Die Solidarität mit dem Hungerstreik der entlassenen AkademikerInnen wächst – auch mit anderen Hungerstreikenden

Die Hungerstreikenden von Istanbul am 50. TagNuriye Gülmen und Semih Özakca, beide AkademikerInnen sind mit einem Dekret per Notstandsgesetze aus ihrem Lehrbefähigung, so wie 115 Tausend andere aus dem öffentlichen Dienst, suspendiert (… ) Sie haben alle möglichen Wege zur Wiedereinstellung ausgeschöpft, wobei sie bei  den Verantwortlichen auf taube Ohren stießen. Als letzte Möglichkeit gegen diese Willkür beschlossen sie am 9. März 2017 in den unbefristeten Hungerstreik zu treten“ – so heißt es in dem Beitrag „Solidarität mit den Hungerstreikenden in der Türkei und der BRD!“ am 13. Mai 2017 bei linksunten.indymedia externer Link, in dem auch über den Hungerstreik von Kemal Gün berichtet wird, der die Herausgabe des Körpers seines von der Armee ermordeten Sohnes fordert, wie auch dem von Yusuf Tas im Gefängnis Hohenasperg, gegen das Verbot in seiner Sprache zu kommunizieren – und es wird auf weitere Solidaritätsaktionen hingewiesen, wie auch Mailadressen für Proteste bereit gestellt. Siehe dazu drei  weitere aktuelle Beiträge:

  • „Hungerstreik gegen Erdogan“ von Nick Brauns am 13. Mai 2017 in der jungen welt externer Link, worin es unter anderem heißt: „Die 35jährige Gülmen war im vergangenen Jahr von ihrer Stelle als Dozentin an der Selcuk Universität in der zentralanatolischen Stadt Konya suspendiert und im Januar 2017 per Dekret entlassen worden. Die Behörden warfen ihr vor, der »Fethullistischen Terrororganisation – Parallelstaatsstruktur« (FETÖ-PDY) anzugehören. So bezeichnet die türkische Justiz das religiös-konservative Netzwerk des im US-amerikanischen Exil lebenden pensionierten Imam Fethullah Gülen, das nach Meinung Ankaras hinter dem Putschversuch steckt. Im Schulbereich war die Gülen-Bewegung, die sich nach außen gerne als unpolitisch präsentiert, besonders gut aufgestellt: Hunderte Universitäten, Privatschulen, Nachhilfeinstitute und Wohnheime zählten dazu und wurden inzwischen geschlossen. Doch neben vermeintlichen oder tatsächlichen Gülen-Anhängern sind von den Massenentlassungen auch säkulare Kritiker von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sowie Mitglieder der linken Bildungsgewerkschaft Egitim-Sen betroffen. Allein in den kurdischen Landesteilen wurden über 10.000 Lehrer entlassen, weil sie sich gewerkschaftlich engagiert hatten. Auch Hunderte Unterzeichner eines Appells der »Akademiker für den Frieden« haben ihre Anstellung an Universitäten verloren“.