Als ob sie wirklich helfen wollten: Von Trump bis zu den bundesdeutschen Medien sind sie plötzlich alle sozial. In Venezuela, versteht sich: Und nur da…

Berliner Solidaritätsplakat gegen den Putschversuch im Ferbuar 2019Einige tausend Menschen haben sich gestern bei mehreren Grenzbrücken zwischen Kolumbien und Venezuela sowie an einem Grenzübergang im nordbrasilianischen Pacaraima eingefunden, um Lastwagen mit umstrittener “humanitärer Hilfe” nach Venezuela zu begleiten. Sicherheitskräfte des südamerikanischen Landes schlossen jedoch die Staatsgrenzen an den betroffenen Orten. (…)Präsident Maduro reagierte indes während einer Massendemonstration von Anhängern der sozialistischen Regierung in der Hauptstadt Caracas auf die Ereignisse des Tages an der Grenze zum Nachbarland. Er gab den Abbruch der diplomatischen und politischen Beziehungen zur “faschistischen Regierung von Kolumbien” bekannt. “Es kann nicht sein, dass Kolumbiens Territorium weiterhin für Provokationen gegen Venezuela zur Verfügung gestellt wird”, sagte Maduro. Er gab dem diplomatischen Personal des Nachbarlandes 24 Stunden, um Venezuela zu verlassen. In den vergangenen Tagen ist von bedeutenden humanitären Organisationen mehrfach die politische Instrumentalisierung von “humanitärer Hilfe” durch die venezolanische Opposition kritisiert worden. Francesco Rocca, Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, betonte, humanitäre Hilfe müsse “neutral” und “unabhängig” sein. Das Rote Kreuz hat deshalb eine Beteiligung an der Verteilung der “Hilfslieferungen” der Vereinigten Staaten, welche der Oppositionspolitiker Guaidó, in das Land verbringen will, abgelehnt…“ – aus dem Beitrag „Venezuela: Humanitäre Intervention von Anti-Maduro-Koalition vorerst gescheitert“ von Philipp Zimmermann am 24. Februar 2019 bei amerika21.de externer Link, worin auch die diversen Falschmeldungen der Rechten (und ihrer Medien) Gegenstand der Berichterstattung sind…  Siehe zum „Wochenende der Entscheidung“ (das die Putschisten sehr vergeblich wollten) zwei weitere aktuelle Beiträge, einen Hintergrundbeitrag über die Massenproteste und Bewegungen, die ab 1991 zur Herausbildung des Chavismus führten – und den Verweis auf den bisher letzten unserer zahlreichen Berichte:

  • „»Der Putsch ist gescheitert«“ von André Scheer am 23. Februar 2019 in der jungen welt externer Link berichtet unter vielem anderen: „Tausende Menschen haben am Sonnabend in Caracas gegen die Interventionsdrohungen der USA und die ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas demonstriert. Der Präsident des südamerikanischen Landes, Nicolás Maduro, nutzte seine Rede auf der Avenida Urdaneta im Zentrum der Hauptstadt dazu, den vollständigen Abbruch aller politischen und diplomatischen Beziehungen mit der »faschistischen Regierung« Kolumbiens anzukündigen. Der Botschafter und die Konsuln des Nachbarlandes hätten 24 Stunden Zeit, Venezuela zu verlassen. Er könne nicht länger hinnehmen, dass Bogotá das Staatsgebiet Kolumbiens für permanente Aggressionen gegen Venezuela zur Verfügung stelle. Maduro informierte zudem, dass seine Regierung mit Vertretern der Europäischen Union die Lieferung von humanitärer Unterstützung im Umfang von zwei Milliarden Euro vereinbart habe. Man habe mit der EU grundlegende Meinungsverschiedenheiten, erklärte der Präsident, doch er hoffe, dass die Union diesmal ihr Versprechen halte. Man habe der »technischen Kommission«, die am Mittwoch Caracas besucht hatte, Listen mit den benötigten Medikamenten und Grundnahrungsmitteln überreicht und werde sehen, ob diese trotz der verhängten Sanktionen geliefert würden. Zugleich bekräftigte Maduro, dass seine Regierung jede Sendung bezahlen werde: »Wir betteln bei niemandem!«…“
  • „Venezuela: Juan Guaidó setzt auf Hilfe von außen“ von Thomas Pany am 24. Februar 2019 bei telepolis externer Link zu Guaidos fehlender Massenbasis unter anderem: „Der gestrige Tag war als Showdown proklamiert worden zwischen dem amtlich inaugurierten Präsidenten Venezuelas und dem selbsterklärten Interimspräsidenten. Mit Hilfslieferungen, die via Lastwagen oder Schiff von außen nach Venezuela transportiert werden sollten, um Versorgungsengpässe zu kompensieren, wollte sich Oppositionsführer Juan Guaidó als Staatsführer zeigen, der das Gute für das Land im Sinn hat und – vor allem – die größere Unterstützung hinter sich. Dies zu zeigen, ist ihm nicht gelungen. Das kann man als Zwischenfazit nach einem Tag der Auseinandersetzungen, die angeblich mehrere Tote und angeblich 285 Verletzte forderte, festhalten. Zentral für den Machtwechsel, den Juan Guaidó verfolgt, ist, ob er das Militär in Venezuela hinter sich bringen kann. Der Verweis auf die Unterstützung der Armee stand dann auch hinter seinem Auftritt im Nachbarland Kolumbien, wo Guaidó signalisierte, dass er nur mithilfe von Armeemitgliedern auf die andere Seite, ins Nachbarland, gelangen konnte. Dem folgte aber am gestrigen Samstag kein Signal, wonach ihm aus Militärkreisen eine entscheidende Unterstützung zukommt. Laut Angaben der Zeitung El Universal wurden von der kolumbianischen Regierung lediglich 60 Überläufer gezählt…“
  • „The Councils Before Maduro!“ von Nicky Reid am 15. Februar 2019 bei Counterpunch externer Link ist ein ausführlicher Beitrag, der anhand einer historischen Chronologie konkret nachzeichnet, wie die chavistische Bewegung aus der Bewegung – beispielsweise – der Stadtteil-Versammlungen in Venezuela hervorging- und nicht etwa umgekehrt, wie oft behauptet und auch gedacht wird. Woraus auch deutlich wird, dass alle möglichen Putschversuche und sonstigen Einmischungspraktiken eben sich zwar direkt gegen die Regierung richten mögen, damit letztlich gemeint aber eben jene sozialen Massenbewegungen sind, die diese Regierungen erst ermöglicht haben.