Zum Beispiel Pavatex AG: Wie die Arbeiter in der Schweiz entwaffnet werden

Ende Oktober 2014 wurde von der Pavatex AG die Schliessung der Produktion in Fribourg per Ende November 2014 bekanntgegeben. Dabei sollten die 45 Arbeiter ohne Sozialplan auf die Strasse gestellt werden. Keine Besonderheit in der Schweiz, die keinen Kündigungsschutz und zudem die absolute Friedenspflicht kennt. Das Besondere liegt vielmehr in der kämpferischen Reaktion der verzweifelten Arbeiter und wie diese durch die Gewerkschaften – mit ihrem unverrückbaren Festhalten an der absoluten Friedenspflicht – in die sozialpartnerschaftliche Sackgasse geführt wurden…” Beitrag der Redaktion maulwuerfe.ch vom 15. Dezember 2014 externer Link

  • Aus dem Text: “… An diesem Arbeitskampf sieht man vor allem die hoffnungslose Situation, in der sich die Arbeiterklasse in der Schweiz befindet. Es ging hier nicht um eine kühne Abwendung der Schliessung der Fabrik; nicht einmal um eine konkrete Forderung bezüglich Sozialplan. Sondern lediglich um die Aufnahme von Verhandlungen zwischen Firmenleitung und der Unia. Ein Kampf gegen Betriebsschliessungen liegt für die Lohnabhängigen in der Schweiz jenseits des Horizonts des Möglichen – die materiellen Instrumente und Zusammenhänge, um konkrete Aktionen dafür zu entwickeln, fehlen schlicht und einfach. Am allerwenigsten sind die Gewerkschaftsführungen an solchen Kämpfen interessiert, denn diese würden ihr Lebenselement, die Sozialpartnerschaft, deren zentraler Pfeiler die absolute Friedenspflicht ist, unweigerlich untergraben. Zudem würde eine Gewerkschaftspolitik gegen Betriebsschliessungen und Massenentlassungen unausweichlich den Aufbau von kämpferischen Zusammenhängen erfordern, die nicht mehr einfach so kontrollierbar wären. Die Orientierung der gewerkschaftlichen Interventionen – falls überhaupt! – auf Sozialplanverhandlungen erlaubt erstens eine Kontrolle allfälliger Kampf-Bewegungen und, zweitens, führt diese Orientierung zu einer weiteren Stärkung der Gewerkschaftsbürokratie in den Augen gerade einer paralysierten Basis. Und diese ist in der Schweiz aufgrund der mangelnden Kampferfahrung in der sehr grossen Überzahl.”