Anerkennung statt Almosen. In Barcelona haben Straßenhändler eine Gewerkschaft gegründet. Sie kämpfen für die Legalisierung ihrer Arbeit, gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Gewerkschaft »Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes« in Barcelona, SpanienMitten auf Barcelonas Edeleinkaufsmeile, dem Passeig de Gracia, steht Pape Diop an seinem Arbeitsplatz. Er verkauft hier auf der Straße Barça-Trikots von Messi, Iniesta und Neymar. 2009 ist der Senegalese nach Barcelona gekommen, und seit zwei Wochen ist er Präsident sowie einer der acht Sprecher der neugegründeten Volksgewerkschaft der Straßenhändler, des »Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes«. »Unsere Arbeits- und Lebenssituation ist sehr hart«, beschreibt Diop die Beweggründe für sein Engagement. »Wir wollen eine Legalisierung unserer Tätigkeit und bessere Bedingungen«, sind die zentralen Forderungen…” Artikel von Mela Theurer, Barcelona, in junge Welt vom 03.11.2015 externer Link

  • Darin zur Gewerkschaft »Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes«: “… Für Diop ist die neugegründete Gewerkschaft eine große Errungenschaft. Er erhofft sich durch die Organisierung eine Stärkung der Arbeits- und Aufenthaltsrechte der unter prekären Bedingungen lebenden und arbeitenden Händler. Der entscheidende Anstoß zu ihrer Gründung kam nach den schwelenden Konflikten zwischen Polizei und Straßenhändlern von der selbstorganisierten Migrantenvereinigung »Espacio del Inmigrante« (Raum der Immigranten; jW). Am 10. Oktober wurde der Schritt vollzogen. Mehr als 100 Gruppen aus sozialen Bewegungen sind mit der Volksgewerkschaft assoziiert. Unter großer medialer Beachtung präsentierte diese ihre zwei Sprecherinnen und sechs Sprecher. Sie vertreten momentan die Straßenhändler, die im Alten Hafen und an der Passeig de Gracia der katalanischen Metropole tätig sind und gehören alle der senegalesischen Community bzw. Gemeinde an. »Die Tür ist aber für alle Nationalitäten offen«, betonte Diop gegenüber jW. »Es sind beispielsweise auch die Händler aus Pakistan bei uns willkommen, schließlich sitzen wir alle im selben Boot.«…”