei Kirche oder anderen NGOs, sie werden aktiv als Einzelperson. Erstmalig fand nun eine bundesweite „Initiativenkonferenz zur Situation von Beschäftigten in Werkverträgen in der Fleischindustrie“ in Elmshorn bei Hamburg statt. Sie diente der Vernetzung, dem Erfahrungsaustausch und der gemeinsamen Beratung, wie eine nachhaltige Verbesserung für die Beschäftigten bei Subunternehmen der Fleischindustrie erreicht werden kann. (…) Standards und Regelungen des Arbeitsrechts, des bundesweit geltenden Arbeitsschutzes, des Arbeitszeitgesetzes und weiterer Regelungen benötigen – so der Eindruck der Konferenzteilnehmenden – in dieser Branche einer strengen und durchgängigen Kontrolle und dafür Veränderungen in der Zusammenarbeit von Institutionen des Bundes und der Länder. Auffällig in den Berichten war das sich wiederholende Erleben, dass Verbesserungen und Gesetzes-/Regelungstreue nur von kurzfristiger Dauer waren. Teilnehmende fanden dafür den Begriff der „Kurzzeitgesetzestreue“ von Arbeitgebern, denn an einzelnen Schlachthofstandorten lösen sich – so die Erfahrungen – kurze Phasen von Gesetzestreue ab mit deutlich längeren Phasen von Verstößen dagegen…” Erklärung zum Abschluss der bundesweiten „Initiativenkonferenz zur Situation von Werkvertragsbeschäftigten in der Fleischindustrie“ am 15. Juni 2019 in Elmshorn – samt konkret diskutierten Forderungen an Bund und Länder – dokumentiert am 17.6.2019 beim DGB Schleswig-Holstein Nordwest externer Link. Siehe dazu auch:

  • Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie New
    Seit Jahren kritisieren Gewerkschaften die schlechten Arbeitsbedingungen in der Schlachtbranche. Jetzt starten sie in einer Initiative mit Kirchen und Privatpersonen durch. Irgendwann hatte Susanne Uhl, Geschäftsführerin der DGB-Region Schleswig-Holstein Nordwest, die Faxen dicke. Immer wieder hat die Gewerkschafterin an der Seite der NGG in den vergangenen Jahren die Betreiber der drei großen Schlachthöfe in Schleswig-Holstein auf Missstände angesprochen. Darauf, dass vor allem die Werkvertragsmitarbeiter, meist Rumänen, zu lange arbeiten. Dass sie nicht genug Pausen haben. Dass sie zu schlecht bezahlt werden. Dass man sie bei den Unterkünften abzockt mit viel zu hohen Mieten. „Dann hat sich immer mal wieder was kurzfristig geändert, für ein paar Wochen“, erzählt sie. „Und dann ging es wieder von vorne los.“ Also suchte sich Uhl Verbündete. Seit dem vergangenen Jahr arbeiten nun nicht mehr nur Gewerkschaften zu dem Thema, sondern auch die örtliche evangelische und katholische Kirche und Privatpersonen – und die Initiative hat im Juni bundesweit zu einem Treffen eingeladen. (…) Die Initiative hat in ihrer Abschlusserklärung zu ihrem bundesweiten Workshop deswegen mehrere Forderungen beschlossen. Darunter: „Wir wollen, dass ein Jahr lang eine Abordnung von Arbeitsschutzexperten vor Ort im Schlachthof ist“, sagt Uhl. Die Experten sollen überwachen, dass Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetze eingehalten werden. Außerdem soll der Bund gesetzlich die Werkverträge in den Schlachthöfen eindämmen – derzeit seien häufig über die Hälfte aller Beschäftigten über Subunternehmen angestellt. Über die Missstände ist die Initiative mit den Schlachthofbetreibern an mehreren Standorten im Gespräch…” Beitrag aus einblick September 2019 am 28.08.2019 beim DGB externer Link