Schüler in Nürnberg setzen mit Protest gegen Abschiebung ein wichtiges Zeichen - und werden kriminalisiertWie das Nürnberger Bündnis für Frieden in Kurdistan berichtet, befinden sich derzeit 27 Personen im Eichstätter Abschiebegefängnis im Hungerstreik. Die Insassen verweigern die Nahrungsaufnahme aus Protest gegen die geplante Abschiebung. Unter den Hungerstreikenden befinden sich auch die beiden kurdischen Aktivisten Yüksel T. und Ramazan A., die am 1. Oktober nach Bulgarien ausgewiesen werden sollten. Während über den Eilantrag für Yüksel T. gegen die Abschiebung und Haftentlassung noch nicht entschieden wurde, verbrachte die Bundespolizei Ramazan A. Ende letzter Woche nach München. Dort sperrte man ihn mehrere Tage lang in einen Container unmittelbar an einer Rollbahn, berichtet die Nürnberger Organisation, und bezeichnet die Umstände am Münchner Flughafen als Folter. Die Abschiebung von Ramazan A. konnte offenbar verhindert werden, weil sich der Pilot nach Protesten von Passagieren geweigert haben soll, den Asylsuchenden nach Sofia mitzunehmen. Dorthin sollen er und Yüksel T. als sogenannte Dublin-Fälle abgeschoben werden, weil sie in Bulgarien erstmals registriert worden sind. Ramazan A. befindet sich mittlerweile wieder in Eichstätt. Im Fall einer Abschiebung droht beiden Aktivisten in der Türkei langjährige Haft und auch Folter…“ – so beginnt die Meldung „Abschiebeanstalt Eichstätt: Kurdische Aktivisten im Hungerstreik“ am 08. Oktober 2018 bei der ANF externer Link, worin auch noch berichtet wird, dass neben den beiden kurdischen Aktivisten auch Personen aus Süd- und Zentralafrika, sowie aus Marokko und Algerien sich an dem Hungerstreik beteiligen. Zum Hungerstreik ein weiterer Beitrag – auch über die offizielle Reaktion und die Weigerung des Piloten…

  • „Hungerstreik im Abschiebeknast“ von Gitta Düperthal am 08. Oktober 2018 in der jungen welt externer Link berichtet ausführlich auch über die offizielle Reaktion: „Im bayerischen Abschiebegefängnis in Eichstätt sind seit Dienstag vergangener Woche mehrere Gefangene in den Hungerstreik getreten. Es gibt unterschiedliche Versionen, warum sich wie viele Menschen daran beteiligen. Am Donnerstag hätten zehn Menschen die Nahrungsaufnahme verweigert, am Freitag seien es bereits zwischen 27 und 31 Insassen gewesen, berichtete Johanna Böhm vom »Bayerischen Flüchtlingsrat« im Gespräch mit junge Welt. Dies hätten Verwandte und Freunde nach dem Besuch bei ihren Angehörigen berichtet. Ein Sprecher des Nürnberger Bündnisses für Frieden in Kurdistan erklärte gegenüber dieser Zeitung am Freitag, der Protest richte sich gegen die Abschiebungen und die Bedingungen in der Abschiebehaft. Das bayerische Innenministerium bestritt diese Informationen auf Nachfrage von junge Welt. Am Freitag nachmittag hieß es, nur ein Gefangener protestiere auf diese Weise, zuvor seien es lediglich vier Personen gewesen. Der verbliebene Hungerstreikende – so heißt es in der schriftlichen Mitteilung – werde »selbstverständlich weiterhin engmaschig medizinisch betreut und überwacht«. Was dies im Detail bedeutet, blieb zunächst unklar. Nahezu zynisch mutet die Erklärung über die Gründe für die Aktion an: »Einer der Gefangenen wollte freiwillig als sogenannter Hausarbeiter eingesetzt werden, der zweite Gefangene wollte mit seinem Hungerstreik dieses Anliegen – dem aktuell aus organisatorischen Gründen nicht nachgekommen werden kann – unterstützen«. Ein Dritter habe die »Nahrung verweigert«, weil ihm »nach seiner Aussage – ›die Polizei Geld abgenommen habe‹«…“ – und informiert noch darüber, dass einer der Hungerstreikenden unter anderem deshalb noch nicht abgeschoben wurde, weil der Pilot sich weigerte…