Demonstrationen und Proteste jetzt in allen Provinzen des Sudan – selbst in Kriegsgebieten

Nach sechs Tagen Proteste im ganzen Sudan erreichte die Bewegung auch die Hauptstadt Khartoum: Das Regime ist gut ausgerüstet - nicht zuletzt durch berlin...In Nord-Dafur gab es nach den Freitagsgebeten massive Demonstrationen, die den Rücktritt der Regierung Bashir forderten: Wie auch in den Nilprovinzen. Damit gibt es diese Proteste – die vor vier Wochen in einer Provinzstadt begannen – im ganzen Land. Zahlreiche Imame hatten ebenfalls dazu aufgerufen – traditionell sind sie eher eine Stütze des Regimes. Gewesen? Die brutale Repression, die in Omdurman zu neuen Todesopfern geführt hat, wurde ebenfalls fortgesetzt – insbesondere Überfälle auf Krankenhäuser scheinen inzwischen zum normalen „Arsenal“ der Repressionskräfte zu gehören. Wie auch die Festnahme medizinischen Personals – wie etwa der Leiter des Universitätskrankenhauses in Khartum, weil er erklärt hatte, jeden zu behandeln, der ins Krankenhaus komme. Ärzte und Krankenhauspersonal sind nicht umsonst eine der Hauptkräfte der aktuellen Bewegung: Sie hatten schon in den letzten Jahren mehrfach gegen die absurde Unterfinanzierung des Gesundheitswesens protestiert – das Geld wurde in die Repressionsapparate gesteckt… Zur aktuellen Entwicklung im Sudan vier Beiträge und der Hinweis auf den letzten unserer bisherigen Berichte:

  • „Sudanese Doctors Syndicate calls for international support“ am 13. Januar 2019 bei Radio Dabanga externer Link berichtet von dem Aufruf der Ärztevereinigung, mit dem internationale Unterstützung erreicht werden soll. Darin wird nochmals ein Überblick über die katastrophale Lage im sudanesischen Gesundheitswesen gegeben, für deren Verbesserung die Ärztevereinigung seit langer Zeit gekämpft hat, weswegen sie schon lange immer wieder, und gerade aktuell erst recht, Ziel von massiven Repressionsmaßnahmen gewesen ist.