Hungerstreik in Moskauer Pizzeriakette für Lohnauszahlung und Mindestlohn im Februar 2017Etwas über 67 Millionen Menschen in Russland sind „abhängig Beschäftigte“, glaubt man dem offiziellen Statistikamt. Von diesen wiederum verdienen etwa 34 Millionen weniger als 25.000 Rubel im Monat (aktuell grob 400 Euro). Im Zuge der ersten Debatten um die nächste Präsidentschaftswahl ist eine Diskussion darüber aufgekommen, im Rahmen der allgemeineren politischen Auseinandersetzungen eine Kampagne zugunsten eines auf 25.000 Rubel erhöhten Mindestlohns zu machen. In dem Artikel „A 25,000 Ruble Minimum Monthly Wage Is a Good Idea“ von Alexei Gaskarov am 09. Februar 2017 beim Russian Reader externer Link übersetzt, argumentiert der bekannte linke Aktivist für eine solche Kampagne, die er in einem Land wie Russland für eine gute Idee schon deswegen hält, weil die Einkommensverteilung noch extremer asozial ausfällt, denn in vergleichbaren Ländern. In dem Artikel setzt er sich auch mit entsprechenden Befürchtungen – mit denen die Gegenseite arbeitet – auseinander, eine solcher Schritt würde die Inflation antreiben. Siehe dazu auch einen aktuellen  Beitrag über den Protest von Beschäftigten einer Pizzakette, die auch für einen Mindestlohn eintreten:

  • „Pizzeria Workers on Hunger Strike in Moscow“ am 07. Februar 2017 beim Russian Reader externer Link übersetzt ist ein Bericht der Gewerkschaft Novoprof über den Hungerstreik der Beschäftigten einer Moskauer Pizzeriakette wegen Nichtauszahlung ihrer Löhne – worin auch darauf verwiesen wird, dass ein ausreichender Mindestlohn ohnehin eine Grundforderung nicht nur für diese Berufsgruppe sein müsste. Im konkreten Fall geht es aber auch um die nicht seltene Situation, dass es schon reichlich unklar ist, wer überhaupt Besitzer und Manager dieses sogenannten Unternehmens ist, was den Protest der Beschäftigten nicht leichter macht und ohnehin ein weiteres Argument für eine gesetzliche Mindestregelung darstellt.