Marsch der Würde: 22. März – europaweite Solidarität gefragt

Dossier22 maerz madrid

  • Wenn sich die beiden großen Gewerkschaftsverbände selbst ausschließen…
    …ist das ihr Problem. Auch, dass viele ihrer Mitglieder bei der Massendemonstration am 22. März dabei waren. In dem Diskussionsbeitrag El sindicalismo nacionalista y de clase en la lucha política andaluza, ¿hacia dónde queremos ir? externer Link von Pedro Antonio Honrubia Hurtado am 30. März 2014 bei kaosenlared versucht der Aktivist der SAT aus Granada Bilanz und Vorschau dieses 22M an dessen Gelingen die SAT maßgeblich beteiligt war. Er unterstreicht dabei, dass zumindest in Andalusien die Politik eines „alternativen gewerkschaftlichen Blocks“ weiter gefestigt wurde, sowohl mit CGT und CNT, als auch den linkeren Teilen der CUT. Und dies unter den Bedingungen einer Region, die traditionell und schon vor der jüngsten Krise und in ihr erst recht, besonders große soziale Probleme hat.Siehe dazu auch:

  • Im Mittelpunkt der Debatte:  Kann ein solcher Erfolg irgendwie dauerhaft wirksam gemacht werden, trotz Polizeiterror?
    Die Massendemonstration vom 22. März beschäftigt nach wie vor die (keineswegs nur linke) politische Debatte in Spanien. Während Kapital, Regierung und ihre Medien nach mehr Polizei schreien und mehr Polizeistaat, wird in der Linken intensiv debattiert: Auch etwa darüber, inwiefern die sichtbar massenhafte Teilnahme von AnhängerInnen der Izquierda Unida die Parteiführung dazu bewegen wird, sich gegenüber solchen eben denn doch Bewegungen aktiv und positiv zu verhalten, wie es etwa in dem Diskussionsbeitrag Reflexiones tras el éxito de la movilización von Jesús Jaén am 23. März 2014 bei Viento Sur macht. Siehe dazu auch:

  • Madrid, 22M: Millionenfaches „Nein!“
    Eine historische Aktion, einen historischen Akt – so nannten es verschiedenste BerichterstatterInnen unterschiedlichster Richtung, was sich an diesem Samstag in Madrid ereignete: Die Ankunft der Marschkolonnen der Würde, die je näher sie an Madrid kamen schon in den letzten Tagen mächtig angeschwollen waren und nun vor den Toren der Stadt bereits ein Großereignis waren – um in der Hauptstadt nochmals Hundertausende zu mobilisieren. Die Marchas de la Dignidad, von alternativen Gewerkschaften, sozialen Netzwerken wie den Mareas aus dem Erziehungs- und Gesundheitsbereich, von Gewerkschaftsoppositionen, FrauenaktivistInnen, Recht auf Stadt Gruppierungen, MigrantInnengruppenn und Jugendnetzwerken verschiedenster Art getragen, hatten eine gemeinsame politische Plattform (wie LabourNet Germany es mehrfach ausführlich dokumentiert hat) und daneben viele jeweils eigenständige Forderungen und Losungen. Die schon während des Marsches stets gegenwärtigen Polizeiprovokationen – so gab es einen Zeitpunkt am Freitag, an dem landesweit gleichzeitig etwa 150 Busse kontrolliert wurden, je etwa eine halbe Stunde lang, so gab es immer wieder Versuche, die einzelnen Märsche daran zu hindern, sich zu vereinigen und ständige Drohungen – haben niemand eingeschüchtert: „Sie haben Angst, weil wir keine haben“ war die gängige Antwort auf bürgerlich-demokratische Repressionsversuche. Auch der Totalboykott der bürgerlichen Medien, allen voran des Fernsehsenders TVE trug nicht dazu bei, die Massenkundgebungen zu isolieren. Der erste zusammenfassende Kurzbericht über Madrid 22M ist Dos millones de personas reclaman dignidad en un día histórico externer Link am 23. März 2014 bei der andalusischen SAT. Siehe dazu auch:

    • vistaeraLas Marchas de la Dignidad del 22-M, minuto a minuto externer Link – eine Tageschronologie (mit vielen Fotos) bei der Zeitschrift La Marea am 22. März 2014
    • Una guía para seguir el 22M por todos los medios externer Link – ein Medienführer der Zeitschrift Diagonal am 22. März 2014 mit Verbindungen zu zahlreichen Webseiten, Videokanälen und alternativen Radiostationen, die am Samstag aktuell berichteten und jetzt eine umfangreiche – wenn auch längst noch nicht allumfassende – Dokumentation der Aktionen darstellt, inklusive (extrem leseaufwendige aber auch extrem lesenswerte) Twitterfolgen der Aktiven
    • 22M Getafe vibra con la llegada de la Marcha de la dignidad dia 21 #UnificarLasLuchas externer Link – eine ausführliche Berichterstattung von den Märschen kurz bevor sie in Madrid angelangten, die bereits darauf schliessen lässt, dass die Beteiligung enorm sein wird am 21. März 2014 bei der CGT, hier über die Ankunft des südlichen Marsches in Getafe
    • Las columnas de las Marchas de la Dignidad se unen en una gran manifestación externer Link – eine Videosammlung vom 22. März 2014 bei Diso Press, in der unter vielem anderen auch jeweilige SprecherInnen der verschiedenen Kolonnen zu Wort kommen
    • Weiter: Eine Million Demonstranten wollen Schulden nicht zurückzahlenexterner Link von Ralf Streck am 23. März 2014 bei telepolis, worin es unter anderem heißt „Es hatten sich riesige Menschenfluten, wie von den Veranstaltern erhofft, wie ein Tsunami durch das Zentrum der Hauptstadt gewälzt, in der nichts mehr ging
    • Madrid gegen die Troika externer Link von Carmela Negrete am 24. März 2014 in der jungen welt die hervorhebt „Während die Veranstalter von mehr als zwei Millionen Teilnehmern sprachen, wollte die Polizei nur 36000 Demonstranten gezählt haben. Im Internet kursieren deshalb Fotos, die Luftaufnahmen vom Samstag mit Aufnahmen vom Papstbesuch 2011 vergleichen. Damals hatten die Behörden von 1,5 Millionen Menschen gesprochen
    • Madrid: Viele Zehntausende beim »Marsch der Würde« externer Link redaktioneller Bericht am 22. März 2014 in neues deutschland
  • Aus sechs Richtungen nach Madrid: Die Marchas de la Dignidad
    „In Madrid wird am Sonnabend ein Verkehrschaos erwartet. 29 Demonstrationszüge aus den verschiedenen Stadtteilen werden sich mit sechs Marschkolonnen, die seit Wochen auf dem Weg in die Hauptstadt sind, vereinigen. Die Teilnehmer dieser »Märsche der Würde« protestieren so gegen eine Politik der Regierung, die die Auflagen der Troika aus EU-Kommission, Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäische Zentralbank (EZB) umsetzt. In einem Manifest heißt es: »Wir leiden unter der Politik der regierenden Volkspartei (PP) und dem Diktat der Troika. Wir müssen den Diebstahl erkämpfter Rechte und die Verarmung einer breiten Mehrheit der Bevölkerung stoppen.« Man wolle sich nicht mit der »unersättlichen Gier skrupelloser Banker und Spekulanten« abfinden. Für deren Rettung habe sich der Staat massiv verschuldet, wofür die Bevölkerung nun zur Kasse gebeten werde“ – so beginnt der Bericht »Marsch der Würde« auf Madrid externer Link von Ralf Streck am 21. März 2014 in neues Deutschland. Siehe dazu auch:

    • Apoyemos las Marchas eine Erklärung des Sector Crítico de CCOO-Madrid vom März 2014 in der die Gewerkschaftsopposition in den Comisiones ihre Unterstützung der Würdemärsche unterstreichen, hier dokumentiert bei rebelion.org
    • Organización Marchas 22M – ¿Y después, qué? – ein Diskussionsbeitrag am 20. März 2014 im Blog Tiempo de lucha, worin die Frage diskutiert wird, was von den Märschen bleiben wird
  • Nach Madrid!
    Die marchas de la dignidad sind unterwegs: Um am 22. März 2014 in der Hauptstadt zusammenzuströmen und deutlich zu machen, dass die Zahl jener wächst, die die Austeritätspolitik des spanischen Staates rundweg ablehnt. Auf der zentralen Webseite der Marchas gibt es nun die Mapa de Marchas externer Link , auf der sowohl alle Märsche und ihr gegenwärtiger Stand nachgezeichnet werden, als auch Weblinks zu den verschiedenen Märschen zusammengestellt sind. Siehe dazu auch:
  • Manifiesto externer Link – die Seite auf der das Manifest, samt sämtlicher existierenden Übersetzungen (inklusive deutsch, LabourNet hatte bereits eine Übersetzung dokumentiert) publiziert ist
  • Der asturische Marsch der Würde ist in Valladolid angekommen, in Cádiz wird es mehr geben als nur eine Demonstration…
    Die chronologische Berichterstattung über die asturischen Demonstrationen, die jeweils bei Ankunft des Marsches in den verschiedenen Städten mit mehrfach erstaunlichen Zahlen von TeilnehmerInnen stattfanden handelt an Tag 11 des Marsches von der Ankunft und dem Empfang in Valladolid Día 11: Villanubla-Valladolid externer Link ist der Tagesbericht vom 11. März 2014 (danach war ein Ruhetag). Siehe dazu auch: En Cádiz, el 22M ya no es solo una Marcha externer Link – ein Bericht der Andalusischen Arbeitergewerkschaft SAT über die Mobilisierungsveranstaltung für den 22. März in Cádiz am 12. März 2014 auf der Webseite der SAT.
  • 22M – ein Kampftag
    Der Marsch der Würde am 22. März wird weiterhin mit zahlreichen Aktivitäten quer durchs Land vorbereitet. Der Artikel Cuando lo legal es el despeñadero social o la fosa, el 22 de Marzo a Madrid externer Link von Ramon Casanova am 19. Februar 2014 bei rebelion.org ist eines der zahlreichen Beispiele dafür, wie auch prominente Autoren mit konkreten Argumenten für die Teilnahme mobilisieren – hier mit einer kontrastierenden Bilanz zwischen Verarmung der Bevölkerung und Gewinnexplosionen der Banken
  • Marsch der Würde: 22. März
    Eine Art Knotenpunkt der zahlreichen Widerstände und Proteste quer durch Spanien soll der Marsch der Würde am 22. März in Madrid werden. Zahlreiche alternative und oppositionelle Gewerkschaften und gewerkschaftliche Strömungen haben sich dafür zusammengeschlossen, darunter mehrere Intersindcale, die andalusische SAT und baskische sowie galizische Gewerkschaften, Zusammenschlüsse von Erwerbslosen und Mietern – auch ein Tag, an dem dazu aufgerufen wird, europaweit Solidaritätsaktionen zu organisieren. Der Aufruf NO ES TIEMPO DE LAMENTOS,  ES TIEMPO DE LUCHA  vom Februar 2014 (inklusive zahlreicher Angaben zu Webseiten und anderen Kommunikationskanälen)