"We are no robots" - UNI bei Amazon„… Maarten N. ist bei Amazon nicht mehr erwünscht: So sieht es zumindest der Niederländer selbst. Beim erst im vergangenen Herbst eröffneten Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf war er von Anfang an dabei. Jetzt hat er genug. Vor einigen Tagen hat er sich an die Gewerkschaft gewandt, weil ihm die Arbeitsbedingungen außerordentlich gegen den Strich gingen. Der Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen den Onlineriesen, berichtet von Überwachung, Disziplinierungsmaßnahmen und erniedrigenden Vorschriften. Maarten N. ist bei Amazon als Leiharbeitskraft beschäftigt, wie mehr als 150 Beschäftigte vor Ort. Nur 16 Filialmanager seien bei Amazon direkt angestellt, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der Privatangestellten-Gewerkschaft GPA-djp, bei einem Pressegespräch in Wien. Operativ arbeite der Onlineriese ausschließlich mit Leiharbeitern. Das Problem dabei laut N.: Beschwere man sich bei den Vorgesetzten vor Ort, werde die Verantwortung hin und her geschoben – zwischen dem unmittelbaren Arbeitgeber, der Leiharbeitsfirma, der Amazon-Zentrale in Seattle und dem für den Österreich-Ableger zuständigen Amazon Deutschland. Die Beschwerden liefen deswegen ins Leere. Dabei hat N. einiges anzumerken. Der Scanner, der als Arbeitsgerät benützt wird, registriere exakt die Arbeitsleistung der einzelnen Mitarbeiter, sagt er. Seien diese nicht produktiv genug, so müssten sie gehen…“ – aus dem Bericht „Amazon-Mitarbeiter prangert harsche Bedingungen in Austro-Niederlassung an“ von Regina Bruckner am 12. Juni 2019 in Standard.at externer Link über die Amazon-Wirklichkeit in Österreich. Siehe dazu auch drei weitere Erfahrungsberichte aus der letzten Zeit – und aus verschiedenen Ländern:

  • „„Isolierte Kolonie der Hölle“: Amazon-Angestellte aus den USA berichten über ihren Arbeitsalltag“ von Áine Cain am 12. März 2019 bei Business Insider externer Link berichtete aus den USA: „… Eine Recherche des US-Nachrichtenportals „The Daily Beast“ ergab, dass „Rettungskräfte mindestens 189 Mal wegen Selbstmordversuchen, Suizidgedanken und anderer psychischer Belastungen in die Lagerhäuser von Amazon gerufen“ worden seien. Das geschah in den USA zwischen Oktober 2013 und Oktober 2018 in 46 Packzentren. Der Bericht stützt sich auf Gespräche mit aktuellen und früheren Amazon-Mitarbeitern. Zusätzlich wurden Aufzeichnungen der Polizei und Anrufprotokolle der amerikanischen Notrufnummer 911 ausgewertet. „Es ist diese isolierte Kolonie der Hölle, in der es normal ist, dass Menschen regelmäßig zusammenbrechen“, zitiert das Onlineportal einen ehemaligen Angestellten. Ein weiterer Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, sagte, dass Amazon seine Mitarbeiter wie „Roboter“ behandele…“