Frankreich, England – Schweden: Brennende Vorstädte…

Schweden: Brennende VorstädteJa, sie könnten ja zur Wahl gehen – so was wird in der Tat, zumindest in bundesdeutschen Radiosendungen, als Alternative für einen Protest angeboten, der wieder einmal alle möglichen politischen Kräfte vor Ein- und Zuordnungsprobleme stellt. Die Lage: “Auslöser des Aufruhrs war der Tod eines 69jährigen Mannes in Husby durch eine Polizeikugel in der vergangenen Woche. Nach offiziellen Angaben war dieser mit einer Machete bewaffnet, und die Beamten handelten in Notwehr. Vertreter der Einwohner fordern eine unabhängige Untersuchung. Husby zählt zu den besonders benachteiligten Vororten Stockholms. Zwei Drittel seiner Bewohner sind nicht in Schweden geboren, landesweit liegt der Einwandereranteil bei 15 Prozent. Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Mieten, niedrige Löhne und schlechte Bildungschancen sind für soziale Brennpunkte wie diesen prägend. Das schlechte Image dieser Orte stigmatisiert deren Bewohner. Schweden, das einst als ein Musterland der Integration gelten durfte, hat seit den 1990er Jahren Sozialleistungen massiv abgebaut. Besonders Einwanderer sind von Jugendarbeitslosigkeit betroffen, Husby liegt hier landesweit an der Spitze. In den großen Städten schreitet die soziale Entmischung voran, in deren ärmeren Vororten schrumpft die öffentliche Infrastruktur. Von Stockholms Ressourcen für Kultur entfällt pro Kopf vier mal mehr auf einen City-Bewohner” – aus “Vorstädte in Aufruhr” externer Link von Peter Steiniger am 23. Mai 2013 in der jungen welt. Siehe dazu auch:

  • Anoche continuaron los disturbios en los suburbios pobres de Estocolmoexterner Link am 22. Mai 2013 bei LaHaine – eine Videosammlung über die Brandnächte in Stockholmer Vororten (wird weiter neu hochgeladen), in denen auch Politiker zitiert werden, die zur Gewaltlosigkeit aufrufen – personell identisch mit jenen, die für schwedische Soldaten in Afghanistan sorgten…