Der Streik bei GM USA wirkt in der vierten Woche bis nach Mexiko: Breite Solidarität legt Ausweitung des Streiks nahe, denn es geht um Branchentarif, Leiharbeit und um einen gesellschaftlichen Rahmen

Der Streik der GM Belegschaft in den ganzen USA hat am 16.9.2019 begonnen„… General Motors will in seinen Werken die Leiharbeit ausweiten, den Arbeiteranteil an der Krankenversicherung um das Fünffache erhöhen und den Lohnzuwachs unter der Inflationsrate halten. Dies ist nichts weniger als eine Großoffensive, die sich nicht nur gegen die 48.000 streikenden Autoarbeiter bei GM richtet, sondern gegen die gesamte amerikanische und internationale Arbeiterklasse. Das Unternehmen nimmt keinerlei Rücksicht auf die Arbeiterinnen und Arbeiter. Wenn der Streik erfolgreich sein soll, muss der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) die Kontrolle über den Streik entzogen und der Ausstand ausgeweitet werden. Die UAW hat Arbeiter isoliert und ihre Position geschwächt, indem sie ihnen nur 250 US-Dollar wöchentlichen Streiklohn zahlt und die Arbeiter von Ford und Fiat-Chrysler am Arbeitsplatz hält. So hilft sie der Automobilindustrie, den Auswirkungen eines anhaltenden Streiks standzuhalten. Der Streik verursacht erhebliche Störungen in den internationalen Lieferketten. Gestern hat GM 415 von 2.100 Mitarbeitern in seinem mexikanischen V-8-Motoren- und Getriebewerk in Ramos Arizpe im nordmexikanischen Coahuila in Zwangsurlaub geschickt. Das Werk in Silao, Guanajuato, mit 6.000 Mitarbeitern, liegt still. Über 10.000 Arbeiter in der Zulieferindustrie, die nicht Mitglied der Gewerkschaft UAW sind, wurden infolge des Streiks in den USA entlassen. Das Ergebnis des Streiks wird sich in den kommenden Jahren auf die Lebensbedingungen von Millionen von Arbeitern auswirken – nicht nur in der Automobilindustrie, sondern in allen Branchen…“ – so die Position in dem Beitrag „Der Streik bei General Motors richtet sich gegen die gesamte herrschende Klasse“ von Eric London am 09. Oktober 2019 bei wsws externer Link zur aktuellen Frage der Ausweitung der Streikbewegung. Wie sich die zunehmende Bedeutung des GM-Streiks in der wachsenden praktischen Solidarität in den USA und anderswo zeigt, wird auch anhand dreier weiterer aktueller Beiträge deutlich – und auch im unseren bisher letzten Beitrag zum GM-Streik in den USA:

  • „Southern Worker Strikes Show The Power of Solidarity“ von Connor Harney am 06. Oktober 2019 bei Portside externer Link dokumentiert (ursprünglich in Liberation News) ist ein Beitrag über einen Aspekt des Streiks, der bisher oft übersehen wurde: Dass er eben nicht nur in „Detroit“ und ähnlichen traditionellen Zentren der Industrie stattfindet, sondern auch in Texas, Kentucky, Kansas, Tennessee und Missouri, allesamt Bundesstaaten im Süden des Landes, bekannt, berühmt, berüchtigt für antigewerkschaftliche Grundstimmungen. Vor dem Hintergrund von Streikbewegungen der jüngeren Zeit in der Region, wie die der Lehrerinnen und Lehrer in verschiedenen Bundesstaaten in den beiden vergangenen Jahren, aber auch des Streiks bei ATT im August 2019, wird hier deutlich, dass das mobilisierende Echo auf den Streik vor allem in den Forderungen nach dem Schluss der Lohndiskriminierung gegenüber neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen und der Übernahme von Beschäftigten aus Subunternehmen, beziehungsweise mit Zeitverträgen besteht – weswegen eben dieser Kampf von vielen unterstützt werde, die sich in vergleichbarer Situation befinden.