Die Indigenen im Amazonas brauchen kein Bedauern – sondern Unterstützung in ihrem Kampf zur Verteidigung des Waldes in Brasilien und anderswo, etwa: In Französisch Guyana

Brasilien: Wahlplakat von 2018 gegen BolsonaroAn der Grenze der brasilianischen Bundestaaten Pará und Maranhão leben rund 2000 Ka’apor in 17 Dörfern. Über 90 Prozent ihres Territoriums sind von üppigem Amazonas-Regenwald bedeckt. Die grüne Insel der Ka’apor ist aber umzingelt von Rinderweiden, für die der übrige Wald bereits abgeholzt wurde. Immer wieder dringen Holzfäller in das indigene Territorium ein und roden den geschützten Wald. Dabei kommt es häufig zu Gewalttaten gegen die Ka’apor, mehrere ihrer Anführer wurden ermordet. Die Ka’apor kämpfen um den Erhalt ihres Waldes, der nicht nur für sie Lebensgrundlage ist. In Gefahr ist der Amazonas, weil Brasilien und weite Teile Lateinamerikas auf den Export von Primärgütern – unter anderem Erz, Fleisch, Soja – festgelegt sind. Allein im Jahr 2018 ist der Sojaexport aus Brasilien um über 20% gestiegen. Viele Brände im Amazonas-Regenwald werden gelegt, um neue Anbauflächen zu erschließen. Brasilien ist weltweit der größte Exporteur für landwirtschaftliche Produkte in die EU…“ – aus dem Aufruf für die Amazonas-Nothilfe „Hilfe für Waldschützer im Amazonas“ am 29. August 2019 bei medico international externer Link, worin auch alle nötigen Angaben für die finanzielle Unterstützung enthalten sind. Siehe dazu einen weiteren Beitrag über den Kampf zur Verteidigung des Ökosystems gegen Umweltrassismus, einen Artikel, der zur „Amazonas-Politik“ der Macron-Regierung in Französisch Guyana Fakten liefert und den Hinweis auf unseren bisher letzten Beitrag zum Thema:

  • „Böses Blut zwischen Nachbarn im Regenwald: Bolsonaro wirft Macron Kolonialismus vor“ von Stephan Brändle am 29. August 2019 in der FR online externer Link kommt an einem bestimmten Punkt seiner Ausführungen zu folgendem Punkt: „… Doch auch Guayana leidet unter massiven Schädigungen seiner Umwelt. Seit 2016 vergibt Paris mehr Bergbaulizenzen an Meistbietende. Ein Verband der amerindischen Völker warf Macron am Sonntag vor, er prangere die Amazonas-Zerstörung in Brasilien und Bolivien an, habe aber „in Guayana gleichzeitig 360.000 Hektar Wald multinationalen Bergbaumultis zugesprochen“. Allerdings hat die französische Regierung im Mai das riesige, von Umweltschützern und Eingeborenen bekämpfte russisch-kanadische Goldschürfprojekt „Montagne d’Or“ verhindert. In Französisch-Guayana roden aber auch illegale Goldsucher Zehntausende von Hektar Wald. Mit Quecksilber und Blausäure vernichten sie die Biosphäre bis ins Erdreich hinein. Die in Guayana stationierten Fremdenlegionäre versuchen dieser Plage mit der Operation „Harpie“ seit 2008 Herr zu werden. Der Erfolg ist beschränkt. Im Juli sind beim Angriff auf eine wilde Goldgräbersiedlung drei Soldaten ums Leben gekommen. Alles in allem ist das Verhalten Frankreichs in Guayana kaum exemplarisch. Und so monieren die französischen Grünen mit einigem Recht, Macron sollte sich besser nicht als „Schutzherr Amazoniens“ aufspielen“.