Die Tagelöhner im Hafen von Setubal seit zwei Wochen im Streik: „Eine Schande Portugals“

Portugal: Die Tagelöhner im Hafen von Setubal seit zwei Wochen im Streik, hier am 16.11.2018Der Hafen von Setubal gehört bestimmt nicht zu den großen Häfen Portugals – die seit zwei Wochen streikenden Tagelöhner, rund 100 Kollegen, machen etwa 90% der Gesamtbelegschaft aus. In dem Beitrag „«Eventuais» de Setúbal cumprem duas semanas de protesto“ am 19. November 2018 bei AbrilAbril externer Link werden nicht nur die Entwicklungen während dieses Streiks (der offiziell keiner ist, da sie ja nicht beschäftigt sind, sondern täglich Arbeitsverträge unterzeichnen – zum Teil seit beinahe 20 Jahren) berichtet, der Dank der massiven Unterstützung der Basisgewerkschaft SEAL zu mindestens den „Sprung in die Medien“ geschafft hat, sondern auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kollegen dargestellt, die sie zu dieser, im wahrsten Sinne des Wortes, Arbeitsverweigerung bewegt haben. Etwa dies: Per SMS einbestellt, kann es schon passieren, dass zwei Schichten hintereinander gefordert werden. Wie der Frühkapitalismus als Modernität verkleidet wiederkehrt, ist eines der Themen, die im Zusammenhang mit diesem Streik zunehmend diskutiert werden… Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge und den Hinweis auf unseren ersten Bericht zu diesem Streik in Setubal:

  • „A vergonha da praça de jorna estivadora“ von Vitor Franco am 20. November 2018 im esquerda.net externer Link ist ein Beitrag des Mitglieds im Vorstand der Gewerkschaften der Wasserwerke, der hier ebenfalls ausführlich und konkret die Arbeitsbedingungen der Tagelöhner von setubal berichtet und eben auch die historischen Parallelen zieht – ein Beitrag, der hier auch als Beleg dafür stehen soll, wie dieser Kampf nach und nach in der sozialen und Gewerkschaftsbewegung Portugals bekannt gemacht wird und Unterstützung findet.
  • „Navio fantasma dirige-se a Setúbal“ am 20. November 2018 bei der SEAL externer Link ist eine Meldung über ein (Autotransporter) Schiff, das sich Setubal nähert und dort, laut internem Nachrichtenverkehr der Hafenbetreiber, am Donnerstag ausgeladen werden soll. Was die Basisgewerkschaft mit der Frage beantwortet, wer hier woher welche Streikbrecher versucht zu organisieren, nachdem die Kollegen anderer Häfen genau dies verweigert hatten (siehe den Verweis auf unseren ersten Beitrag unten)…