Musterland. Abgebrannt.

So abgedroschen es klingen mag: Vom Funken zum Steppenbrand, das scheint die beste Beschreibung zu sein für die entwicklung in Slowenien seit Mitte Dezember – denn Proteste, Demonstrationen und Widerstandsaktionen gehen seitdem ungebrochen weiter. Was als Protest gegen einen korrupten Bürgermeister begann ist zum Widerstand gegen das geworden, was bürgerliche Wissenschaft die “politische Elite” nennen mag – der zumindest schon mal die Großkotzigkeit abhanden gekommen ist. Hatte die Regierungspartei in ihren ersten Statements von der “Rückkehr politischer Zombies” gefaselt, so ist es inzwischen deutlich, dass in der Tat ein alter, fast vergessener politischer Akteur die Szene betreten hat: Ein Großteil der slowenischen Bevölkerung, so unterschiedlich sie auch sein mögen, geeint in der Ablehnung der EU Parteien. Dies unterstreicht auch in “A Ghost is Haunting Slovenia, the Ghost of Revolution!externer Link Gal Kirn am 25. Februar 2013 im kanadischen “The Bullett”.
Siehe dazu auch:

  • »Fertik je«, sagen viele Slowenenexterner Link von Hannes Hofbauer am 25. Februar 2013 im neuen deutschland, worin unter anderem im folgenden Passus die EU Mitgliedschaft Sloweniens deutlich wird: “Hermine Vidovic vom WIIW beschreibt den Vorgang, der das Land in die Krise führte, minutiös: »Da gab es eine Reihe von Firmenübernahmen durch lokale Tycoons, die der Bank als Sicherheit für den Kredit nichts anderes als einen Anteil des zu kaufenden Unternehmens boten. Die Banken haben mitgespielt.« Kurz darauf platzte die Blase. Und die Regierung Janša weiß kein anderes Rezept, als den Marodeuren der »Gambling-Periode« aus der Patsche zu helfen. Auch der Bauwirtschaft soll unter die Arme gegriffen werden, indem der Staat leer stehende Wohnungen kaufen und sie anschließend vermieten will. Nur woher das Geld dafür kommen soll, ist unklar”.