Wenn aus einer Streikbewegung in Maquiladoras allgemeiner sozialer Protest wird: Das passiert gerade im Norden Mexikos: Die Reaktion der Unternehmen ist eine Entlassungswelle

Die Streikkundgebung der Maquilabeschäftigten in Nordmexiko am 20.1.2019 in MatamorosSo weit die Länder voneinander entfernt sein mögen, so unterschiedlich ihre Verhältnisse – was die mexikanischen Unternehmer gerade organisieren, gleicht aufs Haar dem, was die Textilunternehmen in Bangladesch tun: Als Revanche für eine erfolgreiche Streikbewegung werden massenhaft Menschen entlassen, die sich an diesen Streiks beteiligt haben. Sind es in Bangladesch bereits über 11.000 Entlassungen, so sind es im Norden Mexikos ebenfalls bereits über 1.000 entlassene Streikende. Erst recht, seit dem die Bewegung in Nordmexiko von den Auto-Zulieferbetrieben auf andere Branchen „übergriffen“ ist und eine regelrechte regionale Streikbewegung daraus zu entstehen „droht“ (und natürlich ist es für die Unternehmen eine Drohung), wird alles mobilisiert, um repressiv aus dieser Situation heraus zu kommen – einschließlich Aufrufen an Regierung und Präsidenten, darauf einzuwirken, diese Bewegung zu beenden. Die rituellen Drohungen mit ganzen Werksschließungen (nach dem Motto, mit dem bisschen mehr, was wir euch jetzt bezahlen müssen, seid ihr uns zu teuer) werden noch im letzten Blättchen zumindest der Provinz Tamaulipas wiedergekaut, während die großen mexikanischen und internationalen Medien weiterhin eher aufs Verschweigen setzen. Siehe zur aktuellen Entwicklung im Norden Mexikos drei Beiträge, darunter auch welche, die erklären, was die Drohung mit der „Nichtexistenz“ eines Streiks bedeutet – und den Hinweis auf unseren bisher letzten Beitrag zur Streikbewegung in Nordmexiko:

  • „Mil trabajadores son despedidos por participar en huelgas de Matamoros“ am 20. Februar bei El Sol de Mexico externer Link ist die Meldung über die aktuelle Entlassungswelle als Reaktion auf die Zugeständnisse, die die Unternehmen der Auto-Zulieferer den Streikenden machen mussten. Die Meldung basiert auf einer Pressekonferenz des Arbeitsministeriums (bei der die Gründung einer Kommission angekündigt wurde, die die „sozialen Probleme der Region“ lösen solle), bei der informiert wurde, dass die Entlassungen in jenen Betrieben stattfanden, in denen es laut zuständiger lokaler Behörden angeblich gar keine Streiks gegeben habe, sondern einzelne Gesetzesverstöße durch Beschäftigte. So wurde kurz nach dieser Meldung auch bekannt gegeben, dass der andauernde Streik bei einem regionalen Coca Cola-Abfüllunternehmen ebenfalls als „inexistent“ erklärt wurde, was auch hier dem Unternehmen freie Hand für Entlassungen gibt…