KESK marschiert 450 Kilometer durch die Türkei – für Wiedereinstellungen, gegen Ausnahmezustand

KESK Plakataufruf zum Marsch nach Ankara ab 21.12.2016Von Istanbul nach Ankara geht der Protestmarsch der Gewerkschaftsföderation KESK (Gewerkschaften im öffentlichen Dienst): 450 Kilometer gegen Notstandsgesetze und die Welle der  politischen Massenentlassungen in der Türkei im zweiten Halbjahr 2016, der Solidarität aus zahlreichen Ländern erfährt, auch aus der BRD. Dazu aus dem Artikel „Düsseldorfer GEW begrüßt Protest-Marsch“ am 28. Dezember 2016 in der WAZ externer Link: „Der Stadtverband der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in Düsseldorf (GEW) solidarisiert sich mit dem Dachverband der türkischen Gewerkschaften im öffentlichen Dienst – diese hatten am 21. Dezember einen acht bis zehntägigen Protestmarsch begonnen, um auf die massenhaften Entlassungen in der Türkei aufmerksam zu machen. Mitglieder des türkischen Dachverbandes KESK wandern derzeit von Istanbul nach Ankara. „Wir unterstützen den Marsch der KESK für die Entlassenen im Öffentlichen Dienst, darunter viele Tausende Lehrerinnen und Lehrer und fordern deren Wiedereinstellung. Der Ausnahmezustand muss beendet werden, denn nur so können die Entlassenen für ihre Rechte weiter kämpfen ohne weitere Verhaftungen zu riskieren“, heißt es in einem offenen Brief der GEW Düsseldorf“ – als ein Beispiel von entsprechenden Erklärungen verschiedener bundesdeutscher gewerkschaftlicher Organisationen, keineswegs zufällig dabei eine Reihe von GEW Verbänden. Siehe dazu auch die Erklärung der Europäischen Föderation im öffentlichen Dienst und neu:

  • Erdogans Land: Tränengas gegen Gewerkschaftsdemonstration
    Am 22. Dezember versammelten sich etwas über 200 Menschen in Istanbul, um dem Aufruf der Föderation der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst KESK zu folgen, die 450 Kilometer nach Ankara zu marschieren, um gegen die Entlassungswelle im öffentlichen Dienst und den Ausnahmezustand zu protestieren. Bereits am Tag zuvor hatte dieser Marsch ursprünglich beginnen sollen – da wurde die Versammlung zum Abmarsch durch einen Polizeiüberfall verhindert, bei dem auch Tränengas eingesetzt wurde. Herrn Erdogans Beitrag zum Thema Gewerkschaftsfreiheit sozusagen. In dem Artikel „‘We Want Our Jobs Back’: Turkish Workers Protest Post-Coup Purges“ von Jennifer Hattam am 30. Dezember 2016 bei Equal Times externer Link kommen TeilnehmerInnen zu Wort, die sowohl über ihr persönliches Schicksal berichten – etwa den Verlust jeglicher Sozialversicherung – als auch über ihre Gründe gegen den Ausnahmezustand im Allgemeinen zu protestieren berichten