Rumänische Arbeiter: Billig schlachten sollen sie. Aber doch nicht „in unserer Nähe“ wohnen – Alltagsrassismus in Niedersachsen

20.3.2017: Wiesenhof-Schlachtfabrik in Königswusterhausen/Niederlehme blockiertMittlerweile aber sind die Beschäftigten, insgesamt 600, direkt und fest beim Schlachthof angestellt, den das Unternehmen »Böseler Goldschmaus« betreibt. Es ist die erste Großschlachterei in Niedersachsen, die sich dazu entschlossen hat und der Belegschaft aus dem Ausland damit Sozialversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaub garantiert. Nun hat die Firma zwei Komplexe mit kleinen Appartements für insgesamt 340 Mitarbeiter geplant. Für sie rückt nun die Zeit näher, in der sie ihre teils menschenunwürdigen Behausungen verlassen und umziehen können in moderne Quartiere, von denen es auch nicht weit zum Arbeitsplatz ist. Doch anstatt dass sich künftige Nachbarn mit ihnen freuen, wettern sie gegen das Vorhaben. Fast 3000 Unterschriften haben Bürgerinnen und Bürger gesammelt, um das Projekt zu verhindern“ – aus dem Beitrag „Protest gegen Wohnungen für Arbeiter“ von Hagen Jung am 14. Februar 2018 in neues deutschland externer Link über die natürlich überhaupt kein bisschen nicht rassistische Empörung der anständigen BürgerInnen in Garrel… Siehe dazu auch einen weiteren aktuellen Beitrag:

  • „Wohnkomplexe für Rumänen: Garreler wehren sich“ am 08. Februar 2018 beim NDR externer Link, worin es heißt: „Bisher wohnen die meisten der rumänischen Arbeiter in Häusern weitab vom Schlachthof, viele davon in schlechtem Zustand. Der Subunternehmer, der die Werkvertragsarbeiter zuvor an den Schlachthof verlieh, verlangte überhöhte Mieten für die Häuser. Inzwischen hat Böseler Goldschmaus die Gebäude übernommen, doch auf Dauer können die Männer dort nicht wohnen. “Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass die Mitarbeiter hier vor Ort vernünftigen Wohnraum haben”, sagt Unternehmenssprecher Gerald Otto. Die Arbeiter sollten in der Gemeinde Fuß fassen können. Auf vier Grundstücken will Goldschmaus deshalb moderne Unterkünfte bauen. Die Anwohner wehren sich mit einer Unterschriftenliste gegen das Projekt“.